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SPD-Pleite an der Saar: Lieber tot als rot

Die Saar-Wahl hat gezeigt: Wer die Mitte predigt, schadet der Demokratie - vor allem der Sozialdemokratie. Wenn die SPD an die Macht will, muss sie über ihren linken Schatten springen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...823715,00.html
  1. #80

    Zitat von teutoniar Beitrag anzeigen
    Das ist eine Unterstellung. Die Gründe für die Linkspartei, Gauck abzulehnen, waren andere. Zum Beispiel der Freiheitsbegriff, der nur nach "Freiheit für die Wirtschaft" klang und die fehlenden Hinweise auf soziale Gerechtigkeit. Man kann die Gründe im Internet nachlesen, indem man z.B. "klaus ernst gauck" eingibt. Diese Gründe sind dieselben, wie sie auch eine nicht unwesentliche Zahl von Mitgliedern anderer Parteien hatten, die Gauck unterstützt haben.

    Der Zeit Ihre Kunst und der Kunst Ihre Freiheit! Ich bleibe bei meiner Meinung. Implizit hätten viele Linksparteilwähler im Osten so ihre Probleme mit einem DDR-Bürgerrechtler - das wissen auch die Strategen der Partei schon ganz richtig einzuordnen.

    Fahren Sie mal übers Land und sprechen Sie mit den Leuten, die noch DDR-sozialisiert sind und dann sprechen wir uns wieder!
  2. #81

    republikflucht

    Zitat von jimknopf107 Beitrag anzeigen
    OMG Aus welchem Dorf kommen Sie denn? Offenbar waren Sie noch nie in den USA, denn dann wüssten Sie, dass es sehr wohl möglich ist, an den Grenzübergängen regulär von einem Land in das andere zu reisen. Und ich muss Ihnen widersprechen, ich habe noch nie (!) gehört, dass jemand in den letzten 50 Jahren erschossen worden wäre, weil er zum Ski fahren nach Österreich fahren wollte. Genausowenig hat irgendwer auf mich geschossen, als ich nach Frankreich gefahren bin. Und selbst die meisten US-Reisenden kommen unversehrt wieder nach Hause- ohne bei der Ausreise am Flughafen verhaftet und als "Republikflüchtling" für 15 Jahre in den Bau zu kommen. Und es kommt auch nur äusserst selten vor, dass die Frau eines Straftäters -wg. der Taten ihres Mannes- ihren Arbeitsplatz verliert und die Kinder nicht zur Uni zugelassen werden. Sie haben keine Ahnung, gar keine.
    waren das nicht 20 jahre?
  3. #82

    Der Fisch stinkt vom Kopf her!

    Folgende Erkenntnisse von J. Augstein sind unwiderleglich:

    1. "Die Politik setzt absichtsvoll darauf, dass möglichst wenig Leute zur Wahl gehen - aber von der Gegenseite noch weniger. Die CDU fährt damit regelmäßig besser. Sie hat die Voraussetzung dieses besonderen Politikstils zur Vollkommenheit getrieben: politische Unkenntlichkeit."

    2. "Das ist das Kennzeichen der Ideologie der Mitte. Jede Bestimmtheit wäre eine Verneinung, jede Eigenschaft würde die Abwesenheit einer anderen Eigenschaft bedeuten."
    3. "
    Es gibt eine Botschaft, die die Sozialdemokraten daraus lernen können: Mut".

    Es geht dem Autor - und dies im Unterschied zu allen über ihn hier triumphierenden Foristen - weniger um "die Linke" als um die verfassungsrechtliche Legitimation des Wahlergebnisses.

    Während diese Verteidiger des Status quo die Verkümmerung von Wahlen zu Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für telegene Schaufensterpuppen des raffenden Kapitals halten - die verfassungsrechtlich (!) geforderte "Schuldenbremse" z. B. ist der Motor für die Erzwingung der Neolib-Politik einer "Deregulierung" aller "Märkte" und der "Privatisierung" aller profitablen sozialen Einrichtungen und Errungenschaften - plädiert Augstein für Parteien, deren öffentliche Alimentierung auf ihrer Mitwirkung "bei der Willensbildung des Volkes" beruht, die mehr ist, als seine Anpassung an die Interessen des raffenden Kapitals.

    Die politische „Eigenschaftslosigkeit“ der Sozialdemokratie, die auch nach 1959 zu ihrem Markenzeichen geworden ist, hat sie zu einem Papiertiger verkümmern lassen, insofern sie sich der normativen Kraft des Faktischen - den "neuen Herrschern der Welt" (Jean Ziegler) - unterworfen und ihre Politik (einschließlich ihrer Programmatik!) aller Erkenntnisse dessen, "was die Welt im Innersten zusammenhält" (und zerreißen wird) entledigt hat.

    Der fehlende "Mut" vor Fürstenthronen, also vor dem Kampf gegen die neuen Herrscher der Welt und ihre politischen Handpuppen, ist allerdings für die SPD-Führung nichts außergewöhnliches, sondern die Norm, und zwar nicht nur 1914, 1933 und 1949, sondern eben auch 1990ff: anstatt das CDU-CSU-Modell aufzugreifen und die (damalige) PDS als das anzusehen und auszubauen, was sie in den Augen ihrer Führungskräfte (und der Leitmedien) hätte sein sollen - eine SPD-Ost nämlich - ließ sich die Führung auch hier von dem virtuos inszenierten Stasi-Verfolgungs-Wahn beeindrucken und paralysieren!

    Anstatt zu begreifen, dass die verfassungsrechtliche Legitimation von Parteien darin besteht, dass sie wirklich "Schaden vom deutschen Volk abwenden" - genauer: ihrer eigentlichen Zielgruppen gegen deren Ausbeutung durch (inflationäre) Enteignung schützen und ihre Benachteiligungen aufheben - arbeitet die SPD-Führung an der unbestrittenen Verdummung und Instrumentalisierung der arbeitenden Menschen und ihrer Angehörigen munter so mit, wie Betriebsräte der AG Deutschland, denen Unkündbarkeit auch und gerade im Falle eines Staatsbankrotts zugesichert worden ist.

    Parteien haben Klasseninteressen zu vertreten, und die Arbeitenden haben ihre Interessen, die in einem unaufhebbaren Widerspruch zu den Interessen der neuen Herrscher der Welt stehen. Die Leitmedien und die rechten Parteien, die diesen Widerspruch verleugnen sollen, werden dieser ihrer Aufgabe auch dadurch voll gerecht, dass sie die SPD-Führung entmannen und zu Heloten entwürdigen können, die dankbar dafür sind, nicht schon wieder als "vaterlandslose Gesellen" etikettiert zu werden.
  4. #83

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    Zitat von fr.rottenmeier Beitrag anzeigen
    Also bitte kein Protest, wenn Theater schließen, Schwimmbäder dicht machen oder die Eintrittskarten zu teuer werden
    Hoffentlich wird jetzt mal endlich der Haushalt in Ordnung gebracht.

    Was spricht dafür, wenn diejenigen, die Theater, Schwimmbäder etc. nutzen, auch für die Kosten aufkommen und nicht die Allgemeinheit? Beim Fernsehen sollte das auch so sein.
  5. #84

    Was heißt "verdient gescheitert"?

    Für eine komplett überflüssige Partei sind 30% doch ein grandioses Ergebnis!
  6. #85

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    Zitat von iradei Beitrag anzeigen
    Eventuell ist Ihnen ja entgangen, aber so gut wie alle Länder haben/hatten die gleiche Gesetzgebung im Bezug auf Schusswaffengebrauch bei einem illegalen Grenzübertritt.

    Klettern Sie doch mal über den Zaun zwischen Mexico und den USA.

    Ich gebe Ihnen nur soweit Recht, das die wenigsten Grenzer, weltweit gesehen, von diesem Gesetz Gebrauch gemacht haben.
    Wie kann man nur Fakten derart verdrehen? Auf die, die weg wollten, hat noch nie jemand geschossen - außer die sozialistischen bzw. pseudo-kommunistischen "Brüder".

    Die, die von Mexico in die USA reinwollen, werden nicht erschossen sondern eingesammelt und wieder zurückgebracht. Und andersrum kratzt das eh keinen, wenn's nicht gerade nebem dem Zollhäuschen passiert.
  7. #86

    Berührungsängste - kommt darauf an

    Zitat von Putzer Beitrag anzeigen
    Diese "Berührungsängste" versetzten mich immer wieder in Erstaunen. Historisch betrachtet hatten gerade die konservativen Parteien kaum Probleme damit, ehemalige NSDAP Mitglieder und Funktionsträger in ihre Reihen aufzumehmen. Manche davon durften in der CDU sogar Karriere als Ministerpräsident machen.

    Ich denke das wir uns hier alle darüber einig sind, dass die NSDAP deutlich mehr Dreck am Stecken hatte als die SED. Deshalb ist die Diskussion über die SED Vergangenheit mancher Linker ein kleines bisschen scheinheilig.
    Sie haben absolut recht mit der CDU und ehemaligen NSDAP-Mitgliedern. Ich persönlich habe kein Problem mit SED-Mitgliedern, die dazugelernt haben - egal in welcher Partei. - keine Berührungsängste

    Schlimm finde ich, wenn ich bei manchen Linken denke, die sprechen so wie früher im DDR-Fernsehen. Keine Einsicht, kein Verständnis für die Opfer und "neue Wege in den Sozialismus". Nein Danke, Ihr Gestrigen im heute! -keine Berührungsängste, sondern totale Ablehnung!
  8. #87

    also

    Zitat von nic Beitrag anzeigen
    wenn man von den finanziellen Lebensumständen ausgeht sollten eigentlich 60% der Bevölkerung links sein, 20% etwa in der (politischen?) Mitte und der Rest rechts. Die SPD könnte mit echter linker Politik also immer die absolute Mehrheit holen. Aber offensichtlich ist es selbst den Geringverdienern lieber die 10% der Vermögenden vermögender zu machen.
    ehrlich gesagt, müssten diese Menschen zurzeit eher die "Linke" wählen. Aber wer wählt schon gerne "Kinderfresser".

    Die SPD muss keine linke Politik machen um gewählt zu werden. Noch nicht. Oder wenn man ihre derzeitige Freundschaft zur CDU sieht jetzt erst recht nicht mehr. Ihr scheint die neue Rolle als Junior Partner des Erfüllungsgehilfen der Industrie und des Geldadels zu gefallen.
    Und es gibt immer noch genügend Menschen in diesem Land mit sozialdemokratischem Gedankengut, die dummerweise bei den Wahlen mit ihrer Gieskanne die SPDWurzel wässern und naiv genug sind nicht zu erkennen, dass die sozialdemokratische Wurzel dieser Partei völlig vertrocknet ist und kein Wasser dieser Welt sie wieder zum Leben erwecken kann.

    Und ganz ehrlich. Wenn es in der Bevölkerung einen Linksruck gäbe und der SPD urplötzlich ihre ehemaligen Ziele und Ideale dann doch wieder einfielen, würde man ihr das "back to the roots" denn dann überhaupt abnehmen können?
  9. #88

    Kompletter Unfug!!!!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Saar-Wahl hat gezeigt: Wer die Mitte predigt, schadet der Demokratie - vor allem der Sozialdemokratie. Wenn die SPD an die Macht will, muss sie über ihren linken Schatten springen.

    Wahlpleite an der Saar: Verdient gescheitert - die SPD - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Ich selbst bin im Moment auch kein Anhänger der SPD, wegen Europapolitik, aber einen Wahlsieger(+6% für SPD) schlecht zu schreiben, nur weil es gerade so in die eigenen politischen Überzeugungen passt, ist unterste Schublade. Die SPD hat klar gewonnen, fast soviel wie die Piraten. Der Wahlverlierer des Abends heisst nicht nur FPD, wie uns andauernd erzählt wird, sondern es ist die Linke, es ist Oskar Lafontain, -5% für Linke heisst Wahl verloren.

    Aber so wohl nicht für Jacob Augstein, der sich ein Wahlergebnis schönerzählt, weil er die SPD nach links "schreiben" will, was mit Sicherheit nicht gelingen wird.

    Gewonnen haben aber vor allem die großen Parteien, weil sie sich behauptet haben, sich wieder in richtung "Volksparteien" bewegen. Ob sie es schaffen werden sei dahingestellt. Ich sehe keinen "Linkstrend", eher im Gegenteil. Die Piraten sind eine Bürgerrechtspartei, keine Linken.
  10. #89

    Was wollen Sie eigentlich

    Zitat von mm71 Beitrag anzeigen
    Wenn die Wähler alle eine "linkere" Politik wollen würden, dann hätten auch mehr die Linke gewählt. Zusammenrechnen von Prozenten ergibt nun mal keine politische Mehrheit. Fakt ist: Die Linke hat sich politisch isoliert, während alle anderen Parteien miteinander koalieren können, kann die Linke inzwischen mit niemandem mehr koalieren, nicht mal mit der SPD. Darüber sollte man dort einmal nachdenken. Unbeweglichkeit und Dogmatismus (sowohl inhaltlich als auch personell) werden der Linken nicht mehr weiterhelfen.
    Was wollen Sie eigentlich?

    Ein Ein-Parteien-System für Deutschland? Außer den Linken sind doch jetzt schon alle Parteien "auf Linie" und austauschbar. Wohin das führen kann, haben wir 2x in Deutschland erleben dürfen. Sie haben ja ein tolles Verständnis von Demokratie.

    Wir haben doch jetzt schon nur eine einzige Oppositionspartei in Deutschland.


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