SPD-Parteitag: Schmidt warnt vor deutscher Kraftmeierei in Europa

In der Schuldenkrise übernimmt Deutschland*die Führungsrolle in Europa - und vergrätzt viele seiner Partner. Vor den Folgen dieser "Kraftmeierei" hat jetzt Altkanzler Helmut Schmidt beim SPD-Parteitag in Berlin gewarnt. Deutscher Nationalismus löse bei den Nachbarn immer noch "Unbehagen und Besorgnis" aus.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...801590,00.html
  1. #50

    Etwas daneben

    Auch ich traue den Deutschen nicht ueber den Weg.

    Aber die Anschuldigungen und Beleidigungen der Deutschen von doch ziemlich nutzlosen Mit-Europaeern (auch Schmidt kann doch kein "mitfuehlendes Herz" mit griechischen Steuerbetruegern haben) kommen ja bereits bevor Deutschland ueberhaupt etwas macht. Wenn das Erinnern an die Einhaltung der EU-Vertraege schon dazu fuehrt, dass die Nazi-Keule geschwungen wird, dann stimmt etwas nicht.

    Wenn es Leute in der EU gibt, die nur das deutsche Geld wollen und 60 Jahre deutschen Friedensdienst in Europa komplett ignorieren, haben die Deutschen das Recht Tacheles zu reden. Uebrigens sollte das vor allem die SPD tun, weil die anti-deutschen Attacken vor allem von links kommen (wie gesehen in Griechenland, Frankreich und Portugal).

    Im Gegensatz zu Schmidt habe ich nicht in der Wehrmacht gedient und habe keinerlei Schuld abzutragen.
  2. #51

    Keule & Scheckbuch

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In der Schuldenkrise übernimmt Deutschland*die Führungsrolle in Europa - und vergrätzt viele seiner Partner. Vor den Folgen dieser "Kraftmeierei" hat jetzt Altkanzler Helmut Schmidt beim SPD-Parteitag in Berlin gewarnt. Deutscher Nationalismus löse bei den Nachbarn immer noch "Unbehagen und Besorgnis" aus.

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...801590,00.html
    Mit der Nazikeule kriegt man uns immer noch still und wir ziehen das Scheckbuch, das wird auch in 2000 Jahren noch ziehen.
  3. #52

    Re

    Zitat von 1966logan Beitrag anzeigen
    Es wird allmählich Zeit dass sich der Altkanzler auf das Altersteil zurückzieht, in letzter Zeit läuft er nur noch mit erhobenem Zeigefinger durch die Medienlandschaft.
    Bei allem Respekt, aber es kann nicht sein dass er immer alles besser weiss - irgendwann kann man es nicht mehr hören...
    Ältere Menschen neigen dazu, alles aus der Sicht ihrer Jugend zu sehen, und unangebrachte historische Vergleiche zu ziehen. Die Weltkriege hatten z.B. insbesondere mit Russland zu tun; und welche Rolle spielt Russland in der EU, oder in dieser Krise? Richtig, gar keine; Hr. Schmidt.

    Bitte unangebrachte historische Vergleiche unterlassen.
  4. #53

    In weiten Teilen hat er Recht

    Allerdings kommt Schmidt auch nie auf Samtpfoten daher, auch wenn ihm dies verständlicherweise nicht bewusst ist. Bei seinen Vorschlägen sollte man immer die "Belastungsbereitschaft" in diesem Lande nicht völlig außen vor lassen, weil es für die Verantwortlichen dann ganz schnell zu Wahlniederlagen kommt, auch wenn Leute wie Schmidt, die sicherlich von der Tagespolitik in ihrer Rolle als elder statesman ziemlich abgehoben sind, solche Dinge nicht mehr sehen.
    Die Politik ist leider zumeist auch eine Frage des Durchsetzbaren, ferner ist unser aller Leben endlich und nicht jeder wird so alt wie H. Schmidt bei gleichzeitig hohen, sicheren Altersbezügen und reichlichen Nebeneinnahmen. Die gegenwärtige Krise ist doch ganz wesentlich auch eine Folge von Misswirtschaft vor allen Dingen in bestimmten Ländern, die eben so weiter wursteln wollen wie vor dem Beitritt zur EURO-Zone und dies früher einfach mit Abwertung auffingen (s. dazu auch: Michael Lewis: Boomerang). Wenn Schmidt meint, all diese Regionen Europas in einen Großverband, in dem (unausgesprochen natürlich) nach deutschen Gesichtspunkten gewirtschaftet wird, überführen zu können, ist er sehr illusionistisch und tut diesen Ländern gerade etwas an, was er bei den sicherlich ungeschickten und unberechtigten Aussprüchen der Regierungsriege moniert.
  5. #54

    Sie haben recht!

    Zitat von rugall70 Beitrag anzeigen
    Ich kann Schmidt in seiner Argumentation nicht folgen. Vor allem, dass er Deutschland für seinen Außenhandelsüberschuss kritisiert, ist mir völlig unverständlich.

    Man habe sich leider vom Prinzip des Gleichgewichts im Außenhandel verabschiedet, sagt er und fügt unter dem Applaus der Deligierten an, dass unsere Überschüsse die Defizite der anderen seien. Und dann verknüpft er dies mit einer "berechtigten Sorge" vor "deutscher Großmannssucht". Kurz gesagt: Die Deutschen solltens ich schämen, so erfolgreich zu sein.

    Komisch. Wenn China Überschüsse erwirtschaftet, nötigt das allen, auch Schmidt, Respekt ab. Tun die Deutschen das Gleiche, ist es Großmannssucht und verurteilungswürdig.

    Welche Konsequenzen sollen wir denn aus diesem Schmidtschen Vorwurf ziehen? Will er, dass die Politik Firmen wie Daimler und Siemens vorschreibt, weniger zu exportieren?
    Ich befürchte allerdings, das Problem wird sich bald von selbst lösen. Welche Industrie der Zukunft sitzt in Deutschland. Automobile haben keine grosse Zukunft. Die Normalbevölkerung wird sie sich bald nicht mehr leisten können.
  6. #55

    ...

    Zitat von rugall70 Beitrag anzeigen
    Ich kann Schmidt in seiner Argumentation nicht folgen. Vor allem, dass er Deutschland für seinen Außenhandelsüberschuss kritisiert, ist mir völlig unverständlich.

    Man habe sich leider vom Prinzip des Gleichgewichts im Außenhandel verabschiedet, sagt er und fügt unter dem Applaus der Deligierten an, dass unsere Überschüsse die Defizite der anderen seien. Und dann verknüpft er dies mit einer "berechtigten Sorge" vor "deutscher Großmannssucht". Kurz gesagt: Die Deutschen solltens ich schämen, so erfolgreich zu sein.
    Dann müsste er eigentlich gegen den Euro sein, denn der ist der Turbo für die deutschen Exporte, da er eine Aufwertung der deutschen Währung verhindert. Bei allem Respekt, so richtig plausibel ist mir die Haltung von Schmidt in der Sache nicht.
  7. #56

    Mit dem zunehmenden Alter demontiert sich der Altkanzler selbt. Zahlen, schweigen und sich ausnehmen lassen - das ist der Weg der Deutschen. Und die Schuldner bestimmen, wie der Gläubiger zu handeln hat. Sonst ziehen sie vielleicht die Schnute. Das ist der richtige Weg, Herr Schmidt?
  8. #57

    Ach lieber Helmut,

    Zitat von Revisionist Beitrag anzeigen
    Das war keine "Politiker-Rede" sondern eine Lektion europäisch-deutscher Geschichte und eine Warnung vor den Folgen der Fortsetzung der herrschenden Politik. Es bleibt zu hoffen, das Schmidt mit seinen Mahnungen in der SPD und der politischen Öffentlichkeit dieses Landes noch Etwas bewirken kann.
    auch Du hast immer "in die Kasse gegriffen", wenn Europa rief. Erinnerst Du Dich noch, wie Du 1982 indirekt GB finanziell bei der Rückeroberung der Falklandinsel unter die Arme gegriffen hast. Weil die Briten etwas klamm waren und ihren EU-Beitrag nicht leisten konnten, hast Du "ganz einfach" die Mineralölsteuer erhöht und Du, nein wir, haben dann "gelöhnt". Schon vergessen??
  9. #58

    xxx

    Jaja wie immer: Vor deutscher. Kraftmeierei/Nationalismus haben angeblich alle Angst, ´33 lässt grüßen. Deutsche Zahlmeisterei wird hingegen scheinbar grade bei denen freudig begrüßt die sonst so viel Angst vor uns haben. Wenn die Franzosen nicht wollen das wir in der EU Führungsmacht werden können sie ja selber gern versuchen sich am eigenen Schopf aus dem Dreck zu ziehen, gleiches gilt für Griechen, Italiener etc... Wird nur leider nicht funktionieren.
  10. #59

    Ich gebe Schmidt vollkommen Recht!

    Ich persönlich finde es gut, das Helmut Schmidt mal die Fakten auf den Tisch legt auch wenn er selbst kein aktiver Politiker mehr ist. Die aktiven Politiker scheinen sich das ja nicht zu trauen und haben auch meines erachtens kaum noch den Überblick über was sie eigentlich entscheiden.

    Und ob wir den Euro wollten oder nicht. Deutschland wird als stärkste Wirtschaft des Euro am meißten darunter leiden wenn der Euro in die Brüche geht. Daher ist auch gut zu verstehen wenn Deutschland sich so für den Euro einsetzt.

    Und eines sollten wir Deutschen bei der ganzen Debatte um den Euro und den EFSF bedenken: Deutschland ist zwar seit je her der größte Netto-Zahler für die EU und der größte Bürge für den EFSF doch auch der größte Nutznießer der offenen Grenzen und der gemeinsamen Währung.

    Daher sollten wir Deutschen mal etwas kleinere Brötchen backen was eine Führungsrolle in Europa angeht. Das letzte mal als die Deutschen eine solche für sich beansprucht haben ist es auch nicht gut gegangen.