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Sparkurs nach der Wahl: Griechenlands Leiden wird verlängert
Getty ImagesDie griechischen Bürger haben bei der Wahl indirekt für den Verbleib ihres Landes in der Euro-Zone gestimmt. Nun wollen die konservativen Sieger den Sparkurs lockern. Deutsche Politiker und Ökonomen äußern sich ähnlich. Das würde dem Land zwar helfen - aber nur für kurze Zeit.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...839515,00.html
- #150 19.06.2012 07:21 von
Immer noch nicht gluecklich?
Nachdem in Griechenland unglaublicher Druck auf die Bevoelkerung ausgeuebt wurde, um die Wahlergebnisse (mit Erfolg) zu beeinflussen (siehe Artikel in financial times de auf griechisch), ist man wieder nicht zufrieden mit dem Wahlergebnis? Ich glaube, es kuemmert sowieso niemanden wie es den Menschen in Griechenland geht. Ich koennte ein paar Beispiele bringen, wen es interessiert, da ich seit knapp 20 Jahren hier lebe. Wer in Deutschland kann sich zum Beispiel folgende Situation vorstellen: meine Freundin geschieden mit 3 minderjaehrigen Kindern bekommt keinen Unterhalt von Ihrem Exmann (der natuerlich arbeitslos ist, wie ueber 30% der Bevoelkerung) und ihr Gehalt als Putzfrau in einem Hotel wurde auf 570 Euro im Monat gekuerzt. Und das ist nur Sommerarbeit versteht sich. Davon muss sie schon 200 Euro im Monat fuer Logotherapie fuer ihren schwerhoerigen Sohn bezahlen, dass wird von der Krankenkasse nicht mehr abgedeckt. Jegliche Medikamente sind im Moment zu bezahlen und zusaetzlich werden die Steuern erhoeht. Die Raten fuer das Haus kann sie sowieso nicht mehr bezahlen und wer hilft, wenn die Bank das Haus beschlagnahmt? Geld fuer Miete ist dann sowieso nicht mehr uebrig...,. das nur als ein kleines Beispiel, wie effektiv die Sparpolitik in Griechenland ist. Wer soll denn bitte jetzt noch Steuern zahlen koennen? Und zusaetzlich werden Griechen auch noch als allesamt korrupt und faul dargestellt, was diesem stolzen und freundlichen Volk wirklich nicht gerecht wird.
- #151 19.06.2012 09:22 von
Es sind sogar noch krassere Fälle bekannt geworden
Schlimm der Fall, aber ich kann Ihnen versichern, daß in Deutschland durchaus noch krassere Fälle bekannt geworden sind, welche offenbar darauf zurückzuführen sind, daß die soziale Sicherung in Griechenland mangelhaft ist.
Und ich gehe mal davon aus, daß sich für viele Griechen die Situation leider noch verschlimmern wird. Nehmen Sie das Beispiel Ihrer Freundin, die in einem Hotel putzt. Die Buchungszahlen gehen offenbar drastisch zurück, worüber sich die Griechen nicht wundern sollten nach den Bildern aus Griechenland.
Geholfen wird finanziell natürlich weiter durch die europäischen Staaten. Und durch die nächsten Zahlungen wird auch mehr Geld bei den Menschen ankommen. Klar, die bisherigen Zahlungen flossen ganz überwiegend an die Banken, wobei die Kredite der Banken vormals an Griechenland flossen und wohl überwiegend nicht investiert, sondern konsumiert wurden.
Irgendwann sollte allerdings zumindest in der Höhe der Hilfszahlungen ein Ende in Sicht sein. Die von Ihnen als so stolz beschriebenen Griechen wollen doch sicher nicht auf ewig auf europäische Hilfe angewiesen sein.
Und immer noch wird von relativ krassen Beispielen in Deutschland berichtet. So hat sich ein deutsches Großunternehmen von dem Kauf eines staatlichen Versorgers zurückgezogen. Grund: die Gehälter der Angestellten entsprachen dem Gehalt deutscher Abteilungsleiter. Mit den griechischen Gewerkschaften war keine Verhandlungsmöglichkeit gegeben. Ein dazu befragter griechischer Journalist konnte nur bestätigen, daß die Macht der Gewerkschaften gerade in Staatsbetrieben sehr groß sei und von daher auch die Bezüge in staatlichen Unternehmen ausgesprochen hoch seien.
Ergebnis für mich: weitere Hilfen ja, Europa kann aber die innergriechischen Verhältnisse nicht richten, dies müssen schon die stolzen Griechen selbst machen. Ob es mit den jetzt wiedergewählten korrupten Parteien gelingen kann, vermag ich nicht beurteilen. - #152 19.06.2012 09:57 von
Wer hat die "Politiker, die den Euro als europäische Währung haben wollen" in diese Position gewählt?
Schön das Sie erkannt haben, dass die Staatschefs und Finanzminister der Mitgliedsländer verantwortlich sind und nicht uminöse "EU- Politiker".
Ratschläge von Obama oder Cameron sind mehr als fragwürdig da beide um die jeweilige Macht des Dollars als Weltwährung bangen, da dieser Rang dem Dollar der Euro ablief in den vergangenen Jahren. es wurde ja immer lauter darüber diskutiert ob eine Abwicklung des Ölhandels in Euro nicht besser wäre. Diesen Überlegungen kam ja dann "überraschend" die "Euro-Krise" und das fleißige abstufen durch amerikanische Erfüllungsagenturen. Wechselkurs des Euros zum Dollar ist ja auch heute noch fast 1:1 (1 Euro=1,26$) - #153 19.06.2012 10:02 von
Deswegen soll der griechische Staat sich erstmal großen Ausverkauf für Privatunternehmer machen, natürlich für einen obligatorischen Euro wie damals bei der Wende als lukrative DDR Unternehmen von der Treuhand "für ne Mark" verscherbelt wurden oder wie es viele Kommunen gemacht haben ihre eigenen Unternehmen (Stadtwerke uä.) für eine einmalige Zahlung verkauft haben und jetzt auf den Kosten sitzen bzw. die Bürger über steigende Kosten sich beschweren.
- #154 19.06.2012 10:06 von
optional
Griechenlan und seine Bürger müssen nicht sparen, schon garnicht weil es andere EU Länder so wollen!
Griechenland muss lediglich mit seinen Einnahmen lernen zu leben denn Kredit bekommt nirgends auf der Welt ein Schuldner der Zahlungsunfähig ist - #155 19.06.2012 10:10 von
Ja, liebe(r) allenfalls Sie sollten auch beachten, dass es viele gab, die dieses Ergebnis herbeisehnten. In der allüberalleswachende Topdemokratie USA gibt es einen Ex-Politiker (Heute Lobbyist) der diesen Satz geprägt hat:
Henry Kissinger hat über Chile geäussert, als Rechtfertigung für den Sturz durch die CIA des demokratisch gewählten Präsidenten Allende:
"Das Thema ist viel zu wichtig, um den chilenischen Wählern selber die Entscheidung zu überlassen."
Ohne Verschwörungstheoretiker zu sein, wirft es die Frage auf,"Gibt es überhaupt noch freie Wahlen?" - #156 19.06.2012 11:26 von
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