Spannung im Kosovo: Bundeswehr schickt Eingreiftruppe auf den Balkan

REUTERSZwei Wochen vor den Wahlen in Serbien droht neue Gewalt, die Nato fürchtet eine Eskalation im Nordkosovo. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE forderte sie deshalb bei der Bundeswehr die Entsendung einer schnellen Eingreiftruppe an. Berlin hat der Bitte zugestimmt.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...828874,00.html
  1. #60

    Zitat von WhereIsMyMoney Beitrag anzeigen
    Die EU hat noch immer nicht begriffen wie man mit den Serben umgehen muss.
    Die USA hat es mit Deutschland nach dem 2.WK schon ganz richtig gemacht.
    Oh, da übersehen Sie etwas, nämlich dass die EU oder Nato dafür erst einen totalen Krieg gegen Serbien gewinnen müsste. Und wenn Sie meinen, dass der Krieg 1999 so ein Sieg gewesen sei, dann beschäftigen Sie sich nochmal mit dem Abkommen von Kumanovo (Basis für die Stationierung der Nato im Kosovo, vornehmelich zum Schutz der serbischen Zivilbevölkerung, bei glerichzeitiger Statusneutralität) und der Resolution 1244.
    Natürlich hat die Nato nicht deshalb nicht gewonnen, weil sie militärisch dazu nicht in der Lage gewesen wäre, sondern weil sie es politisch nicht war, tausende Tote bei einer Bodenoffensive zu verkraften und einen Krieg mit Rußland zu riskieren (auch erinnern wir uns an General Jackson und Clark).
  2. #61

    Ich arbeite und lebe seit paar Jahren auf dem Balkan. Das Thema NATO hatten wir hier schon mal. Der einzige der damals die Wahrheit sagte, Joschka Fischer, wäre wegen seiner richtigen Wortmeldung fast von der Partei ausgeschlossen worden. Im Nachhinein hatte er Recht - er sprach von "Kriegseinsatz" der NATO. Soll es wieder soweit kommen? Lassen wir doch die Probleme die Bürger selbst lösen und entscheiden. Wir möchten ja auch nicht, dass sich Serbien etwa in unsere Migrantenpolitik einmischt, oder?
  3. #62

    Es...

    Zitat von glücklicher südtiroler Beitrag anzeigen
    Die Situation auf dem Balkan ist verfahrener denn je...
    Serbien sollte klar sein, daß praktisch fast zwei Millionen Albaner in Serbien(gegen 8 Millionen) praktisch nicht integrierbar sind. Andersherum kann man von den Serben im Nordkosovo nicht das vorenthalten, was man den Albanern freundlicherweise zugestanden hat. Nun haben wir den Salat. Es ist nun über 12 Jahre her seit von Seiten der Nato gegen Serbien Krieg geführt wurde. Erreicht hat man bisher 'nur' daß man neben BiH und Mazedonien einen weiteren 'Zwergstaat' geschaffen hat, der nur am Tropf der EU hängt. Mehr noch, der 'Staat Kosovo' wird von verschiedenen Großmächten(UN-Vetomächte) nicht als solcher anerkannt und sogar EU(und €)Mitglieder hintertreiben offen oder versteckt jede 'dauerhafte' Staatlichkeit des Kosovo. Die Nachbarstaaten BiH und Mazedonien sind ebenfalls keine Leuchten des Fortschritts und der Stabilität. In BiH blockieren sich die drei Ethnien gegenseitig; Gemeinsamkeiten gibt es fast Keine und jede Ethnie wartet nur auf die Chance im nächsten Konflikt die eigenen Ziele zu erreichen. Das ist meine pessimistische Einschätzung; letztendlich verhindern nur Nato&EU daß es keinen erneuten Konflikt gibt. Die Basis für ein 'Zusammenleben Wollen'(was einen Staat ausmacht) ist meiner Ansicht nur sehr unterentwickelt. In Mazedonien genügt ein Mord um den Staat erneut am Rand von ethnischen Konflikten zu führen. Meiner Ansicht wäre es auf dem Balkan am klügsten gewesen die Grenzen nach den heutigen ethnischen Gesichtspunkten zu ziehen. Dh. den Nordkosovo zu Serbien. Was die dauerhafte Stabilität von BiH und Mazedonien anbelangt bleibe ich pessimistisch. Für Mazedonien ist die Lage etwas besser, für BiH sage ich am besten nix. ;(
    Die Bundeswehr(und die Nato generell) ergreift wie 1999 Partei für eine Seite ohne das Problem dauerhaft zu lösen. Sind die Kosovoalbaner intelligent lassen sie den Nordkosovo ziehen; oder bieten ihm einen sehr autonomen Status(als eigene ethnische Region)an.
    Was in dieser Region generell fehlt ist das Verständnis, daß es Fortschritt nur auf Basis von Frieden und Verträgen sowie klar geregelten Verhältnissen geben kann. Das sage ich als Südtiroler; in meiner Provinz leben auch drei Ethnien; und das ehr eng verzahnt. Daß eine Ethnie die anderen zwingt die Koffer zu packen das wäre bei uns unvorstellbar...; zum Glück.

    Schian Gruaß...
    Es ist noch gar nicht so lange her, da sah es in Südtirol auch noch anders aus.
    Zu Jugoslawien fällt mir nur ein, dass unser "Aussenminster mit den Scheckheft" als erster geschrieen hat "Anerkennung". Man hätte nach Titos Tot so einen Druck auf Jugoslawien ausüben müssen, dass dieses Land nicht zerfällt und man sich auf friedlichen Weg einig wird. Es wurden aber lieber die einzelnen Ethnien gegeneinander ausgespielt.
  4. #63

    Auf den Punkt getroffen.

    Zitat von Atheist_Crusader Beitrag anzeigen
    Auf dem Balkan bekommen wir sehr deutlich die mächtigste Waffe der Drittweltländer vor Augen geführt: Babys. Noch in den 60ern war der Kosovo serbisches Kernland, bis die Albaner begannen, Kinder am Fließband zu produzieren. Ein paar Generationen später waren sie die Mehrheit und die Serben plötzlich die illegale Minderheitsdiktatur im eigenen Land.
    Das ist kein Zufall. Das ist Demographie als Waffe. Marokko hat sich so die spanische Westsahara geholt. Israel kämpft bereits seit Jahrzehnten dagegen an. Und ich denke, in Zukunft werden wir noch mehr davon sehen. Denn wenn die ärmsten Nationen der Welt eines im Überfluss haben, dann sind es Bürger.
    Da kann ich Ihnen nur 100% zustimmen. Hinzu kommt noch, dass Tito schon in den 60-er Jahren die Aussiedlung der Serben aus dem Kosovo gefördert hat, den Albanern mehr Rechte gegeben hat und dadurch die Serben zur Minderheit im eigenen Land gemacht hat. Eine ausgeklügelte Verschiebung der Demographischen Verhältnisse.
  5. #64

    1. Was mich oft am Artikel über dem Kosovo bzw. Nordkosovo stört, ist die Tatsache das es immer und immer wieder geschrieben wird das dort mehrheitlich Serben leben. Tatsächlich leben zur Zeit mehr Serben dort als Albaner, ich finde aber mann sollte auch mal schreiben das es eben nicht immer so war und teilweise auch der Grund der Unruhen dort sind. Vor dem Kosovokrieg gabs dort mehrheitlich albanische Bewohner. Nach der Aufteilung der Stadt 1999, wurden die meisten Albaner vertrieben und manche waren auch gezwungen ihre Häuser zu räumen und im Südteil zu fliehen, weil sie dort einfach nicht mehr sicher waren von den Serben. Nach und nach haben sich immer mehr Serben dort angesiedelt, die vor dem Krieg nicht dort gelebt haben. Tausende Häuser und Wohnungen stehen dort leer und diese Familien müssen im Südteil Miete zahlen... sie können nicht in ihren Häusern zurück gehen. Vor ca. eine Woche ist ein albanischer Familienvater bei einem Sprengstoffanschlag ,in seiner Wohnung,im Nordteil der kosovarischen Stadt Mitrovica ums Leben gekommen und zwei seiner Kinder schwer verletzt. Sowas wird aber hier nie berichtet!!!

    2. Den Einsatz in Afghanistan gleich zu setzen mit dem im Kosovo ist nicht richtig. Mir fällt immer wieder auf wie wenig aufgeklärt die Menschen in den westlichen Ländern über die Lage dort sind. Woran das liegt weis ich auch nicht.
    Im Kosovo fand eine regelrechte etnische Säuberung statt und das seit Jahrzenten. In den 40- und 50-er Jahren wurden hunderttausende Albaner zwangsemigriert, hauptsächlich in die Türkei. Dort leben heutzutage über 5 Millionen Albaner. 1989 wurde der Autonomiestatus des Kosovo von Slobodan Milosevic aufgehoben. Es gab seit 1989 durch den Boykott vielerorts kein albanischsprachiges Schulwesen mehr, Albaner wurden oftmals willkürlich enteignet, ihre Vereine und politischen Parteien waren verboten sofern sie der politischen Linie der Regierung Milošević nicht entsprachen. Und die meisten im Staatsdienst beschäftigten Albaner wurden aufgrund ihrer Volkszugehörigkeit entlassen. Von einem Tag auf den anderen waren hunderttausende arbeitslos. Viele von Ihnen sind in den Westen geflüchtet. Es gibt ein Grund warum in die Diaspora fast 10 Millionen Albaner leben, während es im Kosovo ca. 2 Millionen leben.....
  6. #65

    Ich wette, Sie...

    Zitat von achazvonthymian Beitrag anzeigen
    Große Kampfkraft wird man nicht verlangen, sonst würde man diese lendenlahme Truppe nicht anfordern.

    Vielleicht wird man Brunnen bauen und Mädchenschulen errichten wie in Afghanistan.

    Den Bundeswehrsoldaten zwickt der Bauch, die Läuse beißen in ihren Filzanzügen, die Gewehre sind verrostet und ansonsten können die meisten gerade noch Schreiben und Lesen.

    Allerdings sind mir diese harmlosen Bundeswehrsoldaten lieber als die Wehrmacht, die in den 40er Jahren Gräueltaten in Jugoslawien anrichtete.
    ...haben weder gedient noch jemals die BW sonstwie von "innen" gesehen. Andernfalls würden Sie nicht so deplaziert über die BW herziehen. Die Bemerkung betreffend Wehrmacht ist freilich zutreffend.
  7. #66

    Dreigestirn

    Zitat von Baikal Beitrag anzeigen
    .. sollten die ihren Kram auch allein regeln und zwar ohne Unterstützung der europäischen und amerikanischen Polit-Militär-Mafia.
    Ich sehe es ähnlich.
    Verbrüderung unter Mafiosi.

    Lediglich die europäische Polit-Militär-Mafia
    beruft sich auf humanistische Beweggründe,
    um den eigenen Einsatz zu "verschönern".

    Und dann gibt es die dritte Mafiosi-Compania,
    die der kosovarischen Regierung,
    die u.a. Organhandel unter dem Schutz der erstgenannanten betreiben darf.

    Jenseits ideologischer Scheuklappen:

    Das Dreigestirn hat es bis heute nicht geschafft,
    dass die Menschen in dieser Gegend des Balkans
    friedlich miteinander leben können
    - Tito lässt grüßen!
  8. #67

    Endlich mal die Wahrheit.

    Zitat von antond. Beitrag anzeigen
    Also, jetzt muss ich mal einschreiten. Das was hier als Meldung verzapft wird, verzerrt die ganze Situation. Ich bin selber seit 2 Jahren im Kosovo stationiert. Fakt ist, daß die kosovarische Regierung Gewalt angedroht hat im Falle das Wahlen abgehalten werden. Wir können hier die Konzetration von albanischen Spezialeinheiten (ROSA)feststellen, die auf die serbischen Zivilisten losgelassen werden sollen, falls diese lediglich Wahlen abhalten. Wir sind angehalten die Albaner daran zu hindern, nicht die Serben!! Die Situation eskaliert in der Tat, ständig werden Übergriffe auf die serbische Minderheit berichtet. Der Druck auf die Minderheiten im Kosovo ist enorm und zur Zeit ist unser Auftrag, Pogrome wie 2004 zu verhindern. Warum der Spiegel nichts darüber schreibt, ist für mich unbegreiflich. Auch in Mazedonien zündeln die Albaner um ein "natürliches" Albanien zu schaffen, was nichts anderes ist als Großalbanien. Es gibt hier auch nach 12 Jahren nicht den Ansatz von Rechtschaffenheit und Demokratie. Vertane Liebsmühe und ich befürchte wir stehen auf der falschen Seite.
    Danke Ihnen für diesen Beitrag. Wir Deutschen haben das Recht die Wahrheit über das Kosovo zu erfahren. Jeder der ein bisschen Grips hat, weiss dass gegen die Serben eine grosse Propaganda geführt wird.
    Die Unterstützung der Kosovo-Albaner wird uns Deutsche noch Unheil bringen.
  9. #68

    Zitat von hokie Beitrag anzeigen
    Ich bin mir sicher, es liessen sich bestimmte deutsche Wahlkreise finden in welchen die Mehrheit sich NICHT zum deutschen Staat und dessen Integritaet bekennen!

    Treten Sie auch ebenso entschieden fuer deren Rechte ein, wenn es IHR Land betreffen koennte; oder doch nur dann wenn mit anderer Voelker/Menschen Siedlungsgebiete 'Risiko' gespielt werden kann ?
    Was wollen Sie nun? Der glückliche Südtiroler hat es treffend analysiert und aufgeizeigt, was das besondere Problem auf dem Balkan ist. Die Ethnien hassen sich teilweise so sehr, dass über Jahrzehnte und länger ein Zusammenleben ausgeschlossen ist.
    Das dürfte doch hoffentlich in Berlin, worauf doch u.a. Ihr Beitrag anspielt, hoffentlich noch anders sein.
    Und ich glaube, dass der Vergleich von Ausländern in Deutschland (bin übrigens selbst einer) und Menschen die seit Jahrhunderten in bestimmten Gebieten leben (womit ich sowohl Serben als auch Albaner meine) mehr als hinkt.
  10. #69

    In dem Artikel wurde vergessen zu schreiben ....

    ... dass auch dort die deutsche Demokratie verteidigt wird, so wie z.B. in Vietnam die Amerikanische.