Forum


 

Spanisches Kommunistendorf: Leben im roten Utopia

Angelika StuckeGanz Spanien leidet unter der Wirtschaftskrise. Ganz Spanien? Im andalusischen Dörfchen Marinaleda regiert Juan Manuel Sánchez Gordillo, seine Bürger haben Arbeit, Häuser, grüne Gärten. Wie schafft der Kommunist das nur?

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...830033,00.html
  1. #60

    Zitat von f.dosto Beitrag anzeigen
    Was für ein Idyll! Kommunistien-Utopia; gebaut auf fremden Eigentum, subventioniert vom verhassten kapitalistischem System, die Ernte mit maximalem Ertrag verhökert auf dem freien Markt....

    Guter Einwand.
    Wenn der Kommunismus ohne Geldmittel auskommen muss (?), können sie es ja als Tauschware betrachten. (?)
    Und eigentlich fallen Subventionen ja auch unter Planwirtschaft.
    Nicht, dass wir jetzt dabei auch noch durcheinanderkommen müssen.

    Aber sie haben Recht, der Kommunismus an sich, würde nur ganz oder gar nicht funktionieren.
    Alles andere wären Planspiele, wo die Probleme abzusehen wären.

    Das vermeintliche kommunistische Regime in China zb. haben die grössten Geldreserven, wie kein anderes Land.
    und erst kürzlich habe ich gelesen, dass in China ca. 120 Milliarden Dollar oder Euro an Bestechungsgeldern geflossen seien.
    Trotzdem sehen manche Dörfer noch aus, wie weit vorm Krieg, währenddessen eine ganze Trabantenstadt aus Spekulationsgründen leer steht.
    aber hauptsache gut gemeint, darin sind sich alle Nutzniesser einig und gleich.
  2. #61

    Das ganze Arbeiterparadies wird offenbar von der EU finanziert. Die Armen bekommen subventionierte Arbeit und die Reichen streichen quasi die Subvention gleich direkt ein, ohne die Ernte durch "teure" Arbeiter überhaupt einzufahren.
    Der ganz normale Wahnsinn der EU-Agrar-Subventionierung wird hier als gelungenes kommunistisches Projekt dargestellt. Es hat aber tatsächlich nur den Vorteil, dass mit dem EU-Geld die dortige Bevölkerung unterstützt wird, auch wenn paralell Millionen Euro den Großgrundbesitzer geschenkt werden. Unter diesem EU-Schirm können dann Kommunisten und Kapitalisten gut nebeneinander leben. Wie schön, dass alles die EU bezahlt.
  3. #62
  4. #63

    Nun...

    ...schlagen also die Kampfterrier aufeinander ein, weil es tatsächlich ein relativ gut funktionierendes Mikrokommunistisches System in einer spanischen Kleinstadt gibt.
    Solche kleinen Systeme gibt es übrigens auch in Deutschland, allerdings sind die Einheiten eher noch kleiner. Auf Dorfebene funktioniert das relativ gut. Auch die Bildung in vielen dieser Kleinstrukturen liegt meist über dem Durchschnitt der Bevölkerung.
    Vor allem im Osten Deutschlands ist es nicht ganz so schwierig, einfach ein verlassenes Dorf oder auch nur ein größeres Betriebsgelände zu kaufen und darauf neue Ideen zu entwickeln. Ich empfehle mal hier den Film "Neuland" von Holger Lauinger (neuland | neuland-denken).

    Problematisch ist einerseits natürlich die Frage, inwiefern die Lebensgestaltung des Einzelnen dann in das Dorf oder die Kommune passt und ob Kompromisse möglich sind. Das hängt von den Protagonisten ab, gerade aber, wenn das Land nur einen geringen Marktwert hat, ist es auch wieder einfacher, hier eine gewisse Fluktuation herbei zu führen.
    Wenn Energieversorgung zunehmend lokalisiert wird und Dörfer und Kommunen autark werden können, dann wird sich dieser Trend sicherlich vorerst fortsetzen. Aber auch und gerade diese Dörfer haben das Problem, dass es eben den meisten Menschen zwischen 14 und so ca. 60 Jahren zu wenig ist, nur auf einem Fleck zu bleiben und wenig von der Welt zu sehen. Gleichzeitig stellt sich das Problem im Alter, wenn selbst eine relativ großzügige Rente nicht mehr ausreichen könnte, weil die gesamten Pflegedienste der Frage von Angebot und Nachfrage unterworfen sind und vor allem ein "menschenwürdiges Altwerden" sehr schlecht kardinal zu definieren ist.

    So stehen solche Modelle im Spannungsfeld, genügend Innovation zuzulassen, gleichzieitg zu bewahren, genügend Freiheit zu bieten und trotzdem den Zusammenhalt zu fördern.

    Das sind keine Selbstläufer aber mit Sicherheit gesunde Alternativen, die man vielleicht gerade den Hyperaggressiven in diesem Forum nahebringen sollte, sich das einfach mal ein paar Tage lang anzuschauen.
  5. #64

    Subventionen

    von der EU oder anderer Stelle bekommt jeder Landwirt, sofern er sie beantragt. Somit sind die Kritiken ungerecht, wenn sie den "kapitalistisch" agierenden Landwirten Steuermittel zugestehen, den "kommunistisch" wirtschaftenden aber nicht. Ich gehe mal davon aus, das die Bewohner von Marinaleda Steuern bezahlen - dann kann man ihnen die teilweise Ausschüttung als Subvention auch nicht vorenthalten.
  6. #65

    lol

    Zitat von heiko_2012 Beitrag anzeigen
    Komisch ist nur, das der Sozialismus weltweit überall gescheitert ist. Hauptursache war, das die Kommunisten das Anreizsystem zerstörten, indem sie alles verstaatlichten. Der Unternehmer hat zu seiner eignen Firma ja einen sehr viel intensiveren Bezug als wenn eine Firma auf dem Papier allen gehört - konkret aber auch keinem.
    Wo ist Bitte Sozialismus gescheitert? Bitte keine Kommunismus-Beispiele.
    Das Anreizsystem? Hallo, haben Zeitarbeiter in Deutschland (von denen es immer mehr gibt) einen Anreiz? Haben normale Arbeitnehmer die seit 3 Jahres das gleiche Gehalt haben und als Alternative zur Zeitarbeit gehen können (was Anderes findet man heute kaum) einen Anreiz? Und warum ist der Anreiz wichtig? Es gibt Menschen für sie Arbeit nur Arbeit ist und nicht mehr, sie wollen ihr Leben nicht dafür verschwenden.
    Ein Unternhmer hat einen intensiven Bezug zu seiner Firma? Da muss ich lachen. Die kleinen Familienunternehmen vielleicht. Die meisten (Groß)-Firmen sind nur Melkkühe für Aktionäre, es gibt dort keinen Bezug.
  7. #66

    Die EU subventioniert auch in Deutschland jeden Grundbesitzer ab einer gewissen Grundstücksgrösse.
    Egal, ob Wiese oder WAld, egal überhaupt, ob da etwas angebaut wird. Deutsche Grundbesitzer, in erster Linie Landwirte, kassieren jährlich Milliarden Euro!

    Vor einigen Jahren wurde die Liste der Zahlungen kurzzeitig veröffentlicht. Aber "man" sorgte dafür, dass das sehr schnell nicht mehr möglich war.

    Ich sage: Die EU ist eine korrupte Mafia der Reichen.
  8. #67

    .....

    Zitat von shatreng Beitrag anzeigen
    Hört sich nach einem interessanten Projekt an. Die dort lebenden Menschen scheinen damit ja zufrieden zu sein.
    Ja klar, wenn ich auch eine Bank fände, die mir mein Haus, bzw. das Baumaterial auf 70(!) Jahre mit 15 Euro im Monat finanziert, wäre ich auch total zufrieden!
    Das ist doch wirklich mal nen schicker und vor allen Dingen einträglicher Kommunismus!
  9. #68

    Die Konservativen wittern Gefahr

    Zitat von peeka Beitrag anzeigen
    Das sind keine Selbstläufer aber mit Sicherheit gesunde Alternativen, die man vielleicht gerade den Hyperaggressiven in diesem Forum nahebringen sollte, sich das einfach mal ein paar Tage lang anzuschauen.
    Der Titel des Artikels lautet: "Leben im roten Utopia" – Utopien können keine Selbstläufer sein, und besonders wenn es kleine sind, stehen viele Argumente zur Verfügung, sie pauschal in Grund und Boden zu verdammen. Das tun die Konservativen so vehement, weil sie eine Gefahr in der Idee wittern, die solche Mini-Alternativen tragen, nämlich die Idee, zum menschlichen Maß zurückzukehren und sich nicht länger vom Kapitalismus-Irrsinn verrückt machen zu lassen. Wenn sich solche Ideen ausbreiten sollten, dann hätte die Politk ein massives Problem.

    Natürlich kann man eine moderne Gesellschaft nicht so gestalten wie es dem andalusischen Bürgermeister mit dem Pali-Feudel vorschwebt, aber darum geht es auch nicht – es geht darum, dass sich immer mehr nachdenkliche Menschen von den krankhaften Auswüchsen des Kapitalismus innerlich distanzieren, weil sie merken, dass er ihr Leben schwer beschädigt. Diese Menschen sind weder Antikapitalisten, weder Sozialisten noch Kommunisten – es sind nachdenkliche, eher bescheidene Leute, die einfach die Schnauze voll haben vom Immer-Mehr, Immer-Perfekter, Immer-Schneller. Es ist ein Gefühl unter die Räder zu geraten, keine dezidierte Ablehnung des Systems. Wenn man sich gegenseitig politische Extrempositionen um die Ohren haut, kann man diesen Anliegen nicht gerecht werden.
  10. #69

    ein Leben ohne Neid und Missgunst ist möglich

    Zitat von Spekulant Beitrag anzeigen
    Wie machen die das nur? Na ja, mit Diebstahl von Eigentum.

    Aber da dies jetzt nun einmal so gelaufen ist, ist das doch der ideale Ort, an dem alle Linken Ihren Traum realisieren können. Einfach ins sonnige Spanien, erstmal auf Urlaub in den Kommunismus ziehen - und am besten, gleich dort bleiben. Man stelle sich vor, die ganze Partei DIE LINKE kann auf einen Schlag und ohne größeren Widerstand alles das realisieren, was sie schon immer wollten. Gut für uns - gut für die,

    = WIN-WIN
    Der Artikel über das Dorf in Andalusien ist höchst interessant und müsste bei gebildeten Menschen zum Nachdenken anregen. Alle Menschen sind gleich, jeder nach seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen. Wenn das bald mal in den Köpfen der Menschen drin ist, ist es um vieles ruhiger in der Welt. Man braucht nicht tausende von bedruckten Papier, was sich "Geld" nennt, um glücklich zu sein. Es kommt die Zeit, wo die noch vorhandenen egoistischen Raffgeier in unserer Gesellschaft betteln, in einer humanen Gesellschaft aufgenommen zu werden.


TOP



TOP