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Spanisches Kommunistendorf: Leben im roten Utopia

Angelika StuckeGanz Spanien leidet unter der Wirtschaftskrise. Ganz Spanien? Im andalusischen Dörfchen Marinaleda regiert Juan Manuel Sánchez Gordillo, seine Bürger haben Arbeit, Häuser, grüne Gärten. Wie schafft der Kommunist das nur?

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...830033,00.html
  1. #150

    Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    Die sind doch gar nicht isoliert. Das Land haben sie letztlich von der Regierung geschenkt bekommen und der laufende Betrieb wird von der EU subventioniert.

    Es bestätigt letztlich nur die alte Erfahrung, dass der Kommunismus funktioniert, solange man genügend Kapitalisten hat die ihn finanzieren.
    Ach, seien Sie mal nicht so, inwiefern unterscheidet sich das den von der normalen spanischen Landwirtschaft? Dort hat man das Land vom Papa geschenkt bekommen und der laufende Betrieb wird von der EU subventioniert. Wobei bei den "Kommunisten" überhaupt noch ein Betrieb vorhanden ist, vielerorts beschränkt man sich in Spanien nur noch darauf, die Subventionen abzukassieren weil sich alles andere angeblich nicht mehr lohnt.

    Deshalb scheinen die "Kommunisten" ironischerweise etwas erfolgreicher zu wirtschaften als der Durchschnitt - oder zumindest fleissiger. Wobei man da auch wieder sagen könnte: Dümmer, da das System nicht begriffen und sinnlos am rackern..
  2. #151

    Zitat von Celegorm Beitrag anzeigen
    Ach, seien Sie mal nicht so, inwiefern unterscheidet sich das den von der normalen spanischen Landwirtschaft? Dort hat man das Land vom Papa geschenkt bekommen und der laufende Betrieb wird von der EU subventioniert. Wobei bei den "Kommunisten" überhaupt noch ein Betrieb vorhanden ist, vielerorts beschränkt man sich in Spanien nur noch darauf, die Subventionen abzukassieren weil sich alles andere angeblich nicht mehr lohnt.

    Deshalb scheinen die "Kommunisten" ironischerweise etwas erfolgreicher zu wirtschaften als der Durchschnitt - oder zumindest fleissiger. Wobei man da auch wieder sagen könnte: Dümmer, da das System nicht begriffen und sinnlos am rackern..
    Na ja, 1250 Hektar Ackerland ist schon ein sehr wertvolles Geschenk.

    Aber eigentlich erinnert mich die Beschreibung mehr an einen israelischen Kibbuz, als an eine LPG.
  3. #152

    Don Camillo und Peppone

    "Ich bin ja nun wahrlich kein Kommunist...
    Zitat von peeka Beitrag anzeigen
    ...als Selbstständiger, aber ich finde es schon sehr lustig, dass diejenigen, die doch von allem "Linken" genervt sind, so einen Artikel nicht nur unbedingt lesen, sondern auch kommentieren müssen. Und es ist noch lustiger, dass man von einer knapp 3000 Seelen umfassenden spanischen Kleinstadt auf jeden Fall zu Vietnam, Kambodscha, Laos, Stalin und die DDR kommen muss.
    Gehen diese Menschen eigentlich zu einem Fußballspiel in ihrem Dorf und erzählen dann dem Veranstalter, dass er doch eigentlich für die Tragödie im Brüsseler Heyselstadion verantwortlich ist?

    Mal schauen, wer noch so seine Spatzenkanonen in Stellung bringen muss...
    Ist es nicht viel mehr erstaunlich, dass "wir" überhaupt davon erfahren, dass der Artikel zwar auch mit Kritik angereichert ist (es gibt doch glatt zwei Oppositionspolitiker, und die sind auch noch sozialitisch), aber das Verhältnis Information zu Kritik steht hier vielleicht mal in einem umgekehrten Ausmaß, als man es uns sonst regelmäßig bei "solchen" Themen verpasst.
    Vielleicht hat es etwas von Don Camillo und Peppone, und man läßt es deshalb "durchgehen". Aber das ist doch für viele schon zu viel. Man soll doch die Leute gar nicht erst auf dumme Gedanken kommen lassen. Etwa, dass etwas vielleicht doch funktionieren könnte, bei dem uns geburtsmäßig eingeimpft wird, dass es "niemals" funktionieren kann. Und was man deshalb auch niemals probieren darf - außer vielleicht aus Versehen in Andalusien.
  4. #153

    Gruselig

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ganz Spanien leidet unter der Wirtschaftskrise. Ganz Spanien? Im andalusischen Dörfchen Marinaleda regiert Juan Manuel Sánchez Gordillo, seine Bürger haben Arbeit, Häuser, grüne Gärten. Wie schafft der Kommunist das nur?

    Andalusien: Wie Kommunist Sánchez Gordillo das Dorf Marinaleda führt - SPIEGEL ONLINE

    Wenn das Utopia sein soll....Eine Kommune deren Mitglieder zum Grossteil als Tagelöhner von der Hand in den Mund leben müssen und am Tropf der EU bzw des spanischen Sozialstaats hängen.

    Ich weiss nicht, so stell ich mir das Arbeiterparadies nicht vor.

    Obwohl wenn es dort keine Reichen gibt ist auch niemand arm.

    Harte Feldarbeit und seine Hütte selbst zusammenbasteln, eher der Albtraum für die meisten hier in D.
  5. #154

    Leben im roten Utopia

    Ist ja schön daß es mal jemand auffällt daß man glücklich leben kann ohne vom Kapitalismus erdrückt zu werden UND ohne dabei seine Freiheit zu verlieren. Mag sein, daß man dort keinen Superreichtum kennt, aber dafür gibt es auch nicht diese niedere soziale Gesellschaftsform in der es nur um niederste Instinkte geht, wie im Kapitalismus. Man ist nicht reich aber es geht allen gut. Wenn man jetzt noch darauf achtet daß es kein totalitäres Regime mit Überwachung wie z.B. in der DDR oder jüngst seit Vorratsdatenspeicherung und Co. auch in der BRD wird, sondern Freiheit (auch Meinungsfreiheit), bin ich dafür daß dieses System Schule macht. Natürlich muckt da keiner auf, warum auch. Wenn es einem gut geht, ist man doch glücklich und kann sich auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens konzentrieren. Wozu sollte man da querschießen?
  6. #155

    Die Brillen der Wahrnehmung

    Zitat von zabbel Beitrag anzeigen
    Wenn das Utopia sein soll....Eine Kommune deren Mitglieder zum Grossteil als Tagelöhner von der Hand in den Mund leben müssen und am Tropf der EU bzw des spanischen Sozialstaats hängen...
    Ist das nun oberflächlich falsch oder GEWOLLT falsch, Ihre "Zusammenfassung"? Was sie "beschreiben", ist die Realität dieser Menschen VOR(!!!) dieser "Utopie"! DAMALS waren sie "Tagelöhner", heute sind sie "Landarbeiter". Und für 15 € (in Worten: fünfzehn(!)€) monatlich(!) in einem schmucken Häuschen leben können, das einem überdies einmal gehört, das ist ja für die meisten von uns "peanuts" - oder???
    Man kann sich´s auch selbst angucken, sogar durch die bundesrepublikanische Brille, wie "schrecklich" es dort ist! Wie "gut" geht es doch dem restlichen Spanien in unserem tollen Europa dagegen!?
    Das Erste Mediathek [ARD] - Die MoMa-Reporter: Wie Marinaleda der Krise trotzt - Video zur Sendung Morgenmagazin - Donnerstag, 26.04.2012
  7. #156

    Artikel

    Zitat von davincione Beitrag anzeigen
    Ist das nun oberflächlich falsch oder GEWOLLT falsch, Ihre "Zusammenfassung"? Was sie "beschreiben", ist die Realität dieser Menschen VOR(!!!) dieser "Utopie"! DAMALS waren sie "Tagelöhner", heute sind sie "Landarbeiter". Und für 15 € (in Worten: fünfzehn(!)€) monatlich(!) in einem schmucken Häuschen leben können, das einem überdies einmal gehört, das ist ja für die meisten von uns "peanuts" - oder???
    Man kann sich´s auch selbst angucken, sogar durch die bundesrepublikanische Brille, wie "schrecklich" es dort ist! Wie "gut" geht es doch dem restlichen Spanien in unserem tollen Europa dagegen!?
    Das Erste Mediathek [ARD] - Die MoMa-Reporter: Wie Marinaleda der Krise trotzt - Video zur Sendung Morgenmagazin - Donnerstag, 26.04.2012

    Ich habe diesen Artikel:

    Marinaleda in Andalusien: Das kommunistische Dorf | Politik*- Berliner Zeitung

    als Referenz genommen.

    Lesen Sie den und urteilen Sie neu.

    Zitat: "Die Menschen in Marinaleda sind Tagelöhner geblieben"
  8. #157

    Wahrnehmung zum zweiten

    Zitat von zabbel Beitrag anzeigen
    Ich habe diesen Artikel:

    Marinaleda in Andalusien: Das kommunistische Dorf | Politik*- Berliner Zeitung

    als Referenz genommen.

    Lesen Sie den und urteilen Sie neu.

    Zitat: "Die Menschen in Marinaleda sind Tagelöhner geblieben"
    Danke für den Lesetipp! Aber wenn das alles ist, was bei IHNEN davon hängen geblieben ist!? "Marinaleda lebt wie die meisten andalusischen Dörfer von der Landwirtschaft. Gewöhnlich arbeiten die Menschen als Tagelöhner auf fremdem Land. Andalusien ist vom Großgrundbesitz geprägt: 50 Prozent der Agrarfläche seien in der Hand von zwei Prozent der Grundbesitzer, ..."
    Wenn Ihnen kein Unterschied von dieser üblichen Realität in Andalusien zu diesem Dorf auffällt, dann können sie einem ja leidtun!
    Besser kapiert hat das anscheinend "...Mariela Muñoz. Sie ist vor neun Jahren mit ihrem Mann aus der Gegend von Barcelona fast tausend Kilometer in den Süden nach Marinaleda gezogen. Die 40-Jährige hat es nicht bereut. Um zu erklären, wie sich ihr Leben radikal zum Besseren gewandelt hat, erzählt sie von ihrem Sohn, den sie vor sechs Jahren in Marinaleda zur Welt gebracht hat. „Ich wollte nie Mutter werden“, sagt sie. „Wenn du in der Stadt lebst, musst du den ganzen Tag arbeiten und jemand anderen bezahlen, damit er sich um deine Kinder kümmert. Hier ist alles ganz anders. Hier genießen die Kinder ihr Leben. Hier gibt es einen öffentlichen Kindergarten, der zwölf Euro im Monat kostet.“ Muñoz lacht. „Zwölf Euro im Monat – was willst du mehr?“
    Das stammt alles aus IHRER Quelle!
  9. #158

    Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    Die sind doch gar nicht isoliert. Das Land haben sie letztlich von der Regierung geschenkt bekommen und der laufende Betrieb wird von der EU subventioniert.

    Es bestätigt letztlich nur die alte Erfahrung, dass der Kommunismus funktioniert, solange man genügend Kapitalisten hat die ihn finanzieren.
    Offenbar haben es viele immer noch nicht ganz verstanden: genauso viel Agrarsubventionen erhalten auch andere Dörfer, aber dort ist die Arbeitslosigkeit viel höher – d.h., die tatsächlichen Subventionen sind also dort noch höher!
    Das Geheimnis wird sicher folgendes sein: manche investieren ihr Geld (und wahrscheinlich die erhaltenen Agrarsubventionen gleich mit) eben woanders – weil die Beschäftigung mit Landwirtschaft eben viel weniger Rendite bringt, als es denn z.B. bei Lehman anzulegen …
    Marinaleda isoliert sich also selbst, indem das bißchen hart erwirtschaftetes Geld im Ort bleibt und nicht nach Madrid wandert. Auch die Mieten bleiben im Ort, d.h. es gibt gar keine – man darf aber dafür das bewohnte Haus niemals verkaufen, weil es ein „Dorfhaus“ ist (so wie früher vielleicht eine mietfreie Werkswohnung – verstanden?).
    Aber die Geschichtsfälscher werden wohl möglich irgendwann behaupten, daß der Kapitalismus erst so etwa um die Jahrtausendwende herum entstanden ist ...
  10. #159

    Ok

    Zitat von davincione Beitrag anzeigen
    Danke für den Lesetipp! Aber wenn das alles ist, was bei IHNEN davon hängen geblieben ist!? "Marinaleda lebt wie die meisten andalusischen Dörfer von der Landwirtschaft. Gewöhnlich arbeiten die Menschen als Tagelöhner auf fremdem Land. Andalusien ist vom Großgrundbesitz geprägt: 50 Prozent der Agrarfläche seien in der Hand von zwei Prozent der Grundbesitzer, ..."
    Wenn Ihnen kein Unterschied von dieser üblichen Realität in Andalusien zu diesem Dorf auffällt, dann können sie einem ja leidtun!
    Besser kapiert hat das anscheinend "...Mariela Muñoz. Sie ist vor neun Jahren mit ihrem Mann aus der Gegend von Barcelona fast tausend Kilometer in den Süden nach Marinaleda gezogen. Die 40-Jährige hat es nicht bereut. Um zu erklären, wie sich ihr Leben radikal zum Besseren gewandelt hat, erzählt sie von ihrem Sohn, den sie vor sechs Jahren in Marinaleda zur Welt gebracht hat. „Ich wollte nie Mutter werden“, sagt sie. „Wenn du in der Stadt lebst, musst du den ganzen Tag arbeiten und jemand anderen bezahlen, damit er sich um deine Kinder kümmert. Hier ist alles ganz anders. Hier genießen die Kinder ihr Leben. Hier gibt es einen öffentlichen Kindergarten, der zwölf Euro im Monat kostet.“ Muñoz lacht. „Zwölf Euro im Monat – was willst du mehr?“
    Das stammt alles aus IHRER Quelle!

    Schön dass die Frau zufrieden ist, ich gönne es ihr.

    Aber es ist nur mikroskopisch kleiner Ausschnitt, wenn das für ganz Andalusien ein Modell sein könnte sollen sie es anpacken.

    Ich hab nichts dagegen, glaube aber tatsächlich dass das Ganze einen Hauch von Folklore hat.

    Sollten die Einwohner des Dorfes tatsächlich ohne Hilfe von aussen ihr Leben finanzieren können würde ich meinen Hut ziehen.








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