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Spanisches Kommunistendorf: Leben im roten Utopia

Angelika StuckeGanz Spanien leidet unter der Wirtschaftskrise. Ganz Spanien? Im andalusischen Dörfchen Marinaleda regiert Juan Manuel Sánchez Gordillo, seine Bürger haben Arbeit, Häuser, grüne Gärten. Wie schafft der Kommunist das nur?

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...830033,00.html
  1. #90

    Nein, aber darum geht es nicht....

    Zitat von neoliberaler_kapitalist2 Beitrag anzeigen
    Er ist Gründer der DM Kette und Vollblutkapitalist, oder meinen Sie der ist durch Zufall Milliardär geworden?

    Was ist daran auszusetzen wenn Kinder kein Fernsehen gucken? Ich persönliche gucke auch so gut wie nie Fernsehen. Wozu auch? Wenn ich sehen will wie es anderswo aussieht auf der Welt steige ich in den Flieger und gucke es mir an. Hollywood Theater ist mir ein gräul. Fernsehen als eine Errungenschaft des Kapitalismus zu bezeichnen verstehe ich nicht wirklich - Fernsehen ist Medien, Kunst. Womit wir wieder bei dem von mir verachteten wären.
    Sie versuchen Herrn Werner für Ihre Ideologie zu instrumentalisieren. Dort gehört er aber nicht hin, auch wenn er Selfmade-Milliardär ist. Er widerspricht genau Ihren Ansätzen und legt der Schwerpunkt des BGE - was im übrigen von Mitgliedern aller Parteien zum Teil befürwortet und zum Teil abgelehnt wird - ganz woanders hin, als Sie es tun.
    Ihr Weltbild ist ein wenig rudimentär, denn es gab schon immer die Unternehmer, die sich einer anderen politischen Richtung zugeordnet haben, als Sie es annehmen müssen. Rudolf Diesel ist ein Beispiel.

    Wie ich schon sagte, könnte der Bürgermeitster auch Christdemokrat sein, die Enteignung als Rückübertragung geraubten Landes deklarieren und ein Jesusbild im Zimmer hängen haben.
    Es scheint hier eher das Problem zu sein, dass er sich "Kommunist" nennt. In Spanien, welches nicht von einer sozialistischen Diktatur, sondern von einem faschistischen Terrorregime jahrzehntelang regiert wurde, hat der Begriff aber wohl nicht die Bedeutung wie für uns hier.
  2. #91

    Wie können Sie es wagen...

    Zitat von Pizza No.7 Beitrag anzeigen
    Ich sag' mal so: Wem's gefällt, der sollte dort leben können und glücklich werden.

    Der Bericht an sich ist nett, aber nicht sehr detailfreudig geschrieben. Gibt's in dem Ort Mobiltelefone und Internet? Fahren / Fliegen die Bewohner auch mal in Urlaub woandershin? Gibt's dort auch Arbeit für Menschen, die keine Lust auf Feldarbeit haben, und wie wird diese Arbeit bezahlt?
    auf so profane Weise die potemkinschen Dörfer aller zurückgebliebenen, realtiätsfernen bzw. geschichtlich-ökonomischen Träumern zu zerstören?

    Wer möchte denn schon in den Urlaub (womöglich noch per Flugzeug), Internet, Autofahren, gar fernsehen oder am Ende gar shoppen gehen?

    Natürlich niemand! Wozu überhaupt Geld und wozu Konsumartikel? Wettbewerb? Besser, schöner, reicher, weiter? Will doch niemand - vollkommen A-Typisch für die Menschheit..., vielleicht ein kleines bisschen Nomenklatura - aber nur weil jedes Schaaf einen Hirten braucht und nicht anders herum; rein altruistische Motive natürlich.

    Wer war eigentlich noch mal Lenin? Stalin (wobei der es wohl nur gut gemeint hat)? Mao (mit kleineren Schönheitsfehlern)? Pol Pot (gut, kennt ja eh keiner mehr)? Kastro? Ho Chi Min?

    Länder wie Angola, Rumänien, Nord Korea, Laos... sind bzw. waren doch eigentlich ganz lebenswert.

    Ich würde jedenfalls gerne einen Teil meiner Ersparnisse opfern, um all denen, die rote Socken noch immer für "schick" halten, die Reise ins paradisische Utopia zu bezahlen... auf dass Sie in der Steinzeit glücklich werden und mir nicht länger mit Ihrem Geseier auf den Geist gehen!
  3. #92

    Wer hat Recht?

    [QUOTE=sysop;10107914]Schließlich enteignete die andalusische Regierung den Aristokraten und übergab das Land an die Gemeinde.
    /QUOTE]

    In der Berliner Zeitung heißt es:
    "1991 kaufte die andalusische Regionalregierung das Gut und stellte es der Gemeinde zur Verfügung. Seither wird es genossenschaftlich bewirtschaftet."
    Marinaleda in Andalusien: Das kommunistische Dorf | Politik*- Berliner Zeitung
  4. #93

    vorwärts

    Zitat von seluona Beitrag anzeigen
    Ich finde es eiinfach schön, das offensichtlich kommunistische Ideale vorgelebt auch zu solchen Ergebnissen fähig ist. Ich glaube schon das der Kommunismus die bessere Ideologie weist, es sind die Auswüchse handelnder Personen die das in Mißkredit bringen. Wenn es funktioniert muß man sich schon einmal die Frage gefallen lassen warum. Und wenn die Leute dort lieber so leben wollen wie Sie es tun, dann hat es wohl seinen Grund oder liebe SPON-Mitglieder erklärt doch lieber einmal warum die anderen spanischen Orte die sich nicht diesem Modell angeschlossen haben so schlecht mit dem Finanzkapitalismus anfreunden können und es wesentlich schlechter geht?
    wir müssen die kommunisten besiegen!!!!
  5. #94

    !

    Zitat von neoliberaler_kapitalist2 Beitrag anzeigen
    Und wie ist das eigentlich mit Vietnam? Südvietman wollte ja den Kommunismus nicht haben, viele Vietnamesen sind geflüchet damals, unser VizeBundeskanzler ist einer davon. Wer ist denn da jetzt der Gute und wer der schlechte? In ihrem Weltbild dann die bösen Amis und die Guten Kommunistischen Vietcong? Sehr interessant, ich lausche gespannt ihren Erklärungen.
    ginger er doch endlich zurück!!!!!!!!!!!!!!!!!
  6. #95

    Gleichmacherei

    Zitat von neoliberaler_kapitalist2 Beitrag anzeigen
    ...Könnte es sein, das es einfach zum Mensch sein dazu gehört? Und Sie es drehen und wenden können wie Sie wollen: Sie können nur an IHRER Situation etwas ändern, aber Sie können nicht die Welt dahingehend ändern, das alles gleich ist. Gleichschaltung ist absolut uncool. Niemand will sowas. Außer irgendwelche hängen gebliebende Kommunisten.
    Natürlich will ich die Welt ändern, aber wie kommen Sie eigentlich auf den Schmarren, daß dahinter die Gleichschaltung stecken müsste?
    Nur will ich eben auch nicht das Gegenteil, daß einigen wenigen praktisch alles gehört, und dem mehrheitlichen Rest so gut wie nichts. Soziale Marktwirtschaft und Ernst nehmen unserer Verfassung, das wäre ein guter Anfang.
    Zitat von neoliberaler_kapitalist2 Beitrag anzeigen
    Nennen Sie mir einen Kulturraum, in dem es eine größere Chancengleichheit gibt als im westlichen demokratischen Kapitalismus? Waren Sie schon mal in armen, kommunistischen oder Regimegesteuerten Staaten unterwegs? Haben Sie dort mal mit Einheimischen gesprochen?
    Sie müssen mich nicht vom Kommunismus heilen, ich komme von dort.
    Zitat von neoliberaler_kapitalist2 Beitrag anzeigen
    ...Weil es auch genau so ist. Sie mögen wieder nur irgendwelche verarmten Amis sehen die in Zeltstädten leben müssen. Der klar denkenke Mensch sieht aber auch die über 200 Millionen Amis, denen es wunderbar geht...
    Ich finde es zumindest unwürdig für ein Land, daß sich penetrant oft auf christliche Werte beruft.
  7. #96

    Neo-Liberale

    Zitat von neoliberaler_kapitalist2 Beitrag anzeigen
    Sehen Sie, hab ich Sie gut enttarnt. In ww2 waren es die guten Amis die bösen deutschen enteignen dürfen, im Irak sind es die bösen Amis, weil das sonst nicht in ihr Weltbild mit dem neoliberalen Feindbild passt?!...
    Sie scheinen ein paar Kleinigkeiten zu übersehen:
    - Die Amis haben den Herrn Finck für seine Arisierung und andere Nazi-Verstrickungen zwar enteignet, aber nicht für sich selbst.
    - Im Irak haben sie sich dagegen die Industrie, einschließlich der Ölfirmen selbst unter den Nagel gerissen.

    Der Unterschied erklärt sich auch daher, daß Ihr geliebter Neo-Liberalismus erst lange nach dem WK2 seine Triumphe feierte.
    Es war Roosevelt, der mit seinem New Deal so ziemlich das Gegenteil dessen machte, was Neo-Liberalen so vorschwebt.
    Und es ist wohl kein Zufall, daß Ihre ideologischen Freunde mit Milton Friedman und seinen Chicago Boys dazu eines Terrorregimes bedurften um es in Chile zum ersten mal im Großversuch zu testen.

    Und zum Vietnamkrieg: Erklären Sie mir doch mal, was daran so gut gewesen sein soll? Nur weil es gegen Kommunisten ging mehr Bomben abzuwerfen als im WK2, die Wälder zu entlauben? Mit Napalm für die Freiheit? Wessen?
  8. #97

    Zitat von ravenhurst Beitrag anzeigen
    Das ist nichts Neues. Es gibt in Andalusien etliche solche Projekte und Gemeinden, die sich dem Raubtierkapitalismus nicht anschließen sondern alternativ und autark leben. Diese Gemeinden gibt es auch vermehrt an der Westküste Kanadas, Italien, kalifornien usw. Wenn alles den Bach runter geht, werden diese Gemeinden gerüstet sein. Super!
    Ach ja? Werden sie auch gerüstet sein, dass die Subventionen dann nicht mehr fließen und falls jemand doch mehr hat, muß er es dann nach guter alter kommunistischer Manier hergeben?
    Sind die dann immer noch so gut solidarisch und gleichmacherisch, wenn es knapp wird und kein H4 winkt.
    Helfen sie sich noch untereinander in der "Freizeit" oder versuchen sie dann vielleicht doch, irgendwo mit Lohnarbeit (pfui, bä) die ihren über die Runden zu bringen?
    Fragen über Fragen.
    So ein albernes Sommercamp.
  9. #98

    Zitat von meinsenf1 Beitrag anzeigen
    In der Berliner Zeitung heißt es:
    "1991 kaufte die andalusische Regionalregierung das Gut und stellte es der Gemeinde zur Verfügung. Seither wird es genossenschaftlich bewirtschaftet."
    Die entscheidendere Frage wäre da doch: Macht das einen Unterschied? Enteignungen mit angemessener Entschädigung sind selbstverständlich in Spanien wie übrigens auch Deutschland ein allemal legaler Vorgang, ob man das in einer solchen Situation dann effektiv "Enteignung" nennt oder "Kauf" ist relativ belanglos. "Enteignung" klingt offenbar einfach gruseliger im Sinne kommunistischer Folklore.
  10. #99

    Ähm, weiß zufällig jemand, wie hoch der Gesamtwert spanischer Luxusimmobilien ist, welche im Zuge der Investoren-Rettungen vom europäischen Steuerzahler finanziert wurden/ werden – welche natürlich im Unterschied zu den unzähligen ähnlich finanzierten amerikanischen Billig-Buden nicht abgerissen werden?


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