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Spaniens Trinksitten: Akrobatik mit Apfelwein
Wer glaubt, dass Trinken ein selbsterklärender Prozess ist, der irrt. In Spanien jedenfalls ist die Flüssigkeitsaufnahme mit skurrilen Riten verbunden - bei der Getränke wie Sidra oder Wein nicht unbedingt im Magen landen. Andreas Drouve wundert sich über*Bräuche*seiner Wahlheimat.
http://www.spiegel.de/reise/europa/0...795957,00.html
- #1 05.11.2011 10:11 von
Mal wieder...
... eine Enttäuschung. Inzwischen frage ich mich, warum ich überhaupt noch etwas über Spanien lese, wenn Herr Drouve es verfasst hat. Dass man mit dem Norden Spaniens nicht so recht warm wird, ist zwar schade, aber eine persönliche Angelegenheit. Weshalb man seinen Frust, bzw. seine nicht unbedingt positive Meinung über diese Region dann aber auf diese Art und Weise (und in so vielen Publikationen) verbreitet, ist mir nicht verständlich.
Wenn man einen "guten, deutschen (oder mitteleuropäischen) Eiskaffee" haben möchte, sollte man diesen auch bestellen. Nach langen Jahren in Spanien sollte Herrn Drouve der Unterschied zwischen "hielo" (WASSEReis) und "helado" (SPEISEeis) doch eigentlich bekannt sein. Wieso wird hier aber nichts von diesen sprachlichen Unterschieden geschrieben? Wahrscheinlich, weil man sich dann nicht so schön über die Spanier echauffieren könnte...
Ich mag den "café con hielo" - muss ich jetzt denn auch Stierkampf mögen weil mein Geschmack eh schon krank ist? Und die Erkenntnis, dass Spanien ein "Land der Feuchtgebiete" ist, und es "davon gibt es mehr, als man glaubt.", ist ja wirklich eine großartige Erkenntnis aus der Untersuchung spanischer Trinksitten. Oder soll dieser Schreibstil etwa humorvoll sein? Mir fällt es schwer, solche Formulierungen lustig zu finden. - #2 05.11.2011 12:18 von
Typisch deutsch
Der Autor beschreibt durchaus humorvoll und in keiner Weise sich echauffierender Form einige spanische Trinksitten, die sich von denen in Deutschland unterscheiden.
Eher seltsam, um nicht zu sagen "typisch deutsch" ist wie in Ihrem Fall das sich Aufplustern des 150%ig angepassten "Hispanophilen", wenn er einen wie auch immer gearteten Bericht über Spanien aus Deutschland liest: Ach, wie können die nur, ach wie dumm sind sie, ach, wie wenig Ahnung. - #3 05.11.2011 12:38 von
blödsinniger Sauftourismus
Hat der Spiegel nur Vollidioten in der Redaktion ?
Ich arbeite teilweise seit 1968 in Spanien und wohne dort schon über 10 Jahre (Cadiz, Valenica, Gerona), solche Unsitten sind total unbekannt. Cidre (Apfelwein) ist ein gängiges Getränk gut zum Durst löschen im heißen Sommer und hat einen geringen Alkoholgehalt etwa wie Bier. Der Liter in der Flasche kostet im Supermarkt unter 1 €. Auf die Dauer ist er zu süß, mir bekommt viel Zucker nicht.
Ihr Redakteur gehört wohl eher zu den Sauf-Germanen, die sich in Mallorca jeden Tag besinnungslos saufen und eigene Dummheiten für spanische Folklore halten - #4 05.11.2011 12:38 von
- #5 05.11.2011 13:05 von
RE: "typisch deutsch"
Werter Herr Jung, ohne mich typisch deutsch und hispanophil aufplustern zu wollen, wie Sie so schön sagen, versuche ich mal, meinen Punkt zu erklären. Leider fällt mir kein Beispiel für eine ähnliche Situation (1 ausländisches aber zwei deutsche Wörter) ein, um es zu verdeutlichen, weshalb ich es mit A und B versuche:
Wenn ich in ein Restaurant/Café/... gehe und Produkt A haben will, dann bestelle ich es. Das Problem ist nur, dass ich zwar A will, aber B bestelle und mich nachher darüber aufrege, dass der Wirt so bescheuert ist, mir B zu servieren, obwohl ich doch A haben wollte. Wer ist denn hier der Depp?
Und wenn man, wie Herr Drouve, jahrelang in Spanien lebt und Reiseführer schreibt, dann finde ich es einfach schwach, dass er so tut, als gäbe es keinen Unterschied zwischen A und B, nur um einen platten Witz machen zu können. - #6 05.11.2011 13:12 von
...
Und weil man in Hamburg auch kein Bier aus Literkrügen zu Umpta-umpta-Musik trinkt, gibt es solche Sitten auch nirgends sonst in Deutschland, ne?
Asturien ist von Cádiz, Valencia und Gerona auch ein bisschen entfernt und die beschriebenen Trinksitten sind dort durchaus üblich. Irgendwie scheinen Sie in den 40 Jahren in Spanien nur einen begrenzten Teil des Landes kennengelernt zu haben. - #7 05.11.2011 13:17 von
Cronopio ...
... ich bin ganz Ihrer Meinung.
Mein Eindruck ist auch, dass Herr Drouve unbedingt lustig wirken will und es daher mitunter nicht so genau nimmt. Nach so langer Zeit in Spanien sollte er gewisse Dinge differenzierter sehen können. Der Ton seines Artikels entspricht mehr dem eines arroganten Mallorca-Frischlings.
Und übrigens ist der "café con hielo" nicht fertig, sobald der Kaffee über die Eiswürfel gegossen wurde. Sie müssen noch umrühren, Herr Drouve, damit er schnell kalt wird, das ist nämlich der Sinn der Sache. - #8 05.11.2011 17:08 von
Ruhig Brauner!
Der Autor beschreibt aber den Sidre im Norden und der ist im Normalfall nicht süss - im Gegensatz zur Plürre aus dem Supermarkt, die Sie beschreiben. Im Baskenland gibt's in der Saison zum Beispiel auch Grillkotletts so gross wie Autoreifen, die zusammen mit Sidre in den ländlichen Restaurants serviert werden.
Den Artikel hab ich jetzt nicht gelesen, aber da hab ich wohl auch nicht viel verpasst. Übrigens gibt es in Katalonien noch den schönen Brauch des Porrón, aber das ist ja ne Ecke weg von Pamplona (also nicht Malle). - #9 06.11.2011 11:54 von
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