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Spaniens Studenten in der Euro-Krise: Adiós, Erasmus!

Das Geld für Auslandsaufenthalte wird knapp in Spanien: Erhielten Studenten früher bis zu 800 Euro pro Monat, wird der Zuschuss jetzt stark zusammengestrichen. Können die Spanier trotzdem ihren Titel als Erasmus-Europameister verteidigen?

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-871960.html
  1. #1

    andere Kommentatoren mögen andere Erfahrungen gemacht haben, aber mein Erasmus in Mailand spielte sich ungefähr so ab: Es gab genau zwei Gruppen von Erasmus-Studenten. Die erste Gruppe bestand ausschließlich aus Spaniern. Die zweite Gruppe bestand aus allen anderen Erasmus-Studenten. Die erste Gruppe blieb unter sich selbst. Die zweite Gruppe knöpfte schnell Kontakte untereinander und zu Italienern, interessierte sich für die Kultur des Gastlandes und lernte dazu. Die erste Gruppe sprach nach Ende des Aufenthaltes kaum besser italienisch als zu Beginn. Die zweite Gruppe hatte nicht nur ihr englisch verbessert sondern die meisten sprachen auch passabel italienisch.
    Würde mich mal interessieren ob andere Kommetatoren ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
  2. #2

    Singlebörse für Akademiker

    ... tja, wenn die berühmte Schlecker-Frau so wüßte, was sie alles mit ihren Steuergeldern zahlt? ...

    Alles mit lobenswerten Vorsätzen, natürlich. Aber dass Häschen das nicht selbst zahlen können?
  3. #3

    Interessante Asymetrie

    Dass die Deutschen Erasmusstudenten beispielsweise wesentlich weniger Geld erhalten, ist denjenige die das beklagen wohl entgangen. Wahnsinn von welchen Standards man in den Krisenländern runter kommt. Und das beim berüchtigten Erasmusprogramm- der heimlichen Kuppelbörse für internationale Beziehungen. Kaum einer der spanischen Erasmusstudenten sprach gut genug Englisch um annährend ein fachlich förderndes Jahr im Ausland zu verbringen. Die Spanier, die ich kannte, haben dem Erasmusprogram übrigens den Beinamen "Orgasm-Program" gegeben. Sie werden wissen warum...
  4. #4

    Vereinfachte Darstellung

    Etwas komplexer ist die Finanzierung der Erasmus Aufenthalte in Spanien schon. Jeder Student in der EU erhält erstmal ungefähr 110 Euro pro Monat von der Kommission als Stipendium. Dann gab der spanische Staat bis zu 185 Euro im Monat dazu, abhängig von der finanziellen Situation des Studenten bzw. seiner Eltern.

    Und dann gibt es noch einige Comunidades Autonómicas (Bundesländer), die zusätzliche Stipendien haben. Einige geben garnichts (beispielsweise Madrid), aber bei vielen ist das so um die 200 Euros im Monat, wobei das öfters nur für die besten Studenten ist (wie z.B. in Katalonien). In ganz Spanien gibt es nur ein Bundesland, das in ganz extremen Fällen von finanziellen Problemen des Studenten bis zu 600 Euro extra gibt, und das ist Andalusien.

    Die hier angesprochenen 800 Euro sind also nur möglich wenn man zu den ärmsten Studenten in Andalusien (das ja schon ein recht ärmliches Bundesland ist) gehört. Es ist also nur für einen ganz kleinen Teil der Studenten Spaniens möglich eine Förderung in dieser Höhe zu bekommen.

    Allerdings ist in den letzten Jahren wohl ein deutlicher Trendwechsel zu erkennen (hat mir vor kurzem ein Verantwortlicher für Erasmusaufenthalte an einer katalanischen Universität erzählt). Zum einen gibt es durch die Kürzungen einfach weniger spanische Erasmusstudenten. Zum anderen, während früher tatsächlich die meisten Studenten nach Portugal oder Italien gingen, sind nun vor allem Ziele im Norden Europas gefragt so wie Deutschland oder das Vereinigte Königreich. Die Studenten suchen sich mittlerweile ihre Ziele (vor allem aufgrund der Krise) doch schon viel mehr danach aus, wo sie eine für sie nützliche Sprache lernen können.
  5. #5

    Zitat von andrenalin016 Beitrag anzeigen
    andere Kommentatoren mögen andere Erfahrungen gemacht haben, aber mein Erasmus in Mailand spielte sich ungefähr so ab: Es gab genau zwei Gruppen von Erasmus-Studenten. Die erste Gruppe bestand ausschließlich aus Spaniern. Die zweite Gruppe bestand aus allen anderen Erasmus-Studenten. Die erste Gruppe blieb unter sich selbst. Die zweite Gruppe knöpfte schnell Kontakte untereinander und zu Italienern, interessierte sich für die Kultur des Gastlandes und lernte dazu. Die erste Gruppe sprach nach Ende des Aufenthaltes kaum besser italienisch als zu Beginn. Die zweite Gruppe hatte nicht nur ihr englisch verbessert sondern die meisten sprachen auch passabel italienisch.
    Würde mich mal interessieren ob andere Kommetatoren ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
    Die Spanier sprachen kein italienisch? Braucht man ja auch kaum. Mit Spanisch schlaegt man sich in Italien so locker durch :-)
    Merkwuerdig ist fuer mich eher, dass Studenten NACH dem Erasmusjahr PASSABEL italienisch sprachen. Eigentlich sollten sehr gute Sprachkentnisse VOR dem Auslandsaufenthalt gegeben sein.
  6. #6

    Zitat von sirisee Beitrag anzeigen
    ... tja, wenn die berühmte Schlecker-Frau so wüßte, was sie alles mit ihren Steuergeldern zahlt? ...

    Alles mit lobenswerten Vorsätzen, natürlich. Aber dass Häschen das nicht selbst zahlen können?
    Erstens zahlt die Schlecker Frau kaum Steuern. Zweitens bezahlen dann die Akademiker spaeter kraeftig in die Sozialversicherung.
    Also ganz locker bleiben und entspannen.

    Das Erasmus-Program traegt viel zur europaeischen Verstaendigung bei. Ehemalige Erasmus Studenten werden hier vermutlich kaum ueber "Schweinestaaten" und anderen rasistischen Bloedsinn posten.
  7. #7

    Ist auch nicht schlimm, wenn die weniger Party machen können .....

    Ich habe das "Vergnügen", unter anderem auch spanischsprachigen ERASMUS-Studenten Prüfungen abnehmen zu dürfen. Erstens hat der Vorkommentator recht: die Sprachkenntnisse der Spanier bewegen sich nach einem Jahr ungefähr auf dem selben niedrigen Niveau wie am Anfang. Und zweitens zeigt sich das in der Prüfung: wenn ich sprachlich schwerste Probleme habe, kann ich auch eine Fachprüfung nur mit entsprechendem Ergebnis bestehen.
    Der Spitzname der spanischsprachigen ERASMUS-Studenten an meiner Uni ist übrigens "Party People". Sagt doch alles!?
  8. #8

    Zitat von Ludwigsburger Beitrag anzeigen
    Ich habe das "Vergnügen", unter anderem auch spanischsprachigen ERASMUS-Studenten Prüfungen abnehmen zu dürfen. Erstens hat der Vorkommentator recht: die Sprachkenntnisse der Spanier bewegen sich nach einem Jahr ungefähr auf dem selben niedrigen Niveau wie am Anfang. Und zweitens zeigt sich das in der Prüfung: wenn ich sprachlich schwerste Probleme habe, kann ich auch eine Fachprüfung nur mit entsprechendem Ergebnis bestehen.
    Der Spitzname der spanischsprachigen ERASMUS-Studenten an meiner Uni ist übrigens "Party People". Sagt doch alles!?
    Während die braven Deutschen natürlich Auslandssemester machen, um beflissentlich zu lernen und enthaltsam zu leben, und hinterher fließend die örtliche Sprache beherrschen. Ganz besonders in Spanien.
  9. #9

    Zitat von haason Beitrag anzeigen
    Dass die Deutschen Erasmusstudenten beispielsweise wesentlich weniger Geld erhalten, ist denjenige die das beklagen wohl entgangen. Wahnsinn von welchen Standards man in den Krisenländern runter kommt.
    Die Details wurden ja weiter unten schon erklärt. Soweit ich weiß gibt es in Deutschland auch "Auslandsbafög", auch wenn ich mich mit den Details nicht auskenne.

    Zitat von haason Beitrag anzeigen
    Und das beim berüchtigten Erasmusprogramm- der heimlichen Kuppelbörse für internationale Beziehungen. Kaum einer der spanischen Erasmusstudenten sprach gut genug Englisch um annährend ein fachlich förderndes Jahr im Ausland zu verbringen.
    Natürlich geht es um den Aufbau von Beziehungen. Ich habe bisher keinen deutschen Studenten getroffen, mich eingeschlossen, der sich Auslandssemester wegen der "fachlichen Förderung" ausgesucht hat.

    Zitat von haason Beitrag anzeigen
    Die Spanier, die ich kannte, haben dem Erasmusprogram übrigens den Beinamen "Orgasm-Program" gegeben. Sie werden wissen warum...
    Sie nicht?


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