REUTERSKanzlerin Merkel empfängt heute Nachmittag einen angeschlagenen Gast: Spaniens Premier Rajoy. Eine Schmiergeldaffäre bedroht sein Ansehen, die Opposition fordert seinen Rücktritt. Der Regierungschef kämpft jetzt an allen Fronten - und die spanische Wirtschaft rutscht immer tiefer in die Krise.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-881294.html
Bei konservativ-marktkonformen Politikern streitet ja immer eine tatsächliche Vermutung dafür, dass es sich bei ihnen um Korrupniks handelt - die entsprechenden Meldungen überraschen also wenig. Hoffnungen, ihn loszuwerden, sollten sich die Spanier aber nicht machen - die "Märkte" werden ihren Quisling nicht fallen lassen, und zur Not wird halt in einigen spanischen Städten auf den grösseren Plätzen der himmlische Friede ausgerufen werden. "Wir sind in den Händen von Irren. Oder von verantwortungslosen Zynikern. Oder beides." (Albrecht Müller)
Die spanische Volkswirtschaft und der spanische Bankensektor wird zu
einem wichtigen Testfall für die Glaubwürdigkeit der
Eurozonenstabilisierung. Spanien ist eine große und wichtige
Eurovolkswirtschaft, die in einer tiefen, nachhaltigen und systemischen
Dauerkrise steckt. Steigenden Arbeitslosigkeiten, eine jahrelange
Rezession, steigende Defizite und ein riesiger überschuldeter
Bankensektor, der mit Hilfe der Fonds EFSF und ESM rekapitalisiert
wird. Die EZB hat mit ihren Mechanismen Target II, ELA, LTRO und
OMT bereits gigantische Stützungen durchgeführt, um eine temporäre
Entlastung zu schaffen.
Allerdings ist zu befürchten, dass diese bisherigen Hilfsmaßnahmen
noch nicht ausreichen werden und weitere Mittel notwendig sind.
Dazu einige interessante Fakten, die die volkswirtschaftlichen
Problemstellungen und Entwicklungen besser veranschaulichen und
verdeutlichen können:
Anleihen: Anleger misstrauen Südeuropa - Börse + Märkte - Finanzen - Handelsblatt
Rettungsschirm: EFSF soll Spaniens Banken retten - Europa - Politik - Wirtschaftswoche
ESM: Bankenrettung könnte Schutzschirm überfordern - Europa - Politik - Wirtschaftswoche
EZB: Die Milliarden des ESM sind bald weg - Europa - Politik - Wirtschaftswoche
Schuldenkrise: Die Trickkiste der Gelddrucker - Europa - Politik - Wirtschaftswoche
Es ist noch nicht lange her, da war man in Spanien stolz darauf, daß in diesem Land die meisten 500 €- Scheine im Umlauf sind. Bei dem Ausmaß der Schattenwirtschaft und der jetzt allmählich sichtbar werdenden Korruption darf das nicht verwundern. Aber wie sagte unser oberster Finanzverwalter Schäuble noch ? "Spanien ist auf einem guten Weg." Und wenn Herr Rajoy schon mal in Deutschland ist, kann er ja sicher von der CDU lernen, wie man mit schwarzen Kassen umgeht und wie man es schafft, daß das Wahlvolk dies möglichst schnell vergißt.
steht unsere heissgeliebte Kanzlerin, deren Weste so weiss ist, dass sie- nicht die Weste- blendet.
Lebe seit 22 Jahren in Spanien und muss zu leider feststellen, dass ich bisher noch keinen ehrlichen Politiker gesehen habe. Das System ist durch un durch korrupt.