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Spanien unterm Rettungsschirm: Beruhigungsspritze für 100 Milliarden Euro

DPAEuropa atmet auf. Die spanische Regierung hat ihren Stolz geschluckt und will nun Hilfe vom Euro-Rettungsfonds beantragen. Doch der Deal ist noch lange nicht gemacht: Nun geht es um die Konditionen des Kredits.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...837968,00.html
  1. #40

    Erst wird Spanien zubetoniert, dann muss Europa helfen...

    Mich ärgert es wahnsinnig, dass die freizügige Kreditvergabe (die letztlich in der Gier der Banken und natürlich auch in der Gier der Immobilien-Unternehmer ihre Ursache hat) zuerst zur teilweise völligen Landschaftszerstörung in Spanien beigetragen hat, und nun auch noch unbestraft bleibt.
    In Spanien (an den Mittelmeerküsten und auf den Kanaren - insb. auf Teneriffa und Gran Canaria) wurde fast das komplette Kulturland (und somit auch die ländlichen Kleinbetriebe) entlang der Küsten durch Beton-Wahnsinn zerstört. Die Hässlichkeit des billigen Betons (der bereits bröckelt und schimmelt) hat längst die letzten auch nur halbwegs anspruchsvollen Touristen vertrieben. Übrig sind dahinvegetierende Bars, verirrte Touristen und arbeitslose Spanier, die sich von billigsten Supermarkt-Produkten und Fastfood ernähren müssen. Der Frust, die schlechte Lebensweise und die fehlende Perspektive ist insbesondere den jungen Spaniern sowas von deutlich anzusehen, dass es gruselig ist, dort "Urlaub" zu machen. Die Abwärtsspirale (jetzt fehlen also auch zunehmend die Einnahmen aus dem Tourismus) wird also weiter gehen; Dank gieriger Kapital-"Vermehrer", käuflicher und verantwortungsloser Politiker und letztlich natürlich auch dank unmündiger Bürger. Bürger, die all das zugelassen haben, und nun auch noch brav zusehen, wie sie zur Schlachtbank geführt werden (damit meine ich explizit nicht nur die Spanier...).
  2. #41

    Zitat von CompressorBoy Beitrag anzeigen
    ...kommt nur mir diese Formulierung total bekloppt vor?
    Sollten man eigentlich. Wärend die Armut im eigenen Land steigt, sowie in den Krisenstaaten kann man echt nur noch mit dem Kopf schütteln.

    Internationale Finanzmärkte ich lach mich weg.
  3. #42

    Und die 100 Mrd.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Europa atmet auf. Di
    Und die 100 Mrd. sind alles die Häuslebauer schuld? Ich beeumele mich.
    100.000.000.000.-€ pro Häuschen 250.000.-€ davon 30% überbewertet also 75.000.-€ abschreiben. Da sind also 1,3 Millionen Häuschen , welche die Spanier in den letzten 3 Jahren gebaut oder gekauft wurden. Wo stehen die alle? Noch eine Frage von den 46 Mill. Spaniern sind 50% Frauen / Männer und 50 % im Alter 25-60 also 25% von 46 Mill. also 11,5 Mill und davon hat jeder zehnte ein Haus /Wohnung gekauft ohne Eigenkapital.
  4. #43

    mehr Vokabular haben die nicht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ...unter den Rettungsschirm zu schlüpfen, um die internationalen Finanzmärkte zu beruhigen.
    Zitat von CompressorBoy Beitrag anzeigen
    ...kommt nur mir diese Formulierung total bekloppt vor?
    Ja man kanns schon lange nicht mehr hören, immer dieselbe dümmliche semi-ideologische vollständig abgenutzte Phrasendrescherei der bezahlten Sand-in-die-Augen-Streuer. Den Entscheidern fällt nichts besseres ein, als immer das gleiche einschläfernde Band abzuspulen.
    Mehr Vokabular haben die nicht, entsprechend simpel ist die Denkart.
  5. #44

    Europa kann aufatmen, weil Spanien seinen Stolz überwunden hat?

    Ich glaube, seinen Stolz zu überwinden ist keineswegs einfach.

    Wir müssen zuerst die Entscheidung treffen, es wirklich zu wollen.
    Spanien erlebt die Kritik, Zurückweisungen, Ablehnung, und
    den Ausschluß aus der Euro-Zahlergruppe als Entwertung.
    Gefühle von Schmerz, Angst und Scham werden schmerzhaft erlebt.

    In der Kränkung sagten sie: "So wollen wir das nicht haben,
    da machen wir nicht mehr mit".
    Aber Spanien hat seinen Stolz überwunden. Sie hätten die
    die Euro Währungszone verlassen und ein Schuldenmoratorium
    sowie Kapitalverkehrskontrollen veranlassen können.

    Der Schuldner ist stärker als der Gläubiger im staatlichen
    Außenverhältnis.
    Und Spanien kann aber jetzt gerade das wieder bekommen,
    was es innerlich auch bereit ist herzugeben - seinen Stolz.
  6. #45

    Na bloß gut

    Das ist ja gerade noch einmal gut gegangen. Der böse Finanzmarkt ist vorerst vertrieben und kann woanders Unheimlichkeiten verbreiten. Ich bedanke mich artig bei allen furchtlosen Eurorettern, endlich kann ich wieder mit dem Hund raus, ohne in ständiger Angst vor einem wild gewordenen Kapitalgespenst zu zittern. Und dazu scheint auch noch die Sonne, happy days. Bin schon gespannt, wie die neue Währung heissen wird. Vielleicht dürfen wir ja sogar abstimmen, dann bekommen wir endlich den Bud Spencer Schilling oder die Terence Hill Dublone. Steiermark fände ich auch äußerst witzig.

    Schönen Sonntag allerseits.
  7. #46

    Zitat von Schelm Beitrag anzeigen
    Bei diesem Spiel, in dem Politiker Geld behandeln wie Monopoly - Money geht irgendwann das Geld aus. Und was dann????
    Bei Monopoly geht das Geld aus, bei der EURO-Krise wird schnell neues Geld gedruckt. Kommt doch eh nicht mehr drauf an ... :o(
  8. #47

    Europa atmet auf

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Europa atmet auf. Di
    allein die Überschrift ist blanker Hohn.

    Dass die 100 Mrd. nicht annähernd ausreichen weiss jeder. Alleine der
    Defizit-Anteil Spaniens an den Target 2 Salden beträgt ca. 250 Mrd ...

    Monatlich steigen die Target 2 Salden (gesamt EURO Raum) momentan um ca. 50 Mrd.

    Zitat aus dem Artikel :

    "Das Ganze wirkt reichlich überhastet, denn mehr als eine Absichtserklärung hat Spanien bislang nicht abgegeben. Nicht nur der formale Antrag steht noch aus. Auch die Bedingungen, zu denen Spanien das Geld erhält, müssen erst noch ausgehandelt werden".

    Naja, so ein normaler Schirm ist halt nichts für die stolzen Spanier - da muss schon ein besonderer Sonnen-Schirm her

    Finnland verlangt bereits besondere Sicherheiten für seinen Haftungs-Anteil

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/06/10/finnland-verlangt-sicherheiten-fuer-spanischen-banken-bailout/

    "Finnland hatte bereits im Herbst 2011 erfolgreich durchgesetzt, dass der finnische Anteil für die Griechenland-Hilfe gesondert besichert wird. Dies war Bedingungen für die Finnen gewesen, um dem EFSF als Konstruktion überhaupt zustimmen zu können"

    Tja, von unserem geistigen Rollstuhlfahrer ist derartiges nicht zu erwarten ...
  9. #48

    Der Euro als Erpressung:

    schlau stellen das die Griechen, die Spanier und wohl bald auch unsere lieben europäischen Freunde und Solidaritätspartner aus Italien und Frankreich an - nur der dumme Deutsche rutscht weiter auf der Schleimspur seiner politischen Illusionen und Gemeinschafts-Phantastereien aus. Mal sehen, wer ihm denn hilft wenn er richtig am Boden liegt. Die Milliarden gibts zurück? Von wem denn?
  10. #49

    optional

    Uff, da bin ich aber erleichtert! Ich hatte schon Angst, die Spanier würden unsere Milliarden nicht nehmen wollen. Was sollten wir dann nur mit unserem "Reichtum" anstellen?


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