Forum


 

Spätfolgen eines Amoklaufs: "Ihr Leben kam völlig ins Wanken"

Der Amoklauf an einem Ansbacher Gymnasium war vor drei Jahren. Es gab Verletzte, aber niemand kam ums Leben, Sarah selbst wurde nicht einmal bedroht. Und trotzdem ist die 14-Jährige traumatisiert - wie viele Zeugen von Gewaltverbrechen: Immer wieder quälen sie abgrundtiefe Ängste.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/0...855632,00.html
  1. #1

    Leider...

    ...wird viel zu selten über die Opfer berichtet....nur der Täter interessiert die Justiz/Medien/Bevölkerung...die Opfer bleiben meist, nur kurz beachtet, in Isolation und tragen ihr Leben lang an den Folgen. Das deutsche Strafgesetz sollte den Opferschutz und die den Opferausgleich viel mehr berücksichtigen...aber daran ist wohl nicht zu denken, kann man den armen Tätern ja nicht zumuten.
  2. #2

    Verkehrte Welt

    In Deutschland wird viel Aufhebens über Täter gemacht: kaputte Kindheit, kaputte Familie, resozialisierung und blabla, Und die Opfer? Die müssen selbst klar kommen. Ob nach einem Amoklauf, oder einem bewaffneten Überfall etc. davor verschließen dann die die Öffentlichkeit suchenden Gutmenschen konsequent die Augen
  3. #3

    optional

    Den Opfern wird auch teilweise gleich nachdem der Amokläufer gefasst wurde eine Fernsehkamera ins Gesicht gehalten. Das Verständnis für sie ist nicht vorhanden, solange man eine Schlagzeile wittert.
  4. #4

    es dauert lange

    Ich hoffe Sarah kriegt die Unterstuetzung die sie braucht. Es ist ein langer Prozess und man lernt nur damit umzugehen, aber verarbeiten kann man es nicht. Einfach weil man es nicht verstehen kann. Ich war 2007 in Virginia als ein Amoklaeufer 33 Menschen toetete, darunter auch Freunde von mir. Bis heute kaempfe ich damit. Bei jedem anderen Amoklauf, kommen die alten Bilder wieder. Es ist nicht leicht damit umzugehen. Ich habe zum Glueck verstaendnisvolle Freunde, die mir helfen und zuhoeren, wenn ich es brauche. Das ist oft nicht mal ein langes Gespraech. Aber die Worte muessen raus. Ich hoffe Sarah hat so ein Umfeld.
  5. #5

    Immer das gleiche

    Stimme meinen beiden Vorrednern vollkommen zu. Ich stamme selbst aus Ansbach und erinnere mich noch gut an den Tag, als meine Mutter weinend in mein Zimmer kam, da man zunächst noch nicht wusste, um welches Gymnasium es sich handelte- meine Schwester ging auf auf einem der Gymnasien zur Schule. Aber wie heißt es so schön? Wenn du in Deutschland deine Frau umbringst, jemanden in der U-Bahn krankenhausreif schlägst, im Kaufhaus klaust etc. reicht eine "schwierige Kindheit" mit verkorksten Eltern, ein paar Drogenproblemchen und Co. und man kommt oft noch mit einer Bewährungsstrafe davon! Wenn du aber nicht pünktlich deine Steuern zahlst und falsch parkst, ist von Gnade und lockerer Hand nicht mehr viel zu spüren!
  6. #6

    nein, nicht das gleiche

    Zitat von MadameY Beitrag anzeigen
    Stimme meinen beiden Vorrednern vollkommen zu. Ich stamme selbst aus Ansbach und erinnere mich noch gut an den Tag, als meine Mutter weinend in mein Zimmer kam, da man zunächst noch nicht wusste, um welches Gymnasium es sich handelte- meine Schwester ging auf auf einem der Gymnasien zur Schule. Aber wie heißt es so schön? Wenn du in Deutschland deine Frau umbringst, jemanden in der U-Bahn krankenhausreif schlägst, im Kaufhaus klaust etc. reicht eine "schwierige Kindheit" mit verkorksten Eltern, ein paar Drogenproblemchen und Co. und man kommt oft noch mit einer Bewährungsstrafe davon! Wenn du aber nicht pünktlich deine Steuern zahlst und falsch parkst, ist von Gnade und lockerer Hand nicht mehr viel zu spüren!
    Um einen Amoklauf juristisch aufzuarbeiten bedarf es der Justiz, aber für die Nachsorge der traumatisierten Beteiligten ist die Gesellschaft als Ganzes zuständig. Die Zivil-Gesellschaft hätte nämlich die Möglichkeit die medien in die Schranken zu verweisen, aber meist will die sensationsgier befriedigt werden. Und drei tage später ergötzt man sich an der nächsten Katastrophe. Den Opfern wir kein gehör geschenkt; sie werden allenfalls alleine gelassen. Im schlimmsten falle wird ihnen suggeriert, sie mögen sich doch nicht so anstellen, es sei ihnen schließlich doch nichts passiert
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Amoklauf an einem Ansbacher Gymnasium war vor drei Jahren. Es gab Verletzte, aber niemand kam ums Leben, Sarah selbst wurde nicht einmal bedroht. Und trotzdem ist die 14-Jährige traumatisiert - wie viele Zeugen von Gewaltverbrechen: Immer wieder quälen sie abgrundtiefe Ängste.

    Amoklauf in Ansbach: Schüler leiden heute noch - SPIEGEL ONLINE
    Die hat einfach nicht die richtige Umgebung gehabt die sie an die Hand nimmt und wieder aufbaut und mit gesellschaftlichen Problemen, die immer wieder entstehen, vertraut macht.

    Auch wenn insgesamt nur zwei Schulklassen direkt vom Täter attackiert wurden, begaben sich in den vergangenen drei Jahren 102 Schüler in psychologische Betreuung, ermittelte die Kommunale Unfallversicherung Bayern.
    Ich habe 4 Psychologen angerufen nur um ein Medikament gegen Stressspitzen zu bekommen was mir Hausärzte nicht verschreiben und bis heute keinen Termin, weil die alle ausgelastet sind. Ich will ja gar nicht reden - nur das Rezept, but who cares...

    BTW, wenn wir endlich die Mordwaffen abschaffen dann passiert sowas auch nicht mehr.
  8. #8

    @Wunderläufer

    Zitat von Wunderläufer Beitrag anzeigen
    In Deutschland wird viel Aufhebens über Täter gemacht: kaputte Kindheit, kaputte Familie, resozialisierung und blabla, Und die Opfer? Die müssen selbst klar kommen. Ob nach einem Amoklauf, oder einem bewaffneten Überfall etc. davor verschließen dann die die Öffentlichkeit suchenden Gutmenschen konsequent die Augen
    Sie schreiben Unfug. Jedes Opfer, was Kontakt mit der Polizei hat, bekommt die Infos vom WEISSEN RING und wird über das Opferentschädigungsgsetz informiert. Wenn Sie ein Opfer kennen, informieren sie es doch oder den WEISSEN RING. Opferschutz geht alle an!

    Was soll man denn mit Tätern nachen? Sie nicht resozialisieren, damit sie in gleicher Weise Straftaten begehen??? Selbstverständlich muss man der Ursache einer Straftat auf den Grund gehen. Eine andere sache ist, ob man das fehlverhalten der Straftäter so extrem in den Medien breittreten und vermarkten muss, aber so lange die Bevölkerung die Zeitungen kauft und die Sendungen anschaut, wird sich daran wohl wenig ändern.
  9. #9

    @citizengun

    Zitat von citizengun Beitrag anzeigen
    Die hat einfach nicht die richtige Umgebung gehabt die sie an die Hand nimmt und wieder aufbaut und mit gesellschaftlichen Problemen, die immer wieder entstehen, vertraut macht.


    Ich habe 4 Psychologen angerufen nur um ein Medikament gegen Stressspitzen zu bekommen was mir Hausärzte nicht verschreiben und bis heute keinen Termin, weil die alle ausgelastet sind. Ich will ja gar nicht reden - nur das Rezept, but who cares...

    BTW, wenn wir endlich die Mordwaffen abschaffen dann passiert sowas auch nicht mehr.
    Es gibt Notfallambulancen und ich würde mich an Ihrer Stelle an meine Krankenkasse wenden. Jede Kasse hat Vertragsärzte, die dann weiterhelfen (müssen).
    Da viele Krankenkassen Verträge abgeschlossen haben, leisten nicht alle das Gleiche. Manchmal hilft ein Kassenwechsel.








TOP



TOP