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Soziologin Illouz über Bestseller "Shades of Grey": Regelwerk für Lust und Leid

CorbisIst Sadomaso befreiend oder erniedrigend für Frauen? Wer den Erfolg des SM-Bestsellers "Shades of Grey" auf diese Frage verkürzt, verkennt das wahre Versprechen des Buchs, meint Star-Soziologin Eva Illouz. Der Softporno erzählt nämlich von einem Gegenentwurf zu unseren modernen Beziehungen.

http://www.spiegel.de/kultur/literat...842741,00.html
  1. #1

    Liebe ist was anderes

    BDSM als zeitgemäßen Gegenentwurf zu betrachten zeigt wohl, das wahre Liebe etwas ist, dass die Menschen verloren oder nie gelernt haben.
  2. #2

    Plot mutet eher lächerllich an,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ist Sadomaso befreiend oder erniedrigend für Frauen? Wer den Erfolg des SM-Bestsellers "Shades of Grey" auf diese Frage verkürzt, verkennt das wahre Versprechen des Buchs, meint Star-Soziologin <i>Eva Illouz</i>. Der Softporno erzählt nämlich von einem Gegenentwurf zu unseren modernen Beziehungen.

    Eva Illouz: Die Soziologin analysiert Sado-Maso in "Shades of Grey" - SPIEGEL ONLINE
    nichts dabei, was nicht schon seit ewigen Zeiten beschrieben worden wäre.

    Für einen hohen Umsatz des Buches sorgt bereits, wenn auf jeder Seite mindestens einmal das böse Wort mit F zu lesen ist - zurück in die Pubertät und suchen im Lexikon unter F.

    Kunstfigur Christian Grey gibt, offenkundig in Ermangelung anderer Fähigkeiten und um die eigene Unsicherheit und Angst zu überdecken, den über zulässige Grenzen hinausgehenden scharfen Typen und sucht sich dafür eine unerfahrene junge Frau, die offenbar betört ist, soviel Beachtung zu bekommen.

    Es lebe der Voyeurismus in diesem Jahrhundert offenbar erst recht.
    Daher der reißende Absatz, falls das überhaupt stimmt.

    Leute, die Sadomaso ernsthaft betreiben, kompensieren in der Regel ihr Manko an Selbstwert.

    Schließlich bleibt nicht nachzuvollziehen, warum derartige Lebenssachverhalte realiter mit kollektivem Entsetzen begleitet werden, während sie in der Literatur dann aufgesogen und hochgehalten werden.

    Lebt ein Prominenter nur ansatzweise so ein Leben, steht die ganze Nation Kopf und ist entrüstet, wie wir gerade erleben konnten.

    Ändert eine sogenannte vertragliche Bindung beider Betreiber etwas an dem Grundsachverhalt, außer daß er - sofern wirksam - den das Mädchen übertölpenden Mann für alle Fälle schützt, sollen wir das glauben?
  3. #3

    O Gott

    soviel Sprechblasen um fast nix!
    Ich sag's mal kürzer: 1) Frauen sind Begierdentiere und wollen richtig genommen werden. Wer ihnen gibt, was sie bewusst oder unbewusst wollen, dem fressen sie aus der Hand.
    2) Männer sind gewöhnlich permanent oversexed. Ihrer Natur nach wollen sie Frauen erobern und bezwingen. Dem deutschen/amerikanischen Mann wurde seine Natur derart nachhaltig ausgetrieben und wegerzogen, dass er zum faden Langweiler mutiert.

    Wer jemals in anderen Kulturhemisphären Frauen erobert oder geflirtet hat, weiß, dass der intersexuelle Dialog sehr spannend sein kann - im Gegensatz zu unserem abgenutzten pseudorationalen Lifestyle, der auf Verklemmung und Verdrängung fußt.
  4. #4

    Naja

    Zitat von Sapientia Beitrag anzeigen
    ...Leute, die Sadomaso ernsthaft betreiben, kompensieren in der Regel ihr Manko an Selbstwert....
    Das sehe ich anders.Warum sollte sich jemand, der sonst " stark" sein muss, nicht mal Spass an der "Unterwerfung" haben? SM hat viele SPielarten, nicht jeder der das " betreibt", wie Sie es nennen, hat ein Problem mit dem Selbstwertgefühl.Manche wollen eben mehr als braven Blümchensex...und haben Spass am Spielen.
  5. #5

    Schlicht pervers

    Wie krank muss eien Gesellschaft sein, die derart perverse Praktiken braucht um sich Lust zu verschaffen.
    Gab es natuerlich alles schon einmal . Die alten Roemer sind untergagangen nachdem derartige Praktiken die usus wurden.
  6. #6

    Pseudotoleranz

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ist Sadomaso befreiend oder erniedrigend für Frauen?[/url]
    Schönes Klischee, wenn es Frauen sind die sich sexuell fügen und Männer das Zepter in der Hand haben, ist SpOn mit Feuereifer dabei :). Aber auch nur dann.
    Denn über die Vielfalt der Szene sagt das aber rein gar nichts aus.
    Für manch Altbackene mag es nur diese eine Vorstellung/ Richutung geben, dabei sind es gerade jene Männer, die heimlich zu einer Domina/ einem Master gehen :)
    Ich habe in meiner BDSM Zeit ( als dominanter Mann) genügend Menschen erlebt die einen Hang zum devoten haben, unabhängig des Geschlechts.
  7. #7

    Zitat von Sapientia Beitrag anzeigen
    Leute, die Sadomaso ernsthaft betreiben, kompensieren in der Regel ihr Manko an Selbstwert.
    Genau. Und Homosexualität ist eine Krankheit.

    Das ist beleidigend.

    Im Übrigen zeichnet das Buch kein realistisches Bild von BDSM in Beziehungen. Jemand, der mit einem 'Vertrag' winkt, kann damit rechnen, laut ausgelacht zu werden.

    Aber auch der Artikel selbst ist eine Frechheit, da er keinerlei tiefere Beschäftigung mit dem Thema erkennen lässt, sondern lediglich alte Vorurteile ausgräbt.
  8. #8

    Der vieldiskutierte Vertrag wird gar nicht vollzogen

    Die Kritik an dem ersten (!) Band der Trilogie scheint sich nur an diesem Vertrag aufzuhängen. Dabei ist er nicht nur eine Marginalie im Gesamtkontext der Handlung sondern im ersten Teil nicht die Lösung, sondern das Problem der Beziehung der beiden. Er verlangt mit dem Vertrag Dinge von ihr, die sie nicht oder nur zögerlich bereit ist zu leisten, oder noch nie in Betracht gezogen hat. In allen drei Büchern wird der Vertrag nicht unterzeichnet oder dessen Paragrafen vollzogen. Stattdessen suchen sich die beiden ihren eigenen Weg.
    Und hier findet nun das statt, was die eigentliche Fasznation dieser Geschichte ausmacht. Beide lernen sich durch den anderen erst richtig kennen. Sie lernt sich fallen zu lassen und Sex zu geniessen, erst recht wenn er abseits der Norm ist. Er lernt Menschen buchstäblich an sich heranzulassen, denn sein SM Lebensstil ist lediglich ein Abwehrmechanismus, den er sich angeignet hat um seine traumatische und vom Misshandlung gekennzeichnete Kindheit zu verdrängen.
    Beide sind für einander Heilung. Und diese Heilung zu betrachten macht Spass. Die Orgasmen und Fesselspiele sind zugleich Mittel und Zweck der Heilung um ein parnerschaftliches und liebevolles Umgehen miteinander auszuarbeiten.
  9. #9

    Öd.

    Es hängt mir zum Hals raus. Vor vielen Jahren habe ich mir De Sade angetan, nahezu komplett. Dabei ging es eher um Kombinatorik, Variation und Wiederholung, wobei es um Körper als Zeichen ging usw. usf. Da wurde bereits alles durchgesplelt, was möglich ist und dies so konsequent und absolut un-erotisch, wie es nur geht. Wer ein 'Regelwerk' braucht, kann da ja mal reinschaun.

    Ach ja, BDSM. Langweilig. Etwas tun, um es getan zu haben? Einfach mal ausprobieren, nicht wahr? Und mal wieder die unendliche Leerstelle Sex mit tausend Worten füllen, mal wieder eine ja jetzt endlich fertige Ökonomie (!) der Lust aufstellen, mal wieder vom freien Handel (!) zwischen Gleichen (?) daherreden. Es ist ein Witz. So letztendlich spießig und scheinliberal wie der Ausdruck 'Sadomaso-Vertrag', so traurig wie die Rede von der Einheit 'Schmerz - Genuss', so unglaublich in der Zeit ist dieser Kapitalismus des Fleisches, dass man weinen möchte. Und dann? Was, wenn die Einsamkeit wiederkommt? Was, wenn man feststellt, dass sich die Leere im Herzen nicht wegficken, -fesseln, -peitschen und wegquälen lässt?








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