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Soziologen gegen Hochschulranking: CHE? Danke, nee

DDPNach der Schule gucken viele Abiturienten in das Hochschulranking vom CHE - doch für Soziologie könnte das bald nichts mehr nützen: Der Fachverband hat alle soziologischen Institute aufgerufen, die "unsaubere und irreführende" Rangliste zu boykottieren. Die Rankingmacher sind verärgert.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...841786,00.html
  1. #1

    Wohlfühlfaktor statt objektive Kriterien

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nach der Schule gucken viele Abiturienten in das Hochschulranking vom CHE - doch für Soziologie könnte das bald nichts mehr nützen: Der Fachverband hat alle soziologischen Institute aufgerufen, die "unsaubere und irreführende" Rangliste zu boykottieren. Die Rankingmacher sind verärgert.

    CHE-Hochschulranking: Soziologen kritisieren Uni-Ranking der Zeit - SPIEGEL ONLINE
    Das Hauptproblem bei dieser Evaluierung ist, dass 95% der befragten Studierenden jegliche Vergleichsmöglichkeit zu anderen Unis oder Studiengängen fehlt (anders als etwa bei Lehreevaluierungen für einzelne Veranstaltungen).
    Ergo geht es mehr um die subjektiven Befindlichkeiten der Studierenden eines Studiengangs (dagegen werden nur wenige objektive Kriterien erfasst). Ich kenne einen Fall, wo von zwei sich stark überlappenden Studiengänge an derselben Uni mit dem weitgehend gleichen Lehrpersonal einer im roten und einer im grünen Bereich landet. Daher wird die Ausgabe von Antidepressiva erwogen ;-)
  2. #2

    CHE macht keine Probleme...

    ... CHE IST das Problem. Als Gründung der Bertelsmann-Stiftung verfolgt das CHE in der Bildungspolitik nur den Kurs der Zerschlagung demokratischer Strukturen an den Universitäten und die endgültige Unterwerfung unter Management-Strukturen. Die fachliche Kritik der DGS in ihrer ausführlichen Stellungnahme sollte nicht nur Soziologen die Notwendigkeit, sofort jede weitere Beteiligung an dieser Form von Selbstentrechtung und Entmündigung deutlich machen, sondern allen Fächern, vor allem an jenen Universitäten und Fachbereichen, die nicht in das Elitekonzept aus Gütersloh passen!
  3. #3

    Logische Folge des Bologna-Prozesses

    ist die große Gleichmacherei, Normierung der Ausbildungsgänge. Konsequent dann die Benotung, das Ranking der Forschungsprofile,-Ergebnisse. Schulnoten waren für Firmen praktisch, gaben aber kaum das wirkliche Potential wieder. Auch hier kann man mit der Illusion eines fairen Wettbewerbs leben, reduziert aber die Forschungsbereiche vieler.
    Es wird wohl amerikanische Verhältnisse geben: wenige Exzellente, viele Unterdurchschnittliche, Darwin schlägt zu: Wer die Bürokratie am besten versteht und viel Arbeit hier hineinsteckt, hat die besten Voraussetzungen. Nur entwickelt sich hier optimal der Wasserkopf.
  4. #4

    gelder

    Diese "Elite"-Förderungen sind effektiv eine Farce.
    Man streicht immer mehr Gelder zusammen bzw. nimmt anderweitige Einsparungen vor. Die "besten" Unis wird dann ein Teil des gesparten Geldes wieder draufgeschlagen.
    Dadurch schafft man quasi Druck auf die Unis, sich in einer bestimmten Art und Weise zu verhalten. z.B. verstärkte Drittmittelwerbung.
  5. #5

    ...

    Das CHE ist einer dieser marktwirtschaftlichen Parasiten, der sich irgendwo auf ein bestehendes System draufsetzt, selber wenig leistet, dafür die wahren Leistungsträger behindert und damit sein Geld verdient und vermutlich nicht mal schlecht. Genauso sind die Akkreditierungsagenturen reine Steuerverschwendungsorganisationen, die allgemeinen Wohlstand in private Hände transferieren.

    Unis brauchen nicht endlose Exzellenzinitiativen. Unis brauchen einfach nur Geld und sollten ansonsten in Ruhe gelassen werden. Das reicht aus, um im Schnitt zu exzelltenten Ergebnissen zu kommen. Wenn nämlich die Leute, die forschen und lehren, forschen und lehren können und nicht die 70. sinnlose Umfrage und den 30. sinnlosen Antrag bearbeiten müssen.

    Alle privaten Organisationen sollten überhaupt von den Unis ferngehalten werden.
  6. #6

    Das che-ranking ist der groesste bloedsinn deutschlands

    Das CHE-Ranking (CHE=Centrum für HochschulEntwicklung) und die daraus resultierende "Industrie" der CHE-Consult-Tochter (eine schlechte Unternehmensberatung für Hochschulen) sprechen eine eindeutige Sprache: Methodisch unzulänglich, unter Aspekten der Evaluationsforschung anachronistisch dann noch an Beratungsprofit orientiert (mit Beratern, die nie etwas anderes als ihre eigene kleine Hörsaalwelt gesehen haben). Ich kann nur hoffen, dass es hier bald - und wenn es sein muss staatlich- und nicht BERTELSMANN-gesteuerte Alternativen gibt, die wirklich das Wort "Ranking" verdienen. Respekt vor dem "mutigen" Schritt der Sozioloige - mögen andere Diszplinen folgen und die verdummende "Ampellogik" verlassen (die fern von einer seriösen SWOT-Analyse ist).
  7. #7

    Von CHE und sonstigen Rankings halte ich null, ich frag mich wie die eigentlich immer zu ihren Ergebnissen kommen, mich hat nie jemand zu meinem Studium befragt.

    Anderseits frage ich mich wieso man sich bei Soziologie überhaupt den Aufwand machen soll das zu bewerten und vergleichen ^^
  8. #8

    CHE und wissenschaftlich neutral??

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ........."unsaubere und irreführende" Rangliste zu boykottieren. ......
    CHE-Hochschulranking: Soziologen kritisieren Uni-Ranking der Zeit - SPIEGEL ONLINE
    Bei allen Veröffentlichungen des CHE sollte sich jeder fragen, welche Interessen das Institut vertritt (Wes´ Brot ich es, des´ Lied ich sing!?). Zu glauben, das das CHE in gesellschaftspolitischen Fragen und damit wissenschaftlich neutral ist, wäre mehr als naiv.
    Gruß
  9. #9

    das CHE ist quasi blau

    Wenn genau die Fachrichtung, die etwas davon versteht, das Ranking als mangelhaft und unwissenschaftlich ablehnt, dann kann das CHE-Projekt beendet werden. Da es von Anfang an jedoch ein politisches und kein wissenschaftliches Projekt war - ein PR-Arm eines konservativen thinktanks - werden sie wohl weitermachen.


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