Soziales Netzwerk: Google+ meldet 135 Millionen aktive Nutzer
dapdDer Suchmaschinenkonzern sieht sich auf dem richtigen Pfad: 500 Millionen Menschen sind inzwischen bei Google+ angemeldet, 135 Millionen nutzen die Plattform aktiv - ein Wachstum, das sich mit Facebook messen kann. Mit den neuen "Communities" soll es sich noch beschleunigen.
Ich finde Facebook zwar auch interessant und beachtlich und es hat sicher einen großen zeitlichen Startvorsprung. Aber Google+ hat gegenüber Facebook den großen Vorzug, dass es mit seinem Suchimperium weitaus mehr zu vernetzen hat als Facebook, das ja im Prinzip nur ein reines Kommunikations-Netzwerk ist. Das dürfte sich langfristig als großer Vorteil und Mehrwert gegenüber Facebook herausstellen. Den Google vor allem inhaltlich noch stärker forcieren könnte - insbesondere mit noch stärkerer Fokussierung auf seine Kompetenzen Information, Medien und Wissen - und damit auch Bildung, Wissenschaft, Kultur usw.
Komischerweise nutze ich die sehr guten Funktionalitäten von Google+ derzeit relativ wenig. Aus dem einfachen Grund, weil man die recht komplexen Funktionalitäten der Kreise nicht ausreichend ordnen kann. Es fehlt also eine weitere Ordnerebene von Kreisen, Ordnern o.ä. in die man die verschiedenen Kreise zusätzlich thematisch einordnen kann. Sämtliche Kreise auf einen Haufen ist zu unübersichtlich und mühsam - und so nutze ich für verschiedene Bedürfnisse lieber einzelne Twitter-Accounts. Google+ bräuchte also eine weitere Ordner-Ebene und ich wäre wieder regelmäßig da, weil es nämlich bis auf diese fehlende Struktur schon ein sehr gutes Online-Management-Tool ist. Eigentlich das beste, was ich bisher kenne.
Google ist mit seiner starken Einbindung auch lokalisierter Angebote den anderen Netzwerken technisch haushoch ueberlegen. Wenn man sich mal anguckt, wie man so langsam seinen Business-Eintrag auf Local/Maps mit seinem Business-Blog auf G verbinden kann etc. entsteht hier ein enormes Teamplay. Google Now und Google Offers sind auch zwei neue Services, die FB wie aus Grossmutters Zeiten aussehen lassen. Ingress und Augmented Reality, da koennte vielleicht noch Apple irgendwann mal kontern, aber die haben keine Suchmaschine und deren Maps waren ja auch nicht so das wahre.
Twitter hat zwar immer wiedr ein paar inkrementelle Verbesserungen gesehen und mehr und z.T. interessantere Nutzer - aber 140 Zeichen und Kurzlinks ist doch auf die Dauer nix. Dazu der Zoff mit Instagram, wo ein guter Teil der spontan geschossenen Bilder herkam. Mit Picasa oder Share auf Android geht das aber auch alles.
Was mich an Google noch etwas stoert ist der etwas zerfaserte Gesamteindruck, die Integration aller Services ist noch nicht so ganz gelungen, ich such mir oft einen Wolf auf den Seiten, um bestimmte tiefer liegende Einstellungen mancher Services zu aendern (bei FB ist das aber genauso).