Soziale und emotionale Intelligenz: Kinder - Opfer des Fortschritts

Länger arbeiten, immer flexibel bleiben, einsam mit Computern kommunizieren - unsere Kinder werden den Preis für wirtschaftlichen und technischen Fortschritt zahlen, glaubt Psychologe Daniel Goleman. Denn ihre soziale und emotionale Kompetenz droht auf drastische Weise zu verkümmern.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...577747,00.html
  1. #1

    Balance

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Länger arbeiten, immer flexibel bleiben, einsam mit Computern kommunizieren - unsere Kinder werden den Preis für wirtschaftlichen und technischen Fortschritt zahlen, glaubt Psychologe Daniel Goleman. Denn ihre soziale und emotionale Kompetenz droht auf drastische Weise zu verkümmern.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...577747,00.html
    Ja, wer schaut denn hier auf den Computer? Ich schätze mich glücklich, damit erst im zarten Alter von rund 45 Jahren angefangen zu haben. Worauf es heute mehr denn je ankommt, ist eine ausgewogene Mischung der Erlebniswelten. Wenn sich die heutigen Eltern darauf besinnen könnten und den verdammten Geschlechterstreit beiseite legten, wäre schon viel gewonnen.
  2. #2

    Wie war das im Film "A Beautiful Mind" gleich noch?

    Als John Forbes Nash im Pub eine Blondine anquatscht und zu ihr meint sie solle sich doch vorstellen dieses ganze soziale Bla haette schon stattgefunden, sie sollten doch nun zum Fluessigkeitsaustausch kommen und sich dabei ne Ohrfeige einfaengt?
    Also ich koennt mir wunderbar eine Welt vorstellen in der sowas funktioniert. Das spart ne Menge Zeit ;-)

    Oje ... ich merke gerade dass ich zu der postulierten Gesellschaft gehoere. Der Mann hat Recht!!!

    pu

    P.S.: Es ist bekannt dass Nerds friedfertiger, vernuenftiger und intelligenter als der Durchschnittsmensch (Mann) sind, endlich Frieden auf Erden

    P.P.S.: An alle die es interessiert wie nerdig sie sind:
    http://www.nerdtests.com/ft_nq.php
  3. #3

    Die Antwort auf alle Fragen:

    Generationen übergreifende Wohngemeinschaften und Mehrkinder-Haushalte!
    Das gilt es zu fördern und dazu: Elternschulen vor der Geburt des ersten Kindes, aber diese bitte nicht in der Ideologie der aktuellen Poltiker, sondern eher nach Astrid Lindgren...:-)) Der Computer ist da garnichts schuld..., er ist ein Handwerkszeug zum Querlesen und Arbeiten...
  4. #4

    Weitere Faktoren

    Den Grundaussagen dieses Artikels muß ich leider zustimmen, auch wenn die Datenbasis nicht unbedingt 1:1 auf deutsche Verhältnisse zu übertragen ist ...

    Gerade bei uns kommen aber noch 2 Entwicklungen hinzu, die für unsere Kinder und kommende Generationen prägend sind:
    - der spätestens mit der Pille einsetzende Trend zur Ein-Kind-Familie, der viele frühe Lernerfahrungen (z.B. Aufmerksamkeit und anderes teilen zu müssen) nicht mehr ermöglicht und die starke Ich-Zentrierung fördert
    - der enorme Anstieg von sog. Alleinerzeiehenden, was sicher nicht in jedem Fall das Ergebnis eines unvermeidbaren Befreiungsschlages ist, sondern allzuoft bereits selbst Ausdruck einer eingeschränkten Beziehungsfähigkeit der Eltern.

    Ohne Adorno zu stark zu strapazieren: der ausgebrochene Bildungswahn ist zu einseitig darauf gerichtet, "brauchbare" Menschen für den Arbeitsmarkt heranzubilden.

    Um Mißverständnisse zu vermeiden: ich bin durchaus ein Verfechter der Frühförderung - aber ich werde zum Gegner, wenn die Frage dabei nicht mehr heißt "Was ist für das einzelne Kind in welcher Situation der kindgerechte Anreiz?", sondern wenn sie nur noch heißt "Welche Sachkompetenzen muß ein Kind bereits im KiGa erwerben, um bei dem späteren Kampf um einen Arbeitsplatz in der 1. Reihe stehen zu können?".

    Die Periode der Aufklärung hatte mit dazu beigetragen, Kinder nicht mehr als kleine Erwachsene zu betrachten, sondern als das, was sie sind: Kinder ...
    Es scheint, als hieße Kindsein heute nur noch, schon bald nach dem Eintritt in diese Welt nur noch auf die eigene Verwertbarkeit im Arbeitsleben getrimmt zu werden.

    M.
  5. #5

    Man schaue nur mich an...

    Zitat von pu_king81 Beitrag anzeigen
    P.S.: Es ist bekannt dass Nerds friedfertiger, vernuenftiger und intelligenter als der Durchschnittsmensch (Mann) sind, endlich Frieden auf Erden

    P.P.S.: An alle die es interessiert wie nerdig sie sind:
    http://www.nerdtests.com/ft_nq.php
    Ich hab gerade mal den Test gemacht:

    3% scored higher (more nerdy),
    0% scored the same, and
    97% scored lower (less nerdy).

    What does this mean? Your nerdiness is:

    All hail the monstrous nerd. You are by far the SUPREME NERD GOD!!!
    Es ist leider eine Tatsache, und ich bin quasi ein Prototyp.
    Würde gerne mal mit dem Autor kommunizieren.
    Ich weis nicht wie es angefangen hat, aber irgendwie fand ich Computer schon immer interessantes als Menschen. Leider hat das meine Eltern nicht gestört. Meine schulischen Leistungen wurden bald immer schlechter und in der 6. (!) Klasse wär ich beinahe durchgefallen. Die Jahre danach waren auch ein Kampf bis es von selber eigentlich immmer besser wurde. Vor ca. fünf Monaten habe ich jetzt als bester Junge mein Abitur gemacht.

    Ich surfe täglich gut 5 Stunden im Internet. Wobei man sagen muss, hauptsächlich auf Seiten wie Wikipedia und SPON, niemals irgendwelche Games wie WoW. Dadurch habe ich eine wirklich gute Allgemeinbildung und bei Wer wird Millionär hätte ich meistens mindestens 125 000 Euro geholt. Allerdings ist es wirklich wie in dem Artikel beschrieben. Die soziale und emotionale Intelligenz bleibt auf der Strecke. Seit ich nach München umgezogen bin (beginne hier jetzt zu studieren) ist es besonders schlimm, und es macht mir auch zum ersten mal wirklich was aus, mich alleine zu beschäftigen.

    Wer mehr wissen will, soll mich halt mal googeln.

    Grüße,
    Felix
  6. #6

    Schadensminderung

    es gibt nur wenige Mittel eine "Schadensminderung" zu betreiben.Eine davon ist diese Die Kinder und Jugendlichen in Gruppenvereine wie die PFadfinderei hinein zu stecken.Dort lernen sie noch etwas ausserhalb dessen kennen,was sie sonst nierendwo kennen lernen könnten.Was gibt es denn,ausser solch Sozlialengruppen, noch für wirkliche alternativen wo jeder mitmachen kann?
    nebenbei,ich bin bei iener solchen Gruppe.was mich von den meisten anderen aus der selben Jahrgangsstufe unterscheidet ist,dass ich noch ungefähr einen Plan habe was in der Welt passiert.Und ich zerbreche nciht an Emotionalem(was erstaunlch oft in meiner Schule passiert)
  7. #7

    Cooler Test

    Zitat von FeeJai Beitrag anzeigen
    Ich hab gerade mal den Test gemacht:

    ...
    Schlimmer geht immer:

    Overall, you scored as follows:

    1% scored higher (more nerdy),
    0% scored the same, and
    99% scored lower (less nerdy).
    ...

    (Ich vermute mal es lag an den toten Nagern die hier überall herumliegen...) ;-o
  8. #8

    Evolution oder Degeneration?

    Mir persönlich stellt sich gar nicht die Frage nach der Relevanz dieser Entwicklung für unsere Zukunft, bzw. die unserer Kinder, sondern vielmehr die, ob diese Entwicklung als ein Fort- oder Rückschritt zu betrachten sind. Es gibt durchaus sehr kuriose Theorien, die davon sprechen, dass Menschen aufgrund der sich steigernden, durchschnittlichen Intelligenz gefühlloser werden. Sozusagen machen die emotionalen den rationalen Gedanken Platz. Manche mag dies beunruhigen, Andere vielleicht sogar eher faszinieren.

    Ist es denn ein Preis, den wir zahlen können/wollen? Die emotionale Ebene, der rationalen Ebene opfern? Könnte dies uns die über einen langen Zeitraum gereiften und optimierten gesellschaftlichen Strukturen kosten? Auch wenn diese Fragen rethorisch klingen mag, so bin ich doch an Ihrer Meinung interessiert.

    Ich denke dass dies sehr wohl der Fall sein könnte, auch wenn u.U. die Möglichkeit besteht, dass die Menschheit das totale Weichen von Emotionalität nie erleben wird. Der Fortschritt kann UND WIRD uns die Rationale Welt vollkommen erschliessen, auf Kosten der sozialen und emotionalen Intelligenz, vorausgesetzt, die Menschheit erlebt das noch. Ich stimme dem Autor ebenfalls zu.

    Um nochmal genauer auf den Titel meines Beitrages zu kommen: Ich denke dass dies eine Form von Evolution ist, die sich nur durch einen Rückfall in frühere Stadien des technologischen Fortschrittes aufhalten liesse, was wohl kaum geschehen wird. Ausgenommen noch einmal der Fall, wir folgen den berühmten Überlegungen Einsteins über den dritten und folgenden Weltkrieg:

    "Ich weiss zwar nicht, womit der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber der Vierte wird sicherlich wieder mit Steinen und Stöcken ausgetragen."
  9. #9

    Goleman ist ein Idiot ...

    Der Artikel um Golemans Aussagen ist doch völlig am Thema vorbei. Als Wesentlich ist hier einzig anzumerken, dass Goleman letzlich der Schule für eine Rolle anmaßt ... und das tut er, Anmaßung und zwar richtig.

    Goleman sieht Schule als Gesellschaftsbestimmendes, Gesellschaftsveränderndes Element. Und nach dieser Annahme fragt er aber nicht danach, welche "bewußte gesellschaftsverändernde Rolle" denn die Richtige wäre, nein, seine persönliche Meinung über die neuen Medien wird gleich mit in seine Thesen gebracht.
    Während sich über die Rolle der Schule innerhalb einer Gesellschaft sicherlich streiten lässt, ist es blanke Anmaßungen, diese Rolle dann mit der eigenen Meinung daherzuplappern.

    Und es ist im übrigen typisch für deutsche Medien, so einen Quatsch nachzuplappern. Denn deutsche Medien sind ebenso vollkommen medien-feindlich (oh ja, ich sehe die Ironie auch, ja). Es ist geradezu jämmerlich, und erinnert ein wenig an die allmonatlichen TV-Sendungen über japanische Roboter, während denen der Moderator irgendwann 100pro etwas sagen wird wie: "Werden Roboter/Künstliche Intelligenzen irgendwann die Menschheit beherrschen?" und davon ausgehend die Reportage angehen. Schwachsinnigkeit, in PAL-Auflösung. Und bei SPON, das Gleiche, nix als moralgeschwängerter Klick-Scheiss auf Bild-Niveau.