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Soziale Netzwerke: Euer Internet ist nur geborgt

Wer Facebook, Twitter oder andere soziale Netzwerke nutzt, ist im Netz nicht wirklich frei. All diese Dienste können von den Betreibern jederzeit verändert, verkauft, zensiert, geschlossen werden. Wer wirklich frei im Internet veröffentlichen will, braucht eine eigene Website.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...827995,00.html
  1. #50

    Wenn man aber den Gedanken von der Abhaengigkeit der Nutzer durch die Dienste konsequent weiterdenkt, dann muss man sich fragen wer die Infrastruktur fuer diese Dienste stellt und wie verantortungsbewusst diese Menschen dann damit umgehen. Wurde ja aber schon gesagt.

    Bezgl. eigene Website/Blog: Kommt alles drauf an inwiefern man seine Existenz digital leben/dokumentieren moechte. Will sagen das einer der ordentlich Traffic hat weil er Spielchen hostet natuerlich seine eigene Praesenz braucht, voralledingen auch weil dort die eigentliche Kohle generiert wird. Ob dieser nicht unerhebliche Aufwand, der ja auch einiges an Fachwissen voraussetzt, fuer die Mehrheit der Nutzer Sinn macht bezweifel ich allerdings sehr.
  2. #51

    Wenn man aber den Gedanken von der Abhaengigkeit der Nutzer durch die Dienste konsequent weiterdenkt, dann muss man sich fragen wer die Infrastruktur fuer diese Dienste stellt und wie verantortungsbewusst diese Menschen dann damit umgehen. Wurde ja aber schon gesagt.

    Bezgl. eigene Website/Blog: Kommt alles drauf an inwiefern man seine Existenz digital leben/dokumentieren moechte. Will sagen das einer der ordentlich Traffic hat weil er Spielchen hostet natuerlich seine eigene Praesenz braucht, voralledingen auch weil dort die eigentliche Kohle generiert wird. Ob dieser nicht unerhebliche Aufwand, der ja auch einiges an Fachwissen voraussetzt, fuer die Mehrheit der Nutzer Sinn macht bezweifel ich allerdings sehr.
  3. #52

    Zitat von walter_rsr Beitrag anzeigen
    Was Zuckerberg und Konsorten mit den Usern machen, machen können und machen werden, scheint keine Sau zu interessieren. Noch weniger, was man dagegen tun kann.
    Was können "sie" machen? Und was kann/soll man dagegen tun?
    Die hier vorgestellte Einschätzung geht doch völlig am Thema vorbei. Wer ist denn auf Facebook, um der Allgemeinheit irgendwelche tief schürfende Ideen mitzuteilen? Wer hebt wichtige Daten auf Facebook auf?

    Für mich ist Facebook eine Plattform für den einfachen Austausch von Nachrichten mit einem fest umrissenen Nutzerkreis. Schnell mal was organisieren, ein paar nette Bilder oder einen interessanten Fund posten. Das ist alles. Echte Dialoge finden von Angesicht zu Angesicht oder via VoIP/Facetime statt.

    Große Ideen an eine größere Gemeinde senden? Ich hoffe nicht, dass meine Freunde (oder irgendwer sonst) so doof sind, auf derlei Ergüsse meinerseits irgendwelchen Wert zu legen.
  4. #53

    .

    es wird immer von "Trennung von Staat und Kirche" palavert. Wann entsteht endlich mal ein vernehmbarer Ruf, dass es verboten gehört, dass sich sämtliche öffentlichen Organisationen an facebook und andere rein kommerzielle asoziale Netzwerke anbiedern ??? ARD, Dritte, ZDF, Hörfunk, Kommunen, Städte, Bundesländer, ... Alle mischen sie in FB mit, hoffen auf ein paar zusätzliche klicks. Alle machen sie damit allerdings selbst auch WERBUNG für diese Internetkraken. Kontakte zu Bild pflegen Politiker, allerdings mittlerweile immerhin mit spitzen Fingern. An FB werfen sich alle ran. Sogar die website von Ilse Aigner, die türknallend aus FB getürmt ist, verlinkt auf zwei bis drei kommerzielle "Netzwerke". Warum sieht da ausser mir kaum jemand einen katastrophalen Zustand?
  5. #54

    Das Web wird einfacher

    Zitat von Newspeak Beitrag anzeigen
    Die Hürden eine eigene Webseite aufzubauen sind einfach zu hoch. Vor allem rein technisch. Ein typischer Nerd, mag das ja hinbekommen, ein normaler Nutzer von sozialen Netzwerken aber vielleicht nicht. Dagegen kann, ironisch gesprochen, jeder Depp einen Facebook Account einrichten. .
    Das stimmt, wobei es sicher immer einfacher wird.
    Wenn's gut geht, hat man in ein paar Jahren alles in der Cloud - aber anders als es manche kommerziellen Anbieter gern möchten.

    Es spricht ja nichts dagegen, eine virtuelle Maschine, die Ihren eigenen PC ersetzt, in die Cloud zu schieben. Die Festplatte ist verschlüsselt (unlesbar vom Betreiber) und der Zugriff findet über SSL oder VPN statt.

    Dadrin liegen Ihre Daten, sie allein haben Zugriff drauf, und können über den "sozialen Netzwerk-Server" (siehe z.B. die Diaspora-Entwicklung) mit anderen kommunizieren. Niemand schreibt Ihnen vor, was auf dem Ding zu stehen (oder nicht zu stehen) hat.

    Ganz simple mit einem Klick machen sie ab und an mal ein Backup nach Hause (falls dann ihr Cloudbetreiber Probleme macht, so daß sie jederzeit umziehen können.

    Dank Dynamischem DNS (z.B. dyndns.org) ist der Umzug völlig transparent.

    Und diese Virtuelle Machine können Sie (und nur Sie) von überall ansprechen, egal ob Computer, Tablet, Phone, Fernseher, Stereoanlage.

    Dank Open Source, ofener Software, gibt es auf dem System auch keine Hintertüren. Jeder kennt die Software, und daher gibt es auch keine bösen Überraschungen von Mitlesern etc.

    Es ist alles schon da, wenn auch bis jetzt noch ein wenig "geeky". Aber alle Zutaten sind schon da und ich bin optimistisch, daß es was wird. Auch weniger geeky.

    Gruß
    Peter
  6. #55

    Zitat von Mobiacia Beitrag anzeigen
    "Denn sie können jederzeit verloren gehen. "
    Stimme Ihnen zu. Technisch gesehen.
    Aber betriebswirtschaftlich spricht doch einiges stark dagegen. Ein Unternehmen wird auf Teufel komm raus dafür Sorgen das keine Daten verlorengehen. Falls das nämlich passiert werden Kunden stinkesauer und wandern zum nächsten. Gerade in der digitalen Welt liegt die Konkurrenz nur einen Mausklick weit entfernt.

    Hege also ihre Befürchtung nicht. Technisch ist ein Ausfall sicher möglich. Aber das die Unternehmen absichtlich KundenDaten löschen kann ich mir nicht vorstellen.

    Mir ist das erst kürzlich beim Google-Bilderdienst Picasa passiert. Ich habe die Fotos meiner Homepage dorthin ausgelagert und verlinkt, da ich nur begrenzten Webspace habe, den ich nicht mit tonnenweise Bilderdaten auslasten will. Nun hat Google plötzlich alle Bilder unter einer neuen Adresse gehabt, weshalb alle meine Links erstmal ins Leere liefen, bis ich alles neu verlinkt hatte. Das ich darüber im Vorfeld informiert worden wäre, ist mir nicht bekannt.

    Ich halte es daher nicht für ausgeschlossenen, das man eines Tages bei einem Besitzerwechsel plötzlich auch mal vor verschlossenen Türen stehen kann.
  7. #56

    Hier könnte Ihre Werbung stehen

    Zitat von marthaimschnee Beitrag anzeigen
    schön und gut, aber dann ist man immer noch abhängig von einem Betreiber, der die Hardware stellt. Will man das auflösen, braucht man einen eigenen Server. Und selbst dann ist man abhängig von einem Kabel und dessen Betreiber, der einen mit dem Netz verbindet, von einem anderen Kabel und dessen Betreiber, der einem Strom liefert und grundlegend von den Gesetzen des Landes, in dem der Server steht. Freiheit ist eine Illusion! Wir sind immer nur so frei, wie uns jemand anderer läßt. Daß dies in sozialen Netzen ganz besonders eingeschränkt ist, keine Frage, aber wirklich frei ist nur der letzte Mensch auf der Welt!
    Man kann's auch übertreiben! Was spricht dagegen, einen der vielen kleinen Hoster zu bemühen? Dann ist man völlig unabhängig von irgendwelchen Firmen. Wenn der pleitemacht oder man unzufrieden ist, wandert man halt zu einem anderen. Seine WebSite erstellt man sowieso am besten offline auf dem eigenen Rechner, sodaß auch das Problem der verlorenen Daten keins ist. Eine rein private WebSite braucht auch kein Impressum (dann aber sicherheitshalber auch keine Werbung auf der eigenen WebSite schalten, denn manche Gerichte werten das als gewerbsmäßiges Handeln). Wer unbedingt ein Forum haben will, richtet es hingegen besser bei einem Foren-Hoster ein, denn dann ist man nicht selbst Betreiber und hat auch kein Risiko wegen irgendwelcher beleidigenden Beiträge, illegalen Uploads o.ä.

    Zitat von StefanSchu Beitrag anzeigen
    Ich kann Facebook und Co. nichts abgewinnen. Großkonzerne, die sehr viel Macht an sich gerissen haben und die User folgen ihnen bereitwillig. Der Facebookwahn hat mittlerweile groteske Züge angenommen. Zuletzt bekam ich von meinen Vermieter Post, er sei jetzt auch bei Facebook und Beschwerden sollte man dorthin richten.
    Nicht nur Sie. Auf allen meinen Rechnern ist das Fratzenbuch durch Einträge in der hosts-Datei vollständig geblockt (Thema Like-Button).

    Mit dem Fratzenbuchzwang wird Ihr Vermieter rechtlich glücklicherweise nicht durchkommen.

    Zitat von StefanSchu Beitrag anzeigen
    Für mich ist Facebook die größte Bedrohung für Vielfalt und Freiheit im Netz. Während Google Daten sammelte und Webseiten verlinkte, schafft Facebook sein eigenes Netzwerk im Internet, über dessen Inhalte es volle Kontrolle hat.
    Genau deshalb ignoriere ich das Fratzenbuch komplett. Meine eigene, recht umfangreiche WebSite leidet nach wie vor nicht darunter, was die Anzahl der Besucher angeht. Das zeigt mir, daß die Nutzer durchaus wissen, daß es ein Internet außerhalb der kleinen Fratzenwelt gibt.
  8. #57

    Zitat von Newspeak Beitrag anzeigen
    Die Hürden eine eigene Webseite aufzubauen sind einfach zu hoch. Vor allem rein technisch. Ein typischer Nerd, mag das ja hinbekommen, ein normaler Nutzer von sozialen Netzwerken aber vielleicht nicht. Dagegen kann, ironisch gesprochen, jeder Depp einen Facebook Account einrichten.
    Finde ich nicht. Man muss nur bereit sein, die Webseite maximal einfach zu belassen. Dass die Webseite dadurch langweilig aussieht muss man bewusst inkauf nehmen, weil der Wettbewerb in die andere Richtung ein Kampf ist, den man nicht gewinnen kann. Kein JavaScript, keine Frames, kein Gezappel. Einfach fortlaufenden Text, nichtnumerierte Listen, Tabellen, Bilder. Dass HTML aus Schlüsselwörtern in spitzen Klammern besteht, deren Wirkung bis zum Gegenstück mit Schrägstrich reicht, ist nicht nur leicht zu verstehen, sondern sollte bei einer mit dem Editor handgeschriebenen HTML-Seite genutzt werden, die Verschachtelung des Quelltextes übersichtlich zu gestalten.

    Man sollte irgendwann mal dahin kommen, jedem Menschen qua Geburt einen eigenen, lebenslang kostenlos nutzbaren Bereich im Internet zuzuweisen, den er völlig frei ausgestalten kann.
    Warum? Ich sehe darin keinen Zugewinn an Freiheit und Grundrechten, im Gegenteil, ich will meinen Provider selber aussuchen. Genausowenig wäre es gegen Obdachlosigkeit hilfreich, jedem Menschen vorzuschreiben, in welche Wohnung er gefälligst einzuziehen hat.
  9. #58

    Zitat von Politikum Beitrag anzeigen
    Die meisten Internetforen werden derbe zensiert. Und sei es nur durch die Myriaden an privaten Moderatoren.
    Das sind alles misslungene Nachahmungen des Usenet. Im Usenet beschließt man nur mit Bauchweh und im äußersten Notfall eine Newsgroup in eine moderierte umzuwandeln. Normalerweise sind die Gruppen unmoderiert. Es kann im Usenet auch gar nicht passieren, dass Trolle oder Querulanten den Wunsch nach Zensur generieren, damit man vor ihnen verschont bleibt, weil man nämlich mit seinem Killfile lokal bei sich einstellen kann, wessen Beiträge man ausgeblendet haben will.
  10. #59

    Lieber Sascha,

    Ich finde, Dein Kommentar ist wirklich zutreffend und wunderbar formuliert. Besonders gefällt mir diese Formulierung:
    Wenn aus irgendeinem Grund, der selbst Franz Kafka als unverhältnismäßig kafkaesk erschienen wäre, der eigene Account gesperrt würde - man stünde einer undurchdringlichen Wand aus Allgemeinen Geschäftsbedingungen gegenüber, verputzt mit Kontaktformularen und einem englischsprachigen Help-Forum, wo nur noch Nutzer Nutzern nutzen.


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