Überraschungsangriff vor der Küste Somalias: Britische Spezialtruppen haben einen italienischen Frachter gestürmt, der von Piraten entführt worden war. Die Besatzung konnte befreit werden, ersten Berichten zufolge ist sie wohlauf.
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,791215,00.html
Wer Piraterei verurteilt, sollte sie in jedem Fall verurteilen - nicht nur, wenn man selbst das Opfer ist. Die Fischgründe vor Somalien sind von ausländischen Flotten leergefischt worden. Das ist der Hauptgrund für die Zunahme der Piraterei; die meisten Piraten waren früher Fischer. Das ganze Gebrüll von wegen "Aufhängen, Kielholen, an den Masten aufhängen wie früher" empfinde ich darum als idiotisch und verlogen.
Das heißt natürlich nicht, daß die Piratenangriffe gerechtfertigt sind. Aber im gleichen Maße, in dem man die Piraten bekämpft, sollte man auch die illegale Fischerei bekämpfen. Das passiert aber nicht, weil große internationale Betriebe davon profitieren. Wenn schon "aufhängen, kielholen, an den Masten aufhängen" etc, dann bitteschön ALLE Arten von Piraten.
Ich zitiere:
"Die illegale Fischpiraterie
Viel größere Schäden in den Bereichen Wirtschaft, Umwelt und Sicherheit hat die massive illegale ausländische Fischpiraterie verursacht, die die Ressourcen der somalischen Gewässer in den letzten 18 Jahren nach dem Zusammenbruch der somalischen Regierung im Jahr 1991 ausgefischt und zerstört haben. Mit ihrer üblichen Doppelmoral in Afrika betreffenden Angelegenheiten tritt die „internationale Gemeinschaft” kräftig auf, um die somalischen Fischer, die als Piraten tätig sind, zu verdammen und ihnen den Krieg zu erklären, während sie insgeheim ihre schützende Hand über die zahlreichen illegalen, außerhalb des Lichts der Öffentlichkeit operierenden und sich an keine Gesetze haltenden (Illegal, Unreported, Unregulated – IUU) Fischereiflotten aus Europa, Arabien und dem Fernen Osten halten.
Einseitige UNO-Resolutionen, Befehle großer Mächte und Medienberichte sind weiter dabei, die Kaperung von Handelsschiffen durch somalische Piraten im Indischen Ozean und im Golf von Aden zu verurteilen. Wäre die Reaktion auf beide Landplagen ausgewogen und fair, wären diese Verurteilungen gerechtfertigt. Die Europäische Union, Russland, Japan, Indien, Ägypten und Yemen beteiligen sich gemeinsam an dieser Kampagne gegen die Piraterie, in erster Linie um ihre illegalen Fischereiflotten in den somalischen Gewässern zu decken und zu beschützen."
Quelle: http://www.saarbreaker.com/2009/04/d...lt-die-zweite/
Das geht nach internationalem Seerecht nicht. Stichwort "Freiheit der Meere". Solche Gebiete kann man nur in den eigenen Hoheitszonen einrichten.
Das währe illegal, würde mit Waffengewalt aber natürlich gehen. Da kann man sich die Scheinheiligkeit mit dem militärschen Op gleich sparen wäre aber auch Pirat!
Es gibt eine Geschichte aus imperialen Zeiten. Da in der Straße von Malakka immer wieder Piratenüberfälle geschahen, rüstete die Royal Navy einen alten Raddampfer mit versteckten Maschinengewehren und kleinen Geschützen aus. Dieser fuhr dann langsam durch die Piratengegend und wurde prompt von einer Schar von Piratenbooten angegriffen. Dann fielen die Camouflagen und die Geschütze donnerten los, bis alle Piratenboote versenkt waren. Dann fuhr der Raddampfer so lange vorwärts und zurück über die im Wasser treibenden Piraten, bis sich nichts mehr rührte.
Daraufhin war längere Zeit Ruhe in der Straße von Malakka.
Die Bundeswehr verfügt in Form der Kampfschwimmer und des Kommandos Spezialkräfte (dazu kommt die GSG 9 der Bundespolizei, die über eine leistungsfähige maritime Komponente verfügt) sehr wohl über die notwendigen Kräfte, um einen (begrenzten) Einsatz zu fahren. Dieser von den Briten durchgeführte Einsatz war in seinem Umfang offensichtlich so begrenzt und überschaubar. Was die deutsche Politik jedoch fundamental von der britischen unterscheidet, ist der Wille, eine solche Aktion durchzuführen. Der Sieg der Briten über die somalischen Piraten ist (nach der früheren erfolgreichen Aktion der Niederländer zur Befreiung eines deutschen (!) Frachters) eine erneute schallende Ohrfeige für die erbärmliche Verzagtheit der deutschen Politik.
Ansonsten treffen Sie mit ihrem Beitrag ins Schwarze.
Ahja, die Fischgründe vor Somalia sind also leergefischt und deshalb werden die Fischer da alle Piraten.
Dann habe ich nur eine Frage: Warum sollte man die Küsten schützen, wenn sie eh leergefischt ist?
Wenn auch nur noch ein einziges ausländisches Schiff dort fischen fährt, ist dieses Argument jedenfalls als Lüge entlarvt. Das könnten dann die Piraten logischerweise genau so.
Warum nur rufen hier die meisten Foristen nach Gewalt, während man sich gleichzeitig an militärischen Eisätzen aufgeilt und über die angebliche Schwäche der Bundesmarine, der deutschen Politik, etc. hingebungsvoll jammert wie ein Baby, dem man den Schnuller geklaut hat?
War der Chef wieder einmal Böse?
Ist die Freundin nicht so hübsch wie man es gerne hätte?
Fährt der Nachbar ein schnelleres Auto?
Verdrängte Homosexualität?
Fragen über Fragen...
Und die Touristen die an Land entführt wurden die haben die Strassen abgenutzt, oder?
Man, man, das muss aber wirklich weh tun ... die armen somalischen Fischer ... kommen mit Raketenwerfern, Schnellbooten ... man könnte richtig Mitleid mit den armen Fischern haben, gelle?
Wissen Sie welche Meinung hier idiotisch und verlogen ist? Ihre!