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Software zur Studienplatzvergabe: Länder sind sauer auf Programmierer

"Ärgerlich", "misslich", "bitter": Die Bundesländer sind entsetzt über den erneuten Verzug beim bundesweiten System zur Studienplatzvergabe.*Schuld am Software-Chaos soll eine Firma sein, die seit Jahrzehnten für Bund und Länder programmiert.*Thüringen erwägt jetzt, ihr den Geldhahn zuzudrehen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...804585,00.html
  1. #1

    Grins

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Ärgerlich", "misslich", "bitter": Die Bundesländer sind entsetzt über den erneuten Verzug beim bundesweiten System zur Studienplatzvergabe.*Schuld am Software-Chaos soll eine Firma sein, die seit Jahrzehnten für Bund und Länder programmiert.*Thüringen erwägt jetzt, ihr den Geldhahn zuzudrehen.

    Software zur Studienplatzvergabe: Länder sind sauer auf Programmierer - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    Da gibt es doch bestimmt eine prima laufende freeware ?
    aber warum eigentlich sind irgendwie, so drängt`s sich manchmal auf, die softwareheinze im staatsauftrag nich so fit ?
  2. #2

    oh man

    Irgend wie ist bis jetzt JEDES(!) IT Projekt mit Staatsbeteiligung in einem totalen Desaster/Flop geendet.

    Jaja die HIS Leute waren auch mal bei uns an der Hochschule mit nem tollen Vertriebsfutzi. Was unsere Profs so erzählen: Lachhaft.

    Bei dem Gespräch war dann wohl auch unserer Departement Leiter (Informatik) anwesend. Auf einfach Fragen zum Aufbau der Software und wie es mit Schnittstellen aussieht um diese in unser bestehendes Hochschuleigenes System zu intrigieren konnte wohl nicht geantwortet werden oder hinterließen wohl denn Eindruck dass eine Entwicklung durch unsere Erst und Zweit Semester professioneller wäre.

    Dann bin ich echt mal gespannt auf die Umsetzung einer Bundes Coud. (Das ich nicht lache Fiederich weiß wahrscheinlich nicht mal was sich hinter diesem gehypten Modewort verbirgt.)
    Unser Behörden/der Staat scheint VÖLLIG unfähig zu sein IT Projekte umzusetzen.
  3. #3

    Ich würde es begrüßen,

    wenn nicht jeder, der irgendwie in der IT herumstochert, als IT-Experte tituliert wird. Es reicht schon genug die Tatsache, das hier offensichtlich Leute am Werk sind, die lediglich ihren "Dienst nach Vorschrift" abreißen!
    Es reicht eben nicht aus, wenn Firma A der Firma B zuliefert, was Kunde C irgendwann mal vage definiert und beauftragt hat. Die sollten auch alle während eines Projektes öfter mal das tun, was sie vermutlich mit dem/der Partner/-in permanent am affengeilen neuen Smartphone vor der Wursttheke des Supermarktes tun - Sprechen!

    Was ist eigentlich mit dem finanziellen Schaden, den der Staat und die Firmen durch 17.000 ungenutzte Studienplätze in den Numerus-Clausus-Fächern haben. Das interessiert wohl niemanden! Bei 6 Monaten verspäteter Berufseinstieg in den NC-Fächern, bei ca. 3.000 € Anfangsgehalt macht das rund 306 Mio € Schaden nur für die Betroffenen Studienwilligen!
    Es sind eben nicht nur die 15 Mio € sinnlos verpulvertes Steuergeld, um die es hier geht.
  4. #4

    Aha

    Zitat von Goimgar Beitrag anzeigen
    Irgend wie ist bis jetzt JEDES(!) IT Projekt mit Staatsbeteiligung in einem totalen Desaster/Flop geendet.
    Hallo,

    ich nehme an Sie haben irgendwelche Fakten für diese Behauptung?
    Oder doch nicht.
    Es gibt jedes Jahr etliche IT-Projekte von Behörden, die nicht in als Flop enden. Dafür gibt es auch etliche IT-Projekte in der freien Wirtschaft die als Flop enden.
    Diese beiden Varianten finden nur normalerweise nicht den Weg in die Presse.
  5. #5

    Tatsache ist

    das Softwaregroßprojekte oft scheitern oder zumindest später kommen und teurer werden. Einer der anderen Kommentatoren hat aber ja schon geschrieben, es habe wohl an der Kommunikation gefehlt. Und jetzt mal ehrlich: wenn Sie ein Haus Bauen lassen, würden Sie nie auf der Baustelle vorbei gehen um die Fortschritte zu begutachten? Die Hochschulen und Auftraggeber haben sich auch nicht gerade Professionell verhalten.
    Es stimmt aber auch: bei diesen Halbstaatsbetrieben, wie Hochschulen und HIS, müssen ja oft Leute Sachen machen, die Sie nicht können und auch nicht wollen. Aber weil Sie nun mal da sind und sie es machen müssen, scheitert es oft. Wahrscheinlich wäre es billiger gekommen, hätte man spezialisierte Firmen zu beauftragen.


    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Ärgerlich", "misslich", "bitter": Die Bundesländer sind entsetzt über den erneuten Verzug beim bundesweiten System zur Studienplatzvergabe.*Schuld am Software-Chaos soll eine Firma sein, die seit Jahrzehnten für Bund und Länder programmiert.*Thüringen erwägt jetzt, ihr den Geldhahn zuzudrehen.

    Software zur Studienplatzvergabe: Länder sind sauer auf Programmierer - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
  6. #6

    Ach ja...

    Zitat von Dr. Fuzzi Beitrag anzeigen
    wenn nicht jeder, der irgendwie in der IT herumstochert, als IT-Experte tituliert wird. Es reicht schon genug die Tatsache, das hier offensichtlich Leute am Werk sind, die lediglich ihren "Dienst nach Vorschrift" abreißen!
    Es reicht eben nicht aus, wenn Firma A der Firma B zuliefert, was Kunde C irgendwann mal vage definiert und beauftragt hat. Die sollten auch alle während eines Projektes öfter mal das tun, was sie vermutlich mit dem/der Partner/-in permanent am affengeilen neuen Smartphone vor der Wursttheke des Supermarktes tun - Sprechen!
    Ich habe erst letztens wieder mitbekommen, wie großartig doch behördliche Software sein kann.

    Es ging um eine Software, die für eine Statistikerhebung an einer Schule verpflichtend eingesetzt werden musste. Problem: Die Software ließ sich nicht installieren.

    Warum? Der Installer stammt noch aus 16bit-Zeiten (ja, das Look-and-Feel ist immer noch streng Windows3.11 verpflichtet!) und das lässt sich bei einer 64bit Windows7-Installation nun mal nicht machen. Waren ja auch nur mehr als 16 Jahre Zeit auf einen 32bit-Installer umzusteigen. Auf Rückfrage: "Wir haben dazu keinen Auftrag!"
    Muss man also tatsächlich mit dem XP-Mode rummurksen... Generell scheint jegliche und alle Schulsoftware, die angeboten wird, den Sprung wenigstens zur Windows95-UI nicht geschafft zu haben.

    Ein weiteres Highlight: Die Rechner im Computerraum. Sticker drauf: "Windows 7" - was ist installiert? Windows XP.
    Das ist dann kombiniert mit einem Webfilter, der auch gerne mal wichtige Seiten wegfiltert. Nur haben die Lehrer kein Möglichkeit, da selbst die White List zu führen - da muss man die Firma anhauen...
    Virusinfektionen, Manipulationen und Installationen aller Art (ja, die Schüler werden natürlich als Admin angemeldet!) werden dadurch behoben, dass beim Runterfahren die Festplatte mit einer Kopie übergebügelt wird. Witzig ist dann halt der installierte Virenscanner, der sich genau deswegen beschwert, weil dann seine Definitionen aber sowas von hinter dem Mond sind.
  7. #7

    Zitat von Goimgar Beitrag anzeigen
    Unser Behörden/der Staat scheint VÖLLIG unfähig zu sein IT Projekte umzusetzen.
    Es gibt für den „Staat“ genau zwei mögliche Wege, solche Projekte anzugehen.
    1. Er stellt sich einen Stab von Informatikern an.
    2. Er vergibt Aufträge an private Unternehmen.
    Beide Wge müssen regelmäßig scheitern, weil
    1. kein fähiger Informatiker Lust hat, sich von seinen hart arbeitenden Berufskollegen als fauler Beamter verunglimpfen zu lassen,
    2. die Vergabe stets an die billigste und damit an die schlampigste Firma erfolgen muss.
    Also ein alternativloses Dilemma.
  8. #8

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    *Schuld am Software-Chaos soll eine Firma sein, die seit Jahrzehnten für Bund und Länder programmiert.*.

    Software zur Studienplatzvergabe: Länder sind sauer auf Programmierer - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    Ja, hier wird mal wieder auf den Programmierern herumgehackt, die können wahrscheinlich am wenigsten dafür. Bei der Vergabe und Kontrolle werden in öffentlichen IT-Projekten die größten Fehler gemacht. Bei staatlichen Bauten gibt es ein staatliches Baumanagment, die haben wenigstens den richtigen Background.
    Bei IT-Projekten vergibt man über zwischengeschaltete beamtete IT-Fossilien mit unerfüllter Liebe zur Lochkarte den Auftrag an T-Systems oder Siemens oder SAP oder IBM und lässt sie machen.
    Die Lastenheft-Definition überläßt man gleich ganz den Ministern, die mit heißer Luft das Projekt auf Maximal-Größe aufblasen: Das kann nicht gutgehen.
    Es muss endlich eine echte IT-Projektsteuerung geben, so geht es nicht weiter:Ein Toll Collect nach dem Anderen, die handelnden Akteure sind auch immer wieder dabei. Und die Minister lassen sich das Desaster aus dem Internet ausdrucken.
  9. #9

    Noch ein Aspekt

    Zitat von hjm Beitrag anzeigen
    1. Er stellt sich einen Stab von Informatikern an.
    2. Er vergibt Aufträge an private Unternehmen.
    1. die Bezahlung nach BAT ist in aller Regel ja auch unter aller Sau. Zuletzt gesehen in der Stellensuche für einen Security-Experten mit Netzwerkkenntnissen der Stasi 2.0, der dann weniger verdienen sollte als ein Elektriker - da kann ich mir schon vorstellen was für qualifizierte "Experten" sich überhaupt für so eine Stelle interessieren.

    2. Hier muss man noch einkalkulieren, dass Bildung (und somit die Hochschulen) Ländersache sind und man sich ausmalen kann, was dabei herauskommt, wenn 16 kleine Fürsten ihre Anforderungen formulieren, die keinerlei Grund haben, sich zu einigen oder ihre Sonderlocken miteinander abzustimmen, jeder zahlt ja nur für seine Wünsche. %-)

    Kombiniert man das noch mit dem hirnrissigen Ausschreibungsprozedere, wo der Preis das einzige Entscheidungskriterium ist - was ja höchstens noch beim Großeinkauf von Klopapier zu brauchbaren Ergebnissen liefert, aber nicht mehr bei komplexen Sachverhalten wie einer Individualprogrammierung von Software - braucht man sich nicht zu wundern, das alles im Fiasko endet.
    //J


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