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Software-Panne: Alitalia stellte aus Versehen tausende Gratisticket aus

AFPEigentlich versprach Alitalia in einer Werbung nur 25 Prozent Rabatt auf internationale Flüge. Doch ein EDV-Fehler in der japanischen Webseite der italienischen Airline ließ die Kunden Tickets zum Nulltarif buchen. Erst jubelten sie - doch die Freude verflog schnell.

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/...-a-862749.html
  1. #20

    Wie die Geier

    Da macht die Firma einen (doch eher) offensichtlichen Fehler und dann kommen die Geier, äh, Schnäppchenjäger und beschweren sich auch noch warum sie nicht kostenlos fliegen dürfen. Da kann man nur noch mit dem Kopf schütteln.
  2. #21

    Geiz ist Geil und Geiermentalität

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Eigentlich versprach Alitalia in einer Werbung nur 25 Prozent Rabatt auf internationale Flüge. Doch ein EDV-Fehler in der japanischen Webseite der italienischen Airline ließ die Kunden Tickets zum Nulltarif buchen. Erst jubelten sie - doch die Freude verflog schnell.

    Alitalia stellte aus Versehen Tausende Gratisticket aus - SPIEGEL ONLINE
    Ekelhaft, wie hier versucht wird, etwas gratis herauszuschinden. Ich wollte diese Leute sehen, wenn sie aufgrund eines Fehlers mal 6-8 Wochen umsonst arbeiten müssten! Allitalia wirft in Italien rund 600 Leute raus, weil es massive Probleme hat, aber den Geiern ist das egal, was man hat, hat man, selbst wenn das Unternehmen darüber zugrundegehen sollte...
  3. #22

    Lehrstück

    So schaut er also aus, der Qualitätsjournalismus im Jahr 2012: Eine italienische Zeitung veröffentlicht einen Bericht über versehentlich zum Nulltarif ausgestellte Flugtickets, der vermutlich auf Informationen der betroffenen Fluggesellschaft selbst beruht, die ein Interesse daran hat, die Ursache als "Softwarefehler" zu deklarieren, quasi im Sinne höherer Gewalt. Die marktführende Presseagentur hierzulande übernimmt diese Informationen, ohne selbst weitergehende Recherchen anzustellen, und leitet sie an die Redaktionen, die den Service der dpa in Anspruch nehmen. Bei SPON hält man das für eine interessante Geschichte, die zahlreiche Klicks zu generieren verspricht, und stellt sie - wiederum ohne inhaltliche Überprüfung - rasch online.

    Derartiges geschieht vermutlich tagein, tagaus bei dieser und zahlreichen anderen Publikationen. Üblicherweise fällt es dem oberflächlichen Leser nicht auf, ist er doch ohnehin schon an verkürzte, effekthascherische und nicht selten bewusst meinungsbeeinflussende Darstellungen gewöhnt. Hier nun sorgt der Zufall aber dafür, dass ein Teil der Leserschaft den dargestellten Vorgang sozusagen "in Echtzeit" miterlebt hat, da man über leicht erreichbare Quellen rechtzeitig von der Existenz des in Frage stehenden Gutscheincodes erfuhr - mitsamt Informationen, wie dieser zu nutzen sei - so dass man vielleicht selbst versucht hat, ihn einzulösen und damit womöglich so erfolgreich war, dass man einen (vermeintlichen) Gratisflug hat buchen können.

    Die von anderen Foristen zuvor bereits dargelegten Schilderungen stellen den Sachverhalt jedenfalls treffender dar als La Repubblica, dpa und SPON. Und was ist die Moral dieser (vergleichsweise harmlosen) Geschichte: Wer es bislang noch nicht tat, wird in Zukunft vermutlich mit kritischerer Distanz lesen, was in Zeitungen, Zeitschriften und auf Webseiten steht; was er in Fernsehen und Radio sieht und hört - ganz gleich, welches journalistische Renommee der Urheber für sich in Anspruch nimmt. Er wird versucht sein, mehrere Quellen zu nutzen - insbesondere auch solche, die nicht zum Kreis der etablierten, gerne sich gegenseitig beeinflussenden, wenn nicht gar voneinander abkupfernden Medien gehören. Der Leser recherchiert im Zweifel also selbst, wird im Rahmen seiner Möglichkeiten zum investigativen Journalisten seines ganz eigenen, privaten Informationskanals. Meinem Eindruck nach nimmt die Notwendigkeit dazu bedauerlicherweise seit Jahren zu...
  4. #23

    Zitat von kanone3 Beitrag anzeigen
    Da macht die Firma einen (doch eher) offensichtlichen Fehler und dann kommen die Geier, äh, Schnäppchenjäger und beschweren sich auch noch warum sie nicht kostenlos fliegen dürfen. Da kann man nur noch mit dem Kopf schütteln.
    Naja. Es waren doch die Fluggesellschaften, die zuerst durch Billigangebote mit Gebührenfallen die „Schnäppchenjäger“ angelockt haben, und die dann erst mit allerlei neuen Gesetzen gezwungen werden mussten, sich wenigsten ein bisschen wie ein ehrbarer Geschäftsmann zu benehmen. Insofern können die sich jetzt nicht darauf berufen, dass es ein „offensichtlicher Irrtum“ war.

    Sie selbst haben doch damit begonnen, sachlich völlig unbegründete AGBs zu formulieren, deren einziger Sinn es war, einem Kunden, der sich nicht gelesen hat, ein paar Euro mehr aus derTasche zu ziehen, wenn er mit einem falschen Koffer oder ohne korrekt ausgerucktem Ticker am Schalter erscheint. Und in allen solchen Fällen galten dann immer die Buchstaben des Vertrages, und nicht das, was „offensichtlich“ gemeint war.

    Wenn Herr X mit einem 31kg-Koffer und Frau X mit einem 10kg-Koffer am Schalter stand, dann muss Herr X für das 1kg eben den doppelten Flugpreis als Zuschlag zahlen. So steht es im Vertrag. Dass es sich um einen „offensichtlichen Irrtum“ beim Packen handelt, interessiert keinen, und auch nicht, dass beide Koffer zusammen immer noch 19kg unter der vereinbarten Grenze liegen, also der „offensichtliche“ Zweck der Klausel, nämlich dass das Flugzeug nicht zu schwer beladen wird, „offensichtlich“ erfüllt ist.

    Wer mit solchen „Tricks“ arbeitet (das sind im wesentlichen zwei Branchen, nämlich Fliegen und Telekom), der läuft eben Gefahr, sich gelegentlich mal selbst eine Falle zu stellen. Selber schuld. Man könnte auch einfache und klare Preisschilder aufstellen, dann passiert sowas nicht.
  5. #24

    Zitat von cashcows_return Beitrag anzeigen
    Ekelhaft, wie hier versucht wird, etwas gratis herauszuschinden. Ich wollte diese Leute sehen, wenn sie aufgrund eines Fehlers mal 6-8 Wochen umsonst arbeiten müssten! Allitalia wirft in Italien rund 600 Leute raus, weil es massive Probleme hat, aber den Geiern ist das egal, was man hat, hat man, selbst wenn das Unternehmen darüber zugrundegehen sollte...
    Wie gesagt, selber schuld. Wenn eine Flugstrecke nicht ausgelastet ist, warum wird nicht einfach der Preis für diese Strecke gesenkt? Wenn die Geschäftsleitung sagt, Tokio-Rom kostet ab morgen nicht mehr 750€, sondern 100€ weniger, und jemand vertippt sich und am nächsten Tag wird Frankfurt-Rom statt für 100€ für 0€ angeboten, dann würde hier wie in jedem Supermarkt, bei dem wegen eines Eigabefehlers der Schinken für 0€/kg angeboten wird, sofort und ohne Frage das Prinzip des „offensichtlichen Irrtums“ gelten.

    Die Fluggesellschaften haben aber mit ihrer Preispolitik selbst entschieden, dass bei Flügen grundsätzlich erstmal gar nichts „offensichtlich“ ist, sondern alles erst aus seitenlangen Klauseln hervorgeht. Also kann auch ein Irrtum nicht „offensichtlich“ sein.
  6. #25

    Alitalia bestätigt Buchungen die mehr als 1 Cent gekostet haben

    Wie uns ein Community Mitglied auf unserem Blog http://www.triptroll.de grade mitteilt bestätigt Alitalia alle Tickets welche teurer als 1 Cent waren! Die Stornierung wird zurückgenommen. Der Druck durch die Netzgemeinde war anscheinend zu groß. Mal sehen ob die Inhaber von Tickets für 0 Euro das so hinnehmen ;-)








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