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Software für Sozialarbeiter: Das Jugendhilfe-Programm

DPAHamburg will die Qualität der Jugendhilfe verbessern, mithilfe eines deutschlandweit einzigartigen Computerprogramms. JUS-IT setzt Fristen, erinnert an unerledigte Aufgaben, informiert Vorgesetzte. Es nimmt den Sozialarbeitern einen Teil ihrer Verantwortung. Aber kann es Sicherheit bieten?

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...843008,00.html
  1. #1

    Peng - endlich den schuss gehört!

    Ich schockiert und betrübt, dass im Jahr 2011 eine solche Software Premiere in der deutschen Sozialwirtschaft feiert. Was haben die deigentlich die letzten 20 Jahre gemacht?
    Wahrscheinlich wurde jahrelang über Personalmangel geklagt, während gleichzeitig hochqualifizierte Menschen ihre Zeit am Kopierer verbacht und mit Ordnerwälzen vergeudet haben.
    Abgesehen davon: Was um alles in der Welt soll daran 100 Mio. € kosten?
  2. #2

    100.000.000 Euro?

    Sind die alle komplett verrückt geworden?
    Einhundert Millionen Euro für eine so einfache Software?
    Das Geld wäre in Personal und Sachleistungen erheblich besser angelegt gewesen. Da hat sich doch mal wieder jemand eine goldene Nase dran verdient.
    Ist die Software wenigstens von der landeseigenen Anstalt entwickelt worden?
  3. #3

    Zitat von gregor1979 Beitrag anzeigen
    Ich schockiert und betrübt, dass im Jahr 2011 eine solche Software Premiere in der deutschen Sozialwirtschaft feiert. Was haben die deigentlich die letzten 20 Jahre gemacht?
    Wahrscheinlich wurde jahrelang über Personalmangel geklagt, während gleichzeitig hochqualifizierte Menschen ihre Zeit am Kopierer verbacht und mit Ordnerwälzen vergeudet haben.
    Abgesehen davon: Was um alles in der Welt soll daran 100 Mio. € kosten?
    Ganz einfach, die haben andere Software verwendet! Eine der verbreitetsten Softwarelösungen im Jugendamtsbereich ist zumindest in Norddeutschland Info 51. Das Programm gibt es seit 1998.

    KDO -*Produkte -*KDO Info51

    Kostet allerdings keine 100 Millionen. Vielleicht liegt da ja das Problem.
  4. #4

    Wieso einfach,

    wenn man mit so viel Geld das Rad neu erfinden kann?
    Software mit den genannten Merkmalen ist seit Jahren von mehreren Anbietern erhältlich. Und das zu deutlich günstigeren Konditionen und mit Erfahrung durch jahrelangen Einsatz in Jugend- und Sozialämtern. In ein paar Jehren wir die "Eigenentwicklung" dann eingestampft und auf eine der Marktlösungen zurückgegriffen. Schade um das schöne Geld...
  5. #5

    Ein Hoch auf den Föderalismus

    Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    Ganz einfach, die haben andere Software verwendet! Eine der verbreitetsten Softwarelösungen im Jugendamtsbereich ist zumindest in Norddeutschland Info 51. Das Programm gibt es seit 1998.

    KDO -*Produkte -*KDO Info51

    Kostet allerdings keine 100 Millionen. Vielleicht liegt da ja das Problem.
    Wieso von anderen (Bundesländern) lernen, wenn man es auch für teuer Geld selber machen kann? Ein Fall für den Rechnungshof!
    Leider erlebt man das immer wieder, dass in Ämtern antiquiert gearbeitet wird, weil Softwareprojekte überdimensioniert werden, die exotischsten Spezialfunktionen unbedingt mit eingebaut werden müssen und sich die Einführung dann deshalb Jahre hinauszögert und einen Haufen Geld kostet. Statt einfach den Standard zu nehmen und damit schon 80% der Anforderungen abzudecken - zu 20% der Kosten. So wohl auch hier.
  6. #6

    und wo ist die Facebook Anbindung?

    Zitat von gregor1979 Beitrag anzeigen
    Leider erlebt man das immer wieder, dass in Ämtern antiquiert gearbeitet wird, weil Softwareprojekte überdimensioniert werden, die exotischsten Spezialfunktionen unbedingt mit eingebaut werden müssen und sich die Einführung dann deshalb Jahre hinauszögert und einen Haufen Geld kostet. Statt einfach den Standard zu nehmen und damit schon 80% der Anforderungen abzudecken - zu 20% der Kosten. So wohl auch hier.
    bei einem Teil des Clientels dürfte Facebook inhaltlich mehr und nützlichere Antworten bringen als die ganze schöne Staatssoftware.
  7. #7

    Einbahnstraße?

    So so, die Polizei darf nun endlich direkte Meldungen an dieses System schicken.

    Darf umgekehrt eigentlich die Polizei die Erkenntnisse der Jugendämter einsehen?

    Man hört die Datenschützer schon tief Luft holen.
  8. #8

    kann eine Software dieses Problem lösen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Hamburg will die Qualität der Jugendhilfe verbessern, mithilfe eines deutschlandweit einzigartigen Computerprogramms. Aber kann es Sicherheit bieten?

    Jugendamt Hamburg: Software JUS-IT soll Jugendhilfe verbessern - SPIEGEL ONLINE
    das eigentlich Problem:[B][/Scheele hofft... mehr Sicherheit für die Sozialarbeiter herstellen zu können, die Angst hätten, dass "wieder ein Kind durchrutscht".B] Aber was ist die Folge, befragen wir die Statistik,
    von 541 Inobhutnahmen 2010 in Leipzig waren die Ursache ca 30% Scheidung, Trennung, Beziehungsprobleme und/oder Überforderung eines Elternteils 50%. Allerdings widerspricht die Statistik sich selbst, da 394 Obhutnahmen ins Elternhaus oder die Pflegfamilie zurück kehrten und nur wenige Hilfen gewährt wurden. Man kann daher annehmen, dass die Überforderung des Elternteils nur angenommen war und das JA zu 30 % die Berechtigung annahm, bei Scheidung und Trennung die Kinder in Obhut nehmen. Tragischerweise ist im Juni erst eine Kind neben der toten Mutter verdurstet. Selbst die beste Software kann die in der Gesamtzahl sehr niedrigen fatalen Fälle nicht verhindern, wird aber immer mehr Kinder systemgefährden, Eltern entmündigen indem bei der geringsten Krise die Kinder aus der Familie, ihren Wohnungen gezerrt werden. Diese Traumatisierung tausender vielleicht sogar 10.000er Kinder wird billigend in Kauf genommen, was die Beliebtheit von Jugenämtern nicht gerade steigert und freiwillige Inanspruchnahme von Hilfen gefährdet. Das System JA muss vom Kopf auf die Füsse gestellt werden, weniger Berichte, weniger Totalitarismus,mehr Arbeit vor Ort und wenn wirklich mal was passiert, einfach anerkennen, dass vielleicht ein Mitarbeiter Fehler gemacht hat. Das kommt in allen Branchen vor, nur bei Kraftfahrern wird fahrlässige Schädigung eines Menschen bestraft, in einer Behörde aus Verantwortungsscheu produziert. Auch die teuerste Software kann Verantwortung nicht abnehmen. Das diese Rasterfahndung nach versagenden Eltern erhebliche Kollateralschäden und Kosten gebiert, viel größer sind als die schlagzeilenträchtiger Tragödien, darf für die Zukunft angenommen werden !!!
  9. #9

    B

    Beruflich wie privat habe ich häufig die Erfahrung gemacht, dass die Sozialarbeiter in den Jugendämtern entweder vollkommen unorganisiert und hilflos oder nicht Willens waren, eindeutigen und belegten Hinweisen mit allen zur Verfügung gehenden Mitteln nachzugehen. Sie haben oft sehr viel grössere Sorge, sich in das "Privatleben" der Eltern einzumischen, als davor, dass Kinder zu Schaden kommen. Nur ein Beispiel von vielen: eine schwangere Frau wird regelmässig vom Kindsvater geschlagen, wechselt wegen Betrug und Diebstahl mehrfach den Arbeitgeber, hat bereits das Sorgerecht für drei weitere Kinderverloren.trotzdem ist der Mitarbeiter des Jugendamtesder Meinung, er könne nur malfreundlich Anfragen, ob die Schwangere sich denn nicht mal bei ihm meldenwolle. Wenn nicht dann nicht...


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