Notsitze auf den Flügeln?
Fenster oder Gang? Hühnchen oder Lasagne? Beim Fliegen kann man sich vieles aussuchen, nur den Sitznachbarn nicht. Was bisher dem Zufall überlassen ist, will KLM nun planbar machen: Per Facebook und Co. sollen Passagiere ermitteln, wer nebenan Platz nehmen soll.
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/...802197,00.html
Notsitze auf den Flügeln?
Auf diesen tollen Service habe ich als Vielflieger schon mehr als zwanzig Jahre gewartet. Über die Sitznachbarn, mit denen ich bisher mein "Reiseleben" teilen musste, könnte ich inzwischen ein Buch schreiben. Das "Social Seating" von KLM wird viele Probleme lösen, vor allem auf Langstreckenflügen. Die niederländische Fluggesellschaft wird sich vor neuen Kunden nicht mehr retten können.
Fragen nach Fenster oder Gang werden künftig von Fragen abgelöst, ob der Sitznachbar männlich oder weiblich, attraktiv, jung oder alt, fettleibig oder Knoblauchesser, Muslim, Christ oder Hindu, Sandalenträger oder Barfußläufer ist. Man wird nun wählen können, ob man einen Handteppich-Inhaber neben sich haben will; oder einen Zeitungleser, der auch bei Nachtflügen fünf Stunden unaufhörlich mit dem Seiten raschelt und einem schlafenden Reisenden seine Leselampe ins Gesicht hält. So wird man wählen können, ob die Sitznachbarin single oder anschmiegsam, männer- oder frauenfeindlich und natürlich mehrsprachig ist. Natürlich hat man dann endlich auch die Möglichkeit, eine Sitznachbarin der entsprechenden sozialen Ebene, die man favorisiert, zu finden. Reisen mit KLM werden zu Traumreisen.
die idee ist einerseits nicht schlecht, liefert aber auch genug potenzial für diskriminierung.weniger attraktive menschen wandern dann auf die unbeliebten restplätze in der mitte? oder andersrum - jemand, der sich nicht unbedingt auf irgendwelchen sozialen plattformen rumtreibt (ist ja auch sooo wichtig aller welt mitzuteilen, dass man gerade einen stift auf den boden geworfen hat...) hat schon mal von vorneherein schlechte karten..
Ich denke das ist nur theoretisch moeglich. Denn zu einer Auswahl gehoeren dann naemlich mindestens 2 Passagiere und nicht nur einer. Das erste Problem ist schon mal: was wird mit dem 3. Sitz in der Reihe. Ausserdem ob einer " Knoblauchesser " ist oder etwas anderes werden Sie vorher nicht herausfinden. Ich glaub den Schmarn erst wenn es funktioniert.
"Bitte zwei junge Blondinen, links und rechts von mir."
Wird nicht lange mehr dauern das junge Blondinnen umsonst fliegen duerfen. Der dicke Alte von nebenan wird die Kosten schon uebernehmen. Nur freundlich lachen und interessiert zuhoeren.
Die ständig nörgelnden Deutschen werden dann alle zusammengesetzt, damit sie sich gegenseitig ihre Klagen vorbringen und zustimmend nickend können.
Das hilft dann Passagieren anderer Nationen, den Flug endlich einmal geniessen zu können und nicht ständig vollgemoppert zu werden, weil das Kissen zu weich oder die Decke zu kurz ist.
;-)