Smart Grid: Schlechte Aussichten für intelligente Stromzähler

ddpIntelligente Stromzähler ergänzen erneuerbare Energien perfekt: Dank ihnen sollen Kunden Elektrizität vor allem bei viel Wind oder Sonne verbrauchen. Doch bislang hat die Technik am Markt kaum Chancen. Laut einer Umfrage, die SPIEGEL ONLINE vorliegt, würde kaum ein Deutscher für sie zahlen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...843569,00.html
  1. #50

    Zitat von ollowain13 Beitrag anzeigen
    Wieso? Wie will der Verbraucher denn nachweisen, dass der Wert, der ohne sein Beisein abgelesen/automatisch übertragen wurde, auch tatsächlich derjenige ist, der abgerechnet wird? Wenn ich persönlich dabei bin, erhalte ich vor Ort ein vom Ableser gegengezeichnetes Ableseprotokoll. Ansonsten hat man doch überhaupt keine Kontrolle mehr, sondern muss sich darauf verlassen, dass man von seinem Anbieter nicht beschummelt wird - und das ist gerade nach den Erfahrungen auf dem Heizungsablesemarkt eher nicht anzunehmen.
    Also der Zählerstand des Stromzählers, der anders, als es bei den Heizkosten und den für Laien nicht nachvollziehbaren Werten der Messtände der Heizkostenablesegeräte und Verdunsterröhrchen zu sehen, in einfachen Zahlen dargestellt wird, der ist weiterhin für jeden einsehbar, überprüf- und kontrollierbar.
    Ein Smart-Meter "zählt" nicht anders, und was ein Komma in einer Zahl bedeutet wissen die meisten. Wer außerdem weiß was ein Kalender ist, mit dem "Jahr" also vertraut, der dürfte keine Schwierigkeiten haben das nachvollziehen zu können.

    Und, bei uns wurden schon längst die "Ableser" vom Stromanversorger wegrationalisiert. Da läuft einiges anders als bei Heizung & Co.

    Zitat von ollowain13 Beitrag anzeigen
    Was die Kosten angeht: Ja, die von Ihnen genannte Ersparnis fällt an - aber nur beim Anbieter, nicht beim Verbraucher. Sie glauben doch nicht im Ernst, dass er diese Einsparungen weiter gibt? Darauf hätte man vielleicht noch hoffen können, als die Stromwirtschaft eine staatliche Domäne war. Aber Eon und Co werden den Teufel tun und auf diese Möglichkeit der Gewinnmaximierung verzichten.
    Aha,....
    Wiedermal. Nennen Sie doch mal 13 Jahre wie die letzten, während denen der Stromkostenanstieg wie derder letzen 13 Jahre aussah, aber als die Stromversorgung staatlich war während solcher 13 Jahre.
    Zitat von ollowain13 Beitrag anzeigen
    Was anderes noch: Wenn man wirklich wollte, dass der Endkunde bei den Stromkosten spart, dann würde man das System der EEX sofort abschaffen. Will man aber eigentlich nicht. Man will - was durchaus sinnvoll wäre - den gleichen Strombedarf mit weniger Kraftwerken und Leitungen decken können, was eine bessere Auslastung der Kraftwerke egal welcher Art und außerdem sehr viel geringere Kosten für die Energiewirtschaft bedeuten würde. Dieser Vorteil wird aber allerhöchstens zu verschwindend geringen Teilen an den Endkunden weitergegeben werden, und genau deshalb weigert der sich im Moment auch, dabei mitzumachen.
    Und staatliche Versorger verschenken diese Zähler dann selbstverständlich bei der Einführung, aber der Kunde bekommt dafür eine Info, daß der Hersteller die Kosten trägt,........weil vernünftig ist... ?
  2. #51

    Totgeburt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Intelligente Stromzähler ergänzen erneuerbare Energien perfekt: Dank ihnen sollen Kunden Elektrizität vor allem bei viel Wind oder Sonne verbrauchen. Doch bislang hat die Technik am Markt kaum Chancen. Laut einer Umfrage, die SPIEGEL ONLINE vorliegt, würde kaum ein Deutscher für sie zahlen.

    Smart Meter: Verbraucher wollen intelligente Zähler umsonst - SPIEGEL ONLINE
    Smart Metering ist bis jetzt eine Totgeburt. Vor etwa 3 Jahren wurde das Thema enorm gehypt, vor allem von den allwissenden Beraterfirmen, die jedem mittelgroßen Stadtwerk prophezeihten, dass sie nicht überlebensfähig sind, wenn sie nicht ihre Strategie komplett auf Smart Metering umstellen. Passiert ist seit dem wenig bis gar nichts.
    Der Grund ist simpel und hier schon mehrfach angesprochen worden: Es fehlt am Nutzen für den Verbraucher und die Technik ist zu teuer. Viel zu teuer! Außerdem werden moderne Haushaltsgeräte immer sparsamer. Die früher als Stomfresser gebrandmarkten Kühlgeräte verbrauchen heute Strom für häufig kaum 40 Euro pro Jahr. Was kann man da noch sparen?
    Um einen Smart-Meter wirklich sinnvoll nutzen zu können, braucht man einen großen Verbraucher (am besten E-Auto, alternativ E-Wärmepumpe inkl. WW-Speicher mit E-Heizstab).

    Fazit: Smart Metering lässt sich singulär nicht vermarkten. Der Weg geht daüber, dass in einem vernetzten Haushalt Smart Metering als add-on vertrieben werden kann.
    Beispiel: Über mein Smartphone kann ich von unterwegs die WW-Bereitung anschmeißen, wenn ich abends noch baden möchte (im Normalfall dusche ich morgens und deswegen ist abends nur wenig Warmwasser bereit). Ich kann auch die Waschmaschine starten, damit ich die Wäsche sofort aufhängen kann, wenn ich zu Hause bin. Nach dem Wäsche aufhängen muss ich noch schnell eine Besorgung erledigen. Von unterwegs überprüfe ich die Gartemperatur der Lasagne im Backofen, die ich vorbereitet aus dem Kühlschrank in den Ofen gestellt habe. Am Kühlschrank habe ich ein Display, dass mich über den Inalt desselbigen informiert. Alternativ kann ich dort auch meine E-Mails überprüfen oder - und damit sind wir beim Thema - meinen Stromverbrauch kontrollieren, die Preisprognose der nächsten Stunde anschauen und ggf. die Wäsche doch noch in den Trockner schmeißen.
  3. #52

    schlecht recherchiert von

    In der 2011er Novelle zum EnWG sind die Vorgaben klar geregelt wann Smart-Meter flächendeckend einzubauen sind (Beginn 2013). Der Bürger wird nun nicht mehr gefragt und bezahlen werden es alle über die Netzkosten.
    Da könnt ihr hier Meinungen posten....
  4. #53

    Zitat von mr.ious Beitrag anzeigen
    ..... die "Ableser" vom Stromanversorger wegrationalisiert.

    ......................
    der Kunde bekommt dafür eine Info, daß der Hersteller die Kosten trägt,........weil vernünftig ist... ?
    Das sollte nicht - Strohmannversorger - heißen, sondern ist eine Mischung aus Stromanbieter und Stromversorger geworden. Nicht das mir irgendwelche Weisheiten von verkoksten Westentaschenpsychologen unterstellt werden.
    Allerdings weiß ich nicht ob's Freudianische vertipper gibt. Kann sein ich tue ihm hier teilweise unrecht. ;)

    Und noch ein - 's - nach "ob's Freud..." das fehlt nämlich beim - weil -.
  5. #54

    Zitat von dr.u. Beitrag anzeigen
    Falsch. Ein Smart Meterspart sehr wohl Strom:
    ...
    Das stimmt wohl in Bezug auf den Eigenverbrauch des Gerätes selbst, keinesfalls aber in Bezug auf den Stromverbrauch der gesamten Infrastruktur, die das smart metering ja erst ermöglichen soll, Info-Displays, jede Menge Steuergeräte (Wärmepumpe, Gefrierschrank, Wäschetrockner, Waschmaschine, Kühlschrank,...) in der jeweiligen Wohnung/Haus, Router, Kabel, ADSL-Standleitung usw. usf.

    Wenn da ein Nullsummenspiel herauskäme, wäre das schon genial. Es steht jedoch, vergleicht man das mit den Verbräuchen bekanner PC- und Laptopkomponenten, leider zu vermuten, dass da weitaus mehr elektrische Energie verpulvert werden wird als die heutigen "tumben" Zähler verbrauchen.

    Und was nutzt es mir, wenn ich zufolge smart metering 10 Euro im Monat sparen kann, wenn mir die EVU 25 Euro für die Betriebskosten vom System abziehen? Von den Anschaffungskosten (Wie sollen die sich denn eigentlich amortisieren?) ganz zu schweigen.

    Ich persönlich könnte diese Mehrkosten ohne Probleme bezahlen, um der "guten Sache" willen z.B.. Zig Millionen andere Deutsche haben hingegen nicht die Spur einer Chance diese Zusatzkosten auch nur ansatzweise zu stemmen.

    Ein weiterer Beleg dafür, dass die deutsche Energiewende nichts weiter als ein übles Umverteilungsmanöver zu Lasten des ärmsten Drittels der deutschen Gesellschaft und zugunsten der Windmüller und Eigenheimblaudachbesitzer ist.
  6. #55

    Zitat von kartonwellpappe Beitrag anzeigen
    Die einzig signifikante Wirkung dürfte in der direkten Ablesbarkeit der verbrauchten Energie sein. Daraufhin macht sich der ein oder andere Gedanken über seinen Energieverbrauch.
    Das ist okay, ein Lerneffekt halt.
    Da tut es aber auch ein sterbliches Energiemessgerät, das man bei vielen Stadtwerken leihen kann.

    Wer stellt eigentlich die Infrastruktur zur Datenübertragung zur Verfügung? Bislang der Kunde.
    Ganz genau! Die Grosseinsparer bei den Feldversuchen sind Personen in Einfamilienhäusern, die alle zwei Minuten auf ihren Infodisplay klicken, die ihr Leben der Einsparung widmen, nichts anderes als Stromverbrauchsminimierung im Kopf haben und die danach beschliessen lieber kalt zu duschen. ;-o

    In den aber- und abermillionen Durchschnittshaushalten wird, so die Testergebnisse, in der Grössenordnung von 1 ... 2% eingespart. Mehr geht auch kaum, es sei denn, es wird zukünftig in den Hauspordnungen gestattet, dass in Mehrfamilienhäusern nachts um vier Uhr exzessiv geduscht und die Waschmaschine angeschaltet werden darf.

    Your choice. ;-o
  7. #56

    Nein, Zusatzkosten.....

    Zitat von wi28 Beitrag anzeigen
    ...Wer sich einmal ausgerechnet hat, dass selbst bei den größten Preisspitzen der Anreiz, die Waschmaschine nachts laufen zu lassen nur einzelne Cents beträgt, weiß, warum bei Durchschnittshaushalten mit Smart Metering nichts zu holen ist (außer für die Zählerindustrie).
    Das bringt keinen Ersparrnis, das erzeugt nur zusätzliche Kosten. Man braucht dann nämlich eiun paar Anwälte, die das Problem mit dem Nachbarn klären, ist eben nachts doch etwas laut ...
  8. #57

    Der erste Schritt ...

    Zitat von mopsfidel Beitrag anzeigen
    ......Ich wette allerdings darauf, dass in spätestens in 5 Jahren ein Stromausbauerneuerungsgesetz beschlossen wird, in dem jeder Verbraucher verpflichtet wird, sich ein solches Messgerät einpflanzen zu lassen.
    Der erste Schritt ist getan. Nennt sich Meldegesetz.
    Fragen und Antworten zum Meldegesetz: Was geschieht mit Meldedaten? - SPIEGEL ONLINE

    Künftig dürfen die Stromanbieter die Adressen verkaufen. Die kennen Haushaltsgröße und Stromverbrauch. Aus den Verbrauchsdaten lassen sich leicht Schlussfolgerungen über Alter und Größe des Fernsehgerätes ziehen. Und dann weiß man auch wie oft die Familie die Wäsche wäscht, wie alt die Waschmaschinbe ist, wann die Familie das Haus verlässt usw. Von den Versandhändlern wird Werbung für neue Fernseher oder Waschmaschinen verschickt. TV-Anbieter können aus dem Stromverbrauch schlussfolgern, wann die Familie was (Korrelation mit den Programmen) sieht. Ein Angebot über angepasste Bezahlfernsehprogramme sind dann optiimal. Und wenn die Familie täglich oder zum Wochenende das Mittagessen zubereitet, ist das natürlich energieintensiv. Da könnenAngebote von Pizzadiensten den Stromverbrauch erheblich reduzieren. .... perfekt.
  9. #58

    Genau das ist auch mein Gedanke zu dem Thema

    Zitat von mauimeyer Beitrag anzeigen
    Die Stromlieferanten befürchten aber Umsatzeinbrüche und lassen die Entwicklung bewußt schleifen. Ohne sanften Zwang wird da nichts zu machen sein. der verbraucher würde schon reagieren, wenn das Angebot vernunftig ist!
    Kauri
    Wenn infolge der m.E. absolut richtigen Energiewende an einem trüben Wintertag mit Flaute die kWh in 5 Jahren bei einem Euro liegt, wird ein nicht-Smartgrid-Tarif als Durchschnittstarif auch nicht mehr für 22ct haltbar sein, sondern eher für 50. Wenn dann die Alternative Smartgrid zwischen 10ct und einem Euro pendelt, rechnet sich das ganz schnell, sofern man zumindest den Hauch von Flexibilität besitzt und den Grundbedarf durch Standby und Co. klein hält.
  10. #59

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Intelligente Stromzähler ergänzen erneuerbare Energien perfekt: Dank ihnen sollen Kunden Elektrizität vor allem bei viel Wind oder Sonne verbrauchen. Doch bislang hat die Technik am Markt kaum Chancen. Laut einer Umfrage, die SPIEGEL ONLINE vorliegt, würde kaum ein Deutscher für sie zahlen.

    Smart Meter: Verbraucher wollen intelligente Zähler umsonst - SPIEGEL ONLINE
    Ist so wie mit dem Glühlampenverbot. Wer profitiert davon? Nicht der Verbraucher, denn der zahlt jetzt den 10-fachen Preis für Leuchtmittel, Geld das man über den vernachlässigbaren Stromverbrauch der Beleuchtung nie mehr rein bekommt. Gewinner ist die Leuchtmittelindustrie die per Gesetz jetzt Hochpreisprodukte verkaufen darf. Beim "intelligenten" Zähler läuft es genau so! Siemens und CO verdienen an der Umrüstung und der Stromkunde hat unter dem Strich nur Mehrkosten.

    Deutschland wird grün!