Forum


 

Slums in Rio de Janeiro: Dealer stoppen angeblich Crack-Verkauf

APIn brasilianischen Großstädten werden ganze Stadtteile nachts zu "Cracklands". Doch nun behaupten Dealer in zwei Slums der Hauptstadt, die Droge nicht mehr zu verkaufen - die Abhängigen würden die Nachbarschaft zerstören. Doch die Behörden vermuten einen anderen Grund hinter dem Sinneswandel.

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...851441,00.html
  1. #1

    warum

    sollte es unauffaelliger sein mariuhana zu verkaufen? grass riecht ein bulle 10m gegen den wind im gegensatz zu crack. ausserdem muss man viel mehr mit sich herumschleppen um den gleichen gewinn zu machen. nochdazu kann ich mir kaum vorstellen, dass ein cracksuechtiger auf einmal mit mariuhana zufrieden ist....
  2. #2

    Rio de Janeiro, Hauptstadt von Brasilien?

    so so...das ist ein regionaler Kenner am Werk!

    Und ja, tatsächlich ist es so, dass die Dealer die Duldung ihrer Comunidades benötigen. Das ist ähnlich wie bei der italienischen Mafia, die nicht nur eine reine kriminelle Gemeinschaft ist, sondern auch als Schutzpatron fungiert, der für das Wohlergehen der Viertel mitverantwortlich ist...in diesem Sinne ist es durchaus plausibel, dass kein Crack mehr verkauft wird. Das ist auch nicht neu, sondern in vielen Favelas schon seit mehreren Jahren so.

    By the way: Ihr könntet ferner auch mal etwas anderes aus Rio berichten als immer nur Drogen, Slums und Karneval. Als ob es in einer 7 millionen EW Metropole (die nebenbei das kulturelle Herz Brasiliens ist) nichts anderes gäbe. Typisch Spiegel Online: Schön unsere Klischees bedienen, damit wir uns seicht unterhalten lassen können zwischen Kaffeepause und Arbeitsalltag-
  3. #3

    Zitat von ziegenzuechter Beitrag anzeigen
    sollte es unauffaelliger sein mariuhana zu verkaufen? grass riecht ein bulle 10m gegen den wind im gegensatz zu crack. ausserdem muss man viel mehr mit sich herumschleppen um den gleichen gewinn zu machen. nochdazu kann ich mir kaum vorstellen, dass ein cracksuechtiger auf einmal mit mariuhana zufrieden ist....
    Vermutlich ist nicht der Verkauf selber, sondern die Folgen auffälliger. Wie im Artikel beschrieben waren die Straßen wohl voller Crack-Zombies, was logischerweise im Straßenbild mehr auffällt, als ein paar relativ entspannte Grass-Raucher.
  4. #4

    wahrscheinlich

    ist die Auffälligkeit der abhängigen Konsumenten / Kunden gemeint. Drogenhandel ist ja nun auch eine moderne Industrie, die im weitesten Sinne den Gesetzmäßigkeiten der Marktwirtschaft unterliegt. Und diejenigen, die solche Geschäfte kontrollieren sind ja keine ungebildeten Kleinkriminellen.

    Kann mir kaum vorstellen, daß es langfristig lukrativ ist, einen Kundenstamm aufzubauen, der sich besonders durch extremste geistige und körperliche Verwahrlosung auszeichnet. Das führt doch bloß zu Gewalt, und treibt die Vertriebskosten wieder in die Höhe.

    In gewissem Maß bleibts doch letztlich auch am Händler hängen, seine Kunden zu schützen - zumindest soweit, daß der Handel ermöglicht bleibt. Der Konsument in Reinform, der für nichts anderes zu gebrauchen ist, als zu konsumieren, ist marktwirtschaflich wohl kaum langfristig ertragreich.

    Vielleicht ist es auch so, daß der Crackverkauf zu Dumpingpreisen im sozialen Bodensatz so etwas war, wie eine Markteinführungs-Phase zur flächendeckenden Verbreitung des Produkts, um letztlich mehr zahlungskräftigere Käuferschichten zu erreichen..?
  5. #5

    re

    "wahrscheinlich ist die Auffälligkeit der abhängigen Konsumenten / Kunden gemeint"
    Denke ich auch, aber die Menschen, die bereits Süchtig sind, werden sich mit keiner anderen Droge (harmloses Haschisch- lächerlich) abspeisen lassen.
    Was wird also nun aus diesen, und wo bekommen sie ihre Stones her? Da sehe ich das Problem.Befürchte das deswegen schlimme Dinge passieren und es Tote geben wird.
  6. #6

    Toter Kunde konsumiert nicht

    Der Grund ist der schnelle "Verlust" des Kunden. Und natürlich der geringe Preis. Mehr verdient der "Traficante" mit Kokain und langlebigen Kunden.
  7. #7

    Zitat von meckerbengel3 Beitrag anzeigen

    By the way: Ihr könntet ferner auch mal etwas anderes aus Rio berichten als immer nur Drogen, Slums und Karneval. Als ob es in einer 7 millionen EW Metropole (die nebenbei das kulturelle Herz Brasiliens ist) nichts anderes gäbe.
    Aber echt mal, ich meine wer interessiert sich schon für Dealer die in den Cracklands versuchen Amok-Laufende Crack-Zombies zu bekämpfen?!
    Ein Artikel über familienfreundlichen Öko-Tourismus in Rio wäre viel geiler!
  8. #8

    Sie haben wohl zu viele Mafia-Filme à la 'Godfather' gesehen

    Zitat von meckerbengel3 Beitrag anzeigen
    so so...das ist ein regionaler Kenner am Werk!

    Und ja, tatsächlich ist es so, dass die Dealer die Duldung ihrer Comunidades benötigen. Das ist ähnlich wie bei der italienischen Mafia, die nicht nur eine reine kriminelle Gemeinschaft ist, sondern auch als Schutzpatron fungiert, der für das Wohlergehen der Viertel mitverantwortlich ist...in diesem Sinne ist es durchaus plausibel, dass kein Crack mehr verkauft wird. Das ist auch nicht neu, sondern in vielen Favelas schon seit mehreren Jahren so.
    Dass die italienische Mafia "für das Wohlergehen der Viertel mitverantwortlich ist", ist ja der Lacher des Tages. Vor allem die von ihr "beglückten" Bewohner der entsprechenden Städte zollen Ihnen für diese 'ortskundige' Analyse sicher stehende Ovationen - statt auf die Straße zu gehen um gegen die Mafia zu protestieren...
  9. #9

    Anmerkungen

    Ich gebe "spiegelblick" recht, das auch der Drogenhandel den Gesetzmaessigkeiten des Marktes unterliegt. Aber meine Schlussfolgerungen waeren dann diametral zu seinen.
    Crackherstellung ist im Gegensatz zur Kokain Produktion oder Marihuana / Hanfanbau viel billiger und schneller. Der Deckungsbeitrag von Crack ist viel höher als bei anderen Drogen. Crack macht sofort süchtig, was wiederrum heisst, das ich sofort einen Kunden gewonnen habe. Die Gewaltbereitschaft von Crack Usern von der "spiegelblick" spricht ist richtig. Nur steigen dadurch nicht die Vertriebskosten der Drogenbosse sondern der jeweiligen Regierung oder Stadt. Insoweit sollte dies für einen Drogenboss relativ egal sein. Aber es gibt einen anderen Grund warum Crack für die Dealer zu einem Problem werden kann. Der Einstieg ins Crack Geschaeft ist leichter zu bewerstelligen, als bei anderen Drogen. Crack auf lange Sicht gesehen verursacht Konkurrenz und damit niedrigere Gewinne und langfristig Krieg zwischen den Kartellen um die Pfründe. Ich glaube das ist einer der Hauptgründe, warum die maechtigen Dealer das Crack Geschaft einstellen wollen. Das Investment für Koks oder Marihuana is höher und damit schon ein natürliche Barriere für einen Markteintritt für neue Konkurrenten. Nur bin ich mir nicht sicher ob man den Teufel, den man mal gerufen hat so leicht wieder los wird.


TOP



TOP