Tote,*Dämonen*und ein nackter Pianist: Das religionskritische Theaterstück "Gólgata Picnic" sorgt in Hamburg für Aufregung. Die konservativen Piusbrüder*wollen jetzt sogar das Thalia Theater anzeigen.
Skandalinszenierung: Piusbrüder drohen Hamburger Theater mit Anzeige - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
Noch ein Nachschlag zur Selbstsuggestion:
Kindesentführung in den Sudan
Vater im Glauben
Natürlich kann das keinen der anwesenden Gläubigen beeindrucken, das ist schon klar. Schließlich ist das einer dieser Spinner, der die wahre christliche Lehre nicht verstanden hat. Dummerweise gibt es immer wieder solche Leute, die viel Unheil über ihre Mitenschen bringen.
Nochmal: Sie verwechseln Ursache mit Wirkung.
Menschen begehen Verbrechen grundsätzlich nicht deshalb, weil sie als Christen, Moslems, Atheisten etc. erzogen wurden, sondern weil sie nun einmal Menschen mit allen Fehlern und Schwächen sind.
Davon zu unterscheiden sind die Verbrechen, die z. B. die christliche Lehre selbst gebietet, aber solche Lehrsätze zeigen Sie mir erst mal, die gibt es nämlich nicht.
Nur letzteres wäre aber systemimmanent, ist dieser Unterschied jetzt auch Ihnen endlich klar?
Ich lasse mich grundsätzlich nicht einschüchtern und weiß um die Pseudowissenschaftlichkeit der Religionskritiker, ist mir schon klar, dass das manche Leute stört.
Weisen Sie nach, dass diese Exzesse irgendwo in den Lehrsätzen der Kirche gefordert oder gefördert wurden, dann können wir darüber reden.
Es gibt und es gab aber nie einen Lehrsatz der Kirche, der die physische Vernichtung Andersdenkender forderte.
Im atheistischen Kommunismus gab es diese Forderung durchaus.
Doch, das habe ich. Aber jede Gleichsetzung von Christen und Kommunisten ist eine Gleichsetzung der Opfer mit den Tätern, und das verbietet sich auch dann, wenn man mit diesem Vergleich eigentlich etwas ganz anderes aussagen wollte.
Erich Mielke, bekennender Atheist und rechtskräftig verurteilter Polizistenmörder: "Wir sind nicht gefeit, leider, dass auch mal ein Schuft noch unter uns sein kann, wir sind nicht gefeit dagegen, leider. Wenn ich das schon jetzt wüsste, dann würde er ab morgen schon nicht mehr leben. Ganz kurz — Prozess. Aber weil ich Humanist bin, deshalb habe ich solche Auffassungen."
Und was verrät uns diese Meinung eines kranken, alten Mannes tatsächlich über den Atheismus-Humanismus: Richtig, nichts!
Und was wollten Sie nochmal mit ihrem Fallbeispiel belegen?
Ich habe mir den Link mal angeschaut. Das ist eben meine Erfahrung. Ich selbst bin allerdings Geisteswissenschaftler und nicht Naturwissenschaftler.
Letztere haben es irgendwie sogar einfacher. Weil sie die Grenze ihres Forschens erleben. Dazu die immer wieder neuen Entdeckungen, Entwicklungen usw. Und viel genauer unterscheiden können zwischen einer Forschung und Wissenschaft und einem persönlichen Glauben. Ich denke da an einen in unserer Gegend bekannten Astrophysiker, den ich allerdings vor allem als einen hervorragenden Organisten schätzen. Er ist ein gläubiger Mensch. Das geht in der Tat alles zusammen.
Wie traurig, wenn ein Mensch völlig einseitig gepolt ist.
Ich denke da auch an Blaise Pascal, den französischen Mathematiker und Philosophen, einen tief gläubigen Menschen.
Vielleicht sollten Sie da alles lesen. Der Mann gehörte zu einer christlichen eher konservativen Gemeinde. War ihm aber alles nicht streng genug. Jeder Mensch kann aus welchem Grund auch immer völlig "neben der Kapp" sein. Das ist dieser Mann. Sonst wäre er doch nicht auf diese irre Idee gekommen. Hoffe, ihm kann noch mal geholfen werden. Allerdings kommt jetzt erst mal die Verhandlung.
Zu allem: Religion an sich kann in der Tat falsche Ziele verfolgen. Können wir weltweit sehen. Als Christ kann ich auch falsch marschieren, wenn ich mir so meine eigene Religion zusammenbastle. Leider ist das in der Geschichte des Christentums so oft passiert. Je weiter sich die Menschen von der Botschaft Jesu entfernt haben, um so "religiöser" waren sie manchmal. Mit verheerenden Folgen, die ich hier nicht aufführen muss. Darum ist es wichtig, auf die Bibel zu achten. Hier ist aber schon wieder ein Haken: die kann man auch falsch verstehen, wenn man sich nicht von Gottes Geist, sondern vom Egoismus leiten läßt.
Hier zitieren einige Bibelstellen, die man halt schon im Zusammenhang sehen muss. Das muss man übrigens immer im Leben. Man kann da jedes Buch falsch zitieren.
Ach, und die Hölle. Da sollte man vielleicht auch darüber nachdenken, was da gemeint ist. Wir sind ja wohl sehr von den mittelalterlichen Gemälden beeinflußt. Die kann ich mir auch nicht anschauen.
Die Sache ist so: wir entscheiden uns hier auf dieser Erde, wo wir einmal sein möchten. Wer hier nichts mit Gott zu tun haben will, der wird sich doch nicht wünschen, dann einmal sozusagen zwangsweise bei ihm zu sein.
Hölle heißt: auf ewig von Gott getrennt zu sein. Und dann zu wissen: es gibt Gott und ich habe ihn abgelehnt und habe nun keine Gelegenheit, das zu ändern: das ist die Hölle.
Schon viele Menschen sind gewissermaßen durch eine Art Hölle gegangen: etwas Schreckliches getan zu haben (vielleicht unbeabsichtigt), es nicht mehr gut machen zu können, das kann Menschen an den Rand der Verzweiflung bringen.
Es gibt allerdings für alle Menchen eine gute Botschaft: wir können immer zu Gott umkehren, weil er gerne vergibt. Ja, er sagt schon im Alten Testamtent ganz klar, dass er gar nicht mehr an unsere Verfehlungen denken will, wenn wir sie bekennen.
Es freut mich, dass Sie Dietrich Bonhoeffer anführen. Aber er war nun nicht der einzige Christ oder überhaupt Deutscher, der Juden nicht nur nicht verfolgte, sondern auch beschützte. In Jerusalem gibt es eine Gedenkstrecke in Yad Vashem für die "Gerechten der Völker". Da stehen auch die Namen von Deutschen. Und nicht wenige haben dafür sogar ihr Leben gelassen.
Es stimmt natürlich, dass gerade die "Deutschen Christen" große Mitschuld an der Shoa haben.
Ich erinnere mich noch genau daran, als ich als junger Mensch im Brief des Apostels Paulus an die Christengemeinde in Rom vor allem das Kapitel 11 las, da war ich einfach erschüttert. Wie konnte das geschehen, hatten diese Kirchenführer das nicht gelesen?
Nicht die Bibel ist schuld, sondern die Menschen, die sich alles so zurechtlegen wie sie es wollen. Statt sich selbst zurecht weisen zu lassen.
Sie sind nun schon oft genug darauf hingewiesen worden, dass Ihre hier bereits mehrfach geäußerte, persönliche Überzeugung, dass Gläubige alle doof sind, aber sie selber ausgesprochen gebildet und schlau, auch nichts anderes ist als ein Glaube.
Wie Sie hier im Forum einem Dr. rer. nat. einfach per Ferndiagnose allein aufgrund dessen Religion jegliche beruflichen Fähigkeiten abgesprochen haben, alle Achtung, das hatte schon was!
Aber wenn sich Leute schon einmal einbilden, in allem und auf jedem Favchgebiet den vollen Durchblick zu haben, dann ist es bis zur richtigen Hellseherei ja auch kein großer Schritt mehr, nicht wahr?
Aber Pardon, daran glaubt ein überzeugter Freidenker ja nicht, das hatte ich vergessen.
Ach was, einen Dr. rer.nat. hat doch fast jeder Müllwerker. Mit denen können Sie bald die Straße pflastern. Mancher ist noch nicht mal richtig erwachsen. Fragen Sie mal beim Jobcenter nach und verwechseln Sie nicht Ausbildung mit Einbildung.
Der Glaube an die Wirksamkeit des sogenannten Wetterläutens gestattet bei einem in gut katholischer Gegend lebenden Landbewohner noch nicht den Schluß auf Dummheit, während der gleiche Glaube bei einem gebildeten, insbesondere naturwissenschaftlich gebildeten Städter eine derartige Annahme wohl rechtfertigen würde.
Leopold Loewenfeld (1847-1924), Über die Dummheit, 1909