Skandal-Aufarbeitung: Missbrauchsopfern droht der Maulkorb

Drei Bundesministerinnen, 60 Experten: Am Runden Tisch zum Missbrauch stehen die Interessen von Institutionen und Parteien im Zentrum, nicht die der Opfer. Jetzt geht es um mögliche Entschädigungen. Etliche Betroffene haben ganz andere Probleme: Sie sehen sich Klagen mutmaßlicher Täter ausgesetzt.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...748348,00.html
  1. #80

    ...

    Zitat von wanderer297 Beitrag anzeigen
    Obwohl ich nicht zu den Opfern gehöre, möchte ich diesen
    Menschen zustimmen. Als ehemaliger Ministrant (Jahrgang 1930)raunten wir uns hinter vorgehaltener Hand die selt-samen "Handgreiflichkeiten" von jungen Kaplänen an bestimm-ten nachgiebigen (sprich wehrlosen) Jungen. Wer sich wehrte oder den Eltern davon berichtete, wurde als Lügner oder Phantast bezeichnet, denn so etwas "tut ein geistlicher Herr" nicht. Wurde es doch einmal öffentlich, dann wurde dieser Kinderfreund nach Rom versetzt, oder in eine Land-pfarrei. Zur Entschädigung: Wann wird dieser lebens- und liebesfeindlichen Institution der Geldhahn abgedreht? Unser Staat, der blöderweise auch noch automatisch die Steuern (ab Baby-Zwangstaufe) eintreibt und den Managern des Glau-bens noch Milliarden(!) nachwirft, muss endlich den Auftrag des Grundgesetzes erfüllen und eine Trennung von Staat und Kirche vollziehen - zum Wohl der wahren Christen...
    Offenbar kennen Sie das Grundgesetz nicht und ob Sie Meßdiener waren, wag ich zu bezweifeln. Ich war es und es gab nie irgendwelche Annäherungsversuche oder Liebkosungen oder sonst etwas durch den Pfarrer.

    Priester die sexuellen Mißbrauch begangen haben sind die Ausnahme und leider versagt hier die Kirche bei der Auswahl der Theologiestudenten. Noch besser wäre allerdings die Aufhebung des Zölibats, damit Priester heiraten könnten. Ich hoffe in naher Zukunft bewegt sich endlich etwas in diese Richtung.
  2. #81

    fvbz

    Zitat von Götternot Beitrag anzeigen
    Offenbar kennen Sie das Grundgesetz nicht und ob Sie Meßdiener waren, wag ich zu bezweifeln. Ich war es und es gab nie irgendwelche Annäherungsversuche oder Liebkosungen oder sonst etwas durch den Pfarrer.

    Priester die sexuellen Mißbrauch begangen haben sind die Ausnahme und leider versagt hier die Kirche bei der Auswahl der Theologiestudenten. Noch besser wäre allerdings die Aufhebung des Zölibats, damit Priester heiraten könnten. Ich hoffe in naher Zukunft bewegt sich endlich etwas in diese Richtung.
    Sie wissen selber, dass diese Ihre Aussage so nicht aufrecht erhalten werden kann, weder in D noch in Europa noch weltweit.
    Ich kann die Verzweiflung vieler Katholiken nachvollziehen, sich innerlich für diese klerikalen Taten zu schämen und Sie möglichst nach außen hin zu negieren (ich rege mich ebenfalls über solche taten in der EKD auf!) -
    aber die vorliegenden Daten lassen solche Beschönigungen einfach nicht mehr zu – da hilft auch ein Kröber nicht mehr weiter!
    Sehen Sie, im Mutterland des Katholizismus schreibt ein Opferverband dem Papst einen Brief und weist ihn darauf hin, dass alleine seit 2000 rechtmäßig von Gerichten 150 Priester wegen pädokrimineller Taten verurteilt worden sind – und dies nach Leitlinien und verändertem Umgang von Seiten des Vatikans aus...
    Und Sie kennen die Ergebnisse aus der Erzdiözese München-Freisig(mindestens 150 von 800). Würde man der Pfeifferschen Argumentation folgen, dass auf Grund der Erkenntnisse des John-Jay-College Ergebnisse in einzelnen Diözesen auf alle landesweit übertragen werden können und man deshalb, bei der geplanten „Tiefenbohrung“, nur 9 von 26 Diözesen per Akteneinsicht zu prüfen brauche könnte man doch jetzt schon von erschreckenden Zahlen ausgehen, oder?
    Der abusetracker von bishop-accountability listet jeden Tag weltweit neue Fakten auf, der RuTiMi berichtete, ebenso wie die Beauftragte, das DJI, der RuTiHeim usw., die hotline-Ergebnisse der Kirchen stehen noch aus....
    Wir könnten zu einer sachbezogenen Diskussion zurück kehren, wenn endlich Realismus einziehen würde.
  3. #82

    Konvention....

    Zitat von ergo-oetken Beitrag anzeigen
    ......
    Und dass ein ausreichend großer Teil der Bevölkerung verstanden hat, dass die Täter mitten unter uns leben und alle möglichen Posten innehaben. Dass sie nicht nur männlichen Geschlechts sind und dass sie keine grünen Punkte im Gesicht haben.
    Angelika Oetken, Berlin, Betroffene sexualisierter Misshandlung in der Kindheit
    Auch wenn es ein Teil der Bevölkerung verstanden hat:
    die Entscheidungsträger aber anscheinend noch nicht.

    Sonst würde die „Convention on the Protection of Children against Sexual Exploitation and Sexual Abuse“ des Europarates in Deutschland nach 4 Jahren seit Unterzeichnung doch schon längst ratifiziert und in Kraft gesetzt worden sein -
    Der kleine Staat mit den 931 Einwohnern hat sie noch nicht einmal unterschrieben......