DPAProvider als Hilfssherriffs: In den USA soll das sogenannte "Six-Strikes"-Warnsystem den Kampf gegen Copyright-Verletzungen vereinfachen, Internetanbieter sollen Kunden warnen und ihnen unter Umständen auch die Datenübertragung drosseln.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/s...-a-860469.html
Wie geil is das denn?! Ich darf 35 Dollar bezahlen um meine Unschuld "prüfen" zu lassen? Also direkt mal alle abmahnen, von jedem das Geld kassieren. Ein "Pop-Up" mit "Sorry" gibt's dann gratis. Und ein paar Monate später dann darf man erneut "prüfen" lassen. Es ist einfach nur genial was die Leute sich so ausdenken.
Dass der Spiegel immer wieder solche polemischen Meldungen über die "Raubmordkopierer" bringt, spricht nicht gerade für die Unabhängigkeit des Spiegels. Six-Strikes ist ein krasser Eingriff in die Privatsphäre, da der Surfer einfach ohne begründeten Verdacht überwacht wird.
Dann werden die Menschen eben wieder Festplatten tauschen. Sie zahlen ja sowieso schon Gema auf jeden Rohling. Solange die Content-Industrie kontinuierlich die inhaltliche Qualität senkt, die Werbezeit und Preise erhöht und kein zeitgemässes Webangebot bietet, wird die Zahl der Raubmordkopierer zunehmen.
Die Menschen wollen ein Portal wie kino.to, bei dem man wie bei Spotify für 10 Euro im Monat Flatrate-Glotzen kann. Aber die Content-Industrie ist ja schon lange gewohnt, sogar für Null-Inhalte, Werbepropaganda und Pseudoinformationen abzukassieren. Man braucht nur den Fernseher anschalten und bekommt sofort Kopfschmerzen. Man muss nur einmal ins Mainstream-Kino gehen und hat dann für Jahre von den Preisen und der kalten Massenabfertigung genug. Klar flüchten da alle. So dumm und abgestumpft ist kein Mensch auf dieser Welt.
Und wenn sie Bittorrent filtern oder erkennen können, wird es bald ein anderes, besseres Tauschsystem geben.
Den Begriff "Raubkopierer" zu verwenden, ist polemisch. Der Begriff hat nichts mit dem realen Tatbestand zu tun. Raub ist die gewaltsame Wegnahme eines Gegenstandes. Weder wird Gewalt angewendet, noch fehlt hinterher materiell irgendetwas.
Andere, informiertere, neutralere News-Seiten schreiben schon sehr lange von "Schwarzkopierern" oder "illegale Kopien".
Auch das Titelbild zeigt klar die Einstellung des Spiegels. Hier werden eigene politische Interessen in einer Meldung verpackt. Genauso ist das Weglassen von Hinweisen auf Privatsphäre oder vorangegangene Reaktionen von der Bevölkerung auf solche Maßnahmen fragwürdig. Das ist kein guter Journalismus. Journalismus sollte die Demokratie immer stärken und nicht schwächen.
Ich verstehe nicht, wieso Medien und Unterhaltungsindustrie nicht einfach die ganzen illegalen Filesharing- und Download-Seiten legalisieren und von denen einfach ihren jeweiligen Anteil ausbezahlen lassen, die diese durch Werbung einnehmen.
Es gibt schlichtweg keine attraktiven legalen Angebote, die auch aktuell sind. Wenn eine Serie in den USA startet, dann will ich nicht warten, bis sie (wenn überhaupt) nach Jahren vielleicht hier auf einem (verschlüsselten) Kanal anläuft.
Mit einer Kulturflatrate von 10-15 Euro pro Monat für alle (Internet - alle Streams und Downloads komplett frei) könnten sich alle Onlinemagazine und die Unterhaltungsindustrie ihren jeweiligen Anteil ausbezahlen lassen. Für beide eine WinWin-Situation.
Leider haben Medien und Unterhaltungsindustrie dermaßen überzogene Vorstellungen, was ihnen zusteht, dass sie lieber (gar nichts verdienen und) Abmahnanwälte bezahlen - und sich die letzten willigen Kunden vergraulen.