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01099
So entstehen sie, die Beziehungsunfähigen. Zweimal eine schlechte Erfahrung mit einer Frau gemacht und schon hat man Angst, sich noch einmal auf eine einzulassen. Da fällt man lieber in ein pubertäres Larvenstadium zurück, umgibt sich mit sich selbst und den obligatorischen "Kumpels" und verbucht das unter "Freiheit". Ich kenne einige dieser Fälle und mit "glücklich sein" hat das alles nicht das Geringste zu tun, zumal aus dem Alleinsein gang schnell ein Einsamsein wird, denn oft will es mit der sexuellen Freiheit dann doch nicht mehr so klappen, wie man(n) sich das so erhofft hat. Das mag mit 18-25 noch alles funktioniert haben, aber ab 30 wird das alles extrem schwer. Nicht etwa, weil Frauen alle doof und komisch emanzipiert sind, sondern weil man auf alten, ängstlichen Spuren fährt und die nicht verlassen will oder im schlimmsten Falle nicht mehr verlassen kann. Da sitzen sie dann in geselliger Runde, halten sich am Bierglas fest, entwickeln seltsame Hobbies wie Angeln und Wandern und betäuben die Separation von Zärtlichkeit und Geborgenheit in maskulinen Ritualen.
Selber schuld, kann ich da nur sagen. Viele Männer sind noch die alten Jäger und (Trophäen-)Sammler, die jahrelang den Sex und die Abwechslung in den Vordergrund der Beziehung mit einer Frau gestellt haben. Anstatt sich Zeit zu lassen und die Partnerin richtig kennen zu lernen, ging es sofort in die Kiste und nach dem Abflauen der sexuellen Attraktivität, fand man sich plötzlich bei einem Menschen wieder, der auch Bedürfnisse und Ansprüche (gerne auch intellektuelle) äußert und einfordert. Damit kommen viele meiner Geschlechtsgenossen nicht zurecht. Dann lieber schnell weg. Aber dann kommt das dicke Ende. Während Frauen mit längeren Singlephasen durchaus gut zurechtkommen, werden Männer sehr oft zu verängstigten, erkalteten und affektierten Jammerlappen. Das "starke Geschlecht"? Dieser stete Tropfen höhlt dann den Stein und wenn irgendwann plötzlich wieder ein Weib Interesse anmeldet, kann man(n) damit nicht mehr umgehen. Aber dann sind es die doofen Frauen, die daran Schuld tragen. Das Scheitern gehört zum "dirty old man", ist aber leider nicht so schön romantisch wie im Wilden Western und so reitet der Singlemann auf der Couch dem emotionalen Sonnenuntergang entgegen. Yeeha!