Ich habe 8 Jahre mit meiner Freundin zusammengelebt, man könnte besser sagen, auseinandergelbt. Irgendwann hatte ich die Schnauze voll und Schluss gemacht. Und dann kam es zu einer eigentümlichen Fragestellung, die mir durch den Kopf schoss: Was willst Du eigentlich selbst? Wer willst Du sein? Wie willst Du Leben? Denn in all den Jahren der 'festen' Beziehung, in der wir zusammen lebten, hatte ich mich Stück für Stück von meinem Partner zu der Person formen lassen, als die ich in dem Moment da stand. Welches Auto ich kaufte, welche Klamotten ich trug, welchen Job ich machte, wie das Wohnzimmer eingeräumt war, das waren alles Kompromisse, die ich mit meinem Partner ausgehandelt hatte. Danach war ich 4 glückliche Jahre Single und entfaltete mich neu. Ich hatte ab und zu mal Sex mit einem hübschen Mädchen und ansonsten ein paar gute Freundinnen als Gesprächpartner für die Dinge, die man eher mit einer Frau als einem Mann bequatschen kann. Vor einigen Jahren habe ich dann plötzlich meine Traumfrau gefunden. Es stellte sich heraus, dass sie mit ihrem Freund ein ähnliches Erlebnis hatte und genauso keinen Bock mehr auf zusammenleben hatte, Wir wohnen ein paar Meter auseinander, sehen uns 4mal die Woche, haben ein gemeinsames Hobby und ansonsten geniese ich die Freiheit eines Singles in meiner eigenen Wohnung, in der die Küche so eingerichtet ist, dass ICH arbeiten kann, der Fernseher läuft, bis ICH müde werde, ich mit MEINEN Freunden das Wochenende durchzocken kann usw. So darf das gerne weiter gehen, bis ich alt bin. Ach ja, putzen muss meine Freundin nicht bei mir, dazu habe ich 'ne Putzfrau. Ansonsten käme meine Freundin vielleicht doch noch auf die Idee, bei mir einzuziehen. :-)
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