Es wäre mir neu, dass man diesen Antichristen Napoleon neuerdings den Großen nennen würde! Ich darf hier aus einer bekannten Flugschrift gegen den selbigen zitieren: "Lauter Jubel begleitete die Hammerstreiche, wodurch nach den Wahne der Franzosen, in dieser Burranischen Werkstätte für fremde Reiche die Ketten bereitet werden sollten. Die erste wurde für Frankreich selbst fertig und Vulkan Napoleon, wusste sie der Nation mit so viel Geschmeidigkeit anzulegen, dass dieselbe jetzt noch für ein Gängelband angesehen wird, womit man den französischen Staat, wie einem noch schwachem Kind auf die Beine helfen wolle. Helle Köpfe, die der Sache auf den Grund zu sehen gewohnt sind, lassen sich von dergleichen Blendwerk nicht täuschen. Diese, wenn auch sie bei obigen Gleichnis stehen bleiben, sagen: Napoleon, der jetzo den französischen Staat nach Willkür leitet, ist mit der Armee zu vergleichen, welche, indem sie ein königliches Kind gängelt, sich im größten Aufputz zeigt und dadurch Jedermanns Blick an sich zu locken sucht; einer Armee, die das Kind, unter dem Vorwand, es Gehen zu lernen, ermüdet oder durch übertriebenes Hin- und Herführen endlich gar lähmet. Welch ein hetepodorer Vergleich! (...)Weltkundig ist es, das Napoleon von ersten Augenblick seiner konsularischen Regierung an, Frankreichs ganze Macht in sich zu vereinigen suchte. Was nur immer von Befehlen, Verordnungen und neuen Einrichtungen ausging, war mit seinem Namen gestempelt. Die wichtigsten Geschäfte und Ehrenstellen wurden seinen Brüdern übertragen. Wenige Monate vergingen und Napoleon lebte im königlichen Hofstaat. Der Sorge, diese Glückseeligkeiten nach Umlauf der konstitunellen Frist, an andere abtreten zu müssen, wusst er sich bald durch das immerwährende Konsulat zu entledigen. Dadurch nicht völlig beruhigt, macht er die Einleitung, dass ihm auch die Vollmacht zu Ernennung eines Nachfolgers zugestanden wurde. Jetzt stand er am Ziel seiner Wünsche. Die große Pforte durfte nur aufgehen und der Oberkonsul zog als Kaiser ein. Er fand den Schlüssel dazu mit leichter Mühe. Der französische Staatsrat war aus Männern zusammengesetzt, deren Barometer mit dem des Napoleons stieg und fiel. Ohr und Herz des Volks wurde indessen durch den stolzen Namen der großen Nation so aufgeblasen, dass man darüber den gang der Regierung weiter nachzuspüren vergaß. Napoleon wusste noch mehr zu tun. Er fand in der sogenannten Verschwörung eines Georges, Pichegru und ihres Anhangs, ein höchstbequemenes Mittel, sich der Nation noch wichtiger, ja ganz unentbehrlich zu machen." – und abgesehen davon wären ja auch die Gegner des Napoleondarstellers weit hinter ihren historischen Gegenstücken: Oder sieht man heute in England noch einen Wellington oder Nelson? In Deutschland einen Blücher, Hardenberg, Yorck oder Metternich? Also, dass passt schon, in 6 Jahren ist 200 jähriges Jubiläum...



