Sie nutzen Busse und U-Bahnen in Paris, wollen dafür aber nicht zahlen: Um sich vor hohen Geldstrafen zu schützen, schließen sich notorische Schwarzfahrer in der französischen Hauptstadt zusammen. Die Absicherung kostet sieben Euro pro Monat - und ist auch Teil eines "politischen Kampfes".
http://www.spiegel.de/panorama/gesel...692679,00.html
Ich bin zwar definitiv auch dafür, dass der örtliche Nahverkehr kostenlos sein sollte, aber ich lehne Schwarzfahren trotzdem ab.
Nicht, weil es ungesetzlich ist, sondern weil es ungerecht denen gegenüber ist, die zahlen.
Durch die Grossstädte schleichen jeden Tag Millionen Autos morgens und nachmittags durch die City - das wird sowieso irgendwann vorbei sein. Ökologisch wie ökonomisch ist es ja eigentlich Irrsinn.
Ich kann die Autofahrer aber irgendwie verstehen - ich möchte auch nicht jeden Tag in überfüllten Bahnen und Bussen sitzen...
Früher gabs mal elektrische O-Busse - wenn man das wieder einführen würde und dazu mehr alternative Energie-Erzeugung. Und dann die Nahverkehrsnetze erweitern und ausbauen anstatt einzudampfen... Träum...
Wenn jeder wüßte, daß in jeder Straßenbahn und in jedem Zug einen Kontrolleur gäbe, würde auch wohl niemand mehr schwarzfahren.
Und Arbeitslose gib es auch nicht mehr, den Fahrkarten kontrollieren kann fast jeder.
Das Problem ist, dass es sich lohnt. Selbst wenn man sich nicht versichert, ist die Wahrscheinlichkeit, dass man ständig erwischt wird wohl recht gering.
Es müsste so sein, dass man durch die ganzen Strafen im Monat mindestens doppelt so viel bezahlen müsste, wie normal. Also entweder die Strafen erhöhen, oder mehr kontrollieren.
Wer das Pariser Nahverkehrssystem kennt, kann für die "Schwarzfahrerversicherung" nur Verständnis aufbringen. Vergleiche mit dem Berliner Angebot sind unverhältnismäßig. Der Einzelfahrschein mag in Paris auf Kurzstrecken billiger sein, ansonsten bezahlt man selbst in Abonnements erheblich mehr. Zonentarife sind unübersichtlich, man quält sich durch tausend Drehkreuze und Klapptüren (Spaß macht das besonders mit Koffern), und wenn man Glück hat, findet gerade kein Streik statt. Da lobe ich mir ein Berliner Monats-AB-Zonen-ABO (ganz Berlin mit allen Verkehrsmitteln außer Taxi) nach 10 Uhr für etwas mehr als 50 Euro.
Das Problem sind die zu seltenen Kontrollen. Wenn sie dann da sind, sind die knallhart. Dann zahlt der mit zig Mehrfachkarten im Portemonnaie, der nur weil er die Bahn noch erwischen wollte, auf das Ticket verzichtet hat, da ja eh nie jemand kontrolliert, das selbe wie ein notorischer Schwarzfahrer. In solchen Fällen denkt man darüber nach, ob man nicht lieber immer schwarz fährt, weil es im Schnitt günstiger ist.
Aber generell sollte der ÖPNV deutlich günstig sein. Z.B. Stadtmaut einführen und aus dem Geld den ÖPNV fördern.