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Sicherheitsmängel: Keine Wahlmaschinen mehr in Kalifornien

Zurück zum Papier: Mehrere Zehntausend Wahlmaschinen in Kalifornien dürfen nicht mehr verwendet werden. Wahlleiterin Debra Bowen hat den Geräten aller Hersteller die Zulassung entzogen. Grund: Experten hatten bei einer Sicherheits-Prüfung erhebliche Risiken ausgemacht.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...498250,00.html
  1. #1

    Ich sehe immer noch keinen entscheidenden Vorteil der Wahlmaschinen, gegenüber der althergebrachten Auszählung per Hand. Bloß für ein wenige Stunden früher bekanntes, dafür aber nicht so nachvollziehbares Wahlergebnis? Wer kann es mir erklären?
  2. #2

    Politikwissenschaftler und IT

    Zitat von Thad Hall / Artikel
    "Ich kann eine Wahlurne aufmachen, ein paar Wahlzettel hineintun und schon ist die Wahl gefälscht."
    In beiden Fällen müssen die Wahlgerätschaften überwacht werden.

    Der Unterschied ist lediglich, dass man z.B. für die Fälschung der Firmware von Wahlcomputern teils Monate Zeit hat, in denen die Teile schlecht bis gar nicht bewacht im Lager stehen. Und dass man Experten benötigt (teuer, wachsen nicht auf Bäumen), um Manipulationen zu entdecken. Noch undurchsichtiger für den Wähler sind Manipulationen möglich, wenn der Zugang zu den zentralen Datenbanken nicht gesichert ist.

    Bei Urne reichen (mehrere) ganz normale Bürger aus, um die Urne zwischen Versiegelung und Auszählung recht bruachbar zu bewachen. Man kann kurz vor der Versiegelung per Augenschein sicherstellen, dass nicht schon "ein paar Wahlzettel" drin sind. Obendrein muss man nach dem Hinzufügen von Wahlzetteln das Abhaken der Wähler auf den Wahllisten manipulieren, weil sonst die Anzahl der Wahlscheine in der Urne zu hoch ist.
  3. #3

    Nicht realistisch?

    Natürlich sind die Wahlmaschinen nicht unter realistischen Bedingungen getestet worden, den sonst müßte man die Mio -Milliarden berücksichtigen die eine manipulierte Wahl als "billige" Investition bedeutet.

    Wenn man die letzte Wahl von Bush bedenkt, und alleine die Milliarden die dort den Waffenherstellern letztlich zufließen, so wären Mia für eine Manipulierte Wahl eine recht billige Methode.

    Die Bedenken gegen Wahlmaschinen gibt es schon lange, und grad die niederländische Firma Nedap die auch die Wahlmaschinen für die Bundesrepublik liefert wehrt sich mit Händen und Füssen gegen eine Überprüfung der Maschinen, und erhält praktisch vom Staat die die angebliche Zusage das ja alles ok wäre.

    Dank Niederländischer Gesetze hatten allerdings die Niederländer es sogar leicht diese Wahlmaschinen zu bekommen (ausgeliehen von der Gemeinde) zu untersuchen , und diese sogar zu Schachspielautomaten umzufunktionieren.

    Die Organisation "Wij vertrowen Stemcomputers niet" (Wir vertrauen Stimmcomputern nicht, und ihre Ergebnisse führte sogar zu einem richtigen Schock in der Politik.

    Der Nutzen von Wahlmaschinen ist äusserst fragwürdig, und für den Bürger sind sie undurchschaubar, also auch nicht mehr prüfbar!

    Sie sind allesamt kinderleicht abzuhören, womit es keine "geheime Wahl mehr gibt" und wer Zugang zu ihnen hat der kann in Minuten die nächste Wahl vorherbestimmen. Sogar das Zählen in den Maschinen selbst ist nicht sicher, sprich sogar die Software selber weißt gravierende Mängel auf.

    Sprich, wer Wahlmaschinen einsetzt der sucht nur eine Methode den Bürger letztendlich als Wähler auch zu ersetzen, wobei es dann nicht verwunderlich ist das aus dem Bundesinnenministerium die stärkste Befürwortung für Wahlmaschinen kommt.

    Jeder Bürger der möchte das seine Stimme noch so gezählt wird wie er sie abgegeben hat sollte sich nicht auf Wahlmaschinen einlassen, sich frühzeitig erkundigen ob in seinem Wahlbezirk solche Maschinen eingesetzt werden, darauf bestehen das er "per Papier" abstimmen kann, und notfalls per Briefwahl seine Stimme auszählen lassen.

    Kein einziger Computerfachmann kann die Arbeitsweise einer Wahlmaschine prüfen, und kein einziger kann die hohen Anforderungen die an Wahlen gestellt werden dort zusagen - einfach weil keiner in die sogar geheimgehaltenen Programme im Betrieb hineinschauen kann.

    Eine Papierwahl zu manipulieren ist unendlich viel aufwendiger, komplexer als eine Wahl per Wahlmaschine, dort braucht man nur 20 sec nicht hinzuschauen und die Maschine hat ein anderes Programm, und Auszählungsergebnisse.

    Und eigentlich sollte man das Motto der Niederländischen Gruppe dort erweitern , man sollte sich selber das Motto geben, "Wir vertrauen Politikern und Beamten nicht - wir kontrollieren was sie tun". Mit Wahlmaschinen ist das eben obsolet geworden.
  4. #4

    Der Vergleich der Kritiker hinkt!

    Die Kritik der Hersteller an dem Prüfungsverfahren ist nachvollziehbar aber völliger Unsinn. Natürlich haben Hacker am Wahltag nicht dieselben Möglichkeiten wie die Wissenschaftler im Labor, es wird aber von der Annahme ausgegangen, dass die Manipulation erst am Wahltag geschehen muss. Es ist jedoch wesentlich einfacher, die jahrelang schlecht bewacht (wenn überhaupt) gelagerten Wahlcomputer zu manipulieren, das wurde für die in Deutschland eingesetzten Systeme in realitätsnaher Umgebung detailliert nachgewiesen:

    http://www.wijvertrouwenstemcomputer...nl/Es3b-en.pdf
    http://www.zeit.de/online/2006/41/wa...hinen?page=all

    Dass eine Papierwahl derartig zu beeinflussen ist ist totaler Unsinn, hier werden Äpfel mit Birnen verglichen, denn um die Manipulation am Wahlabend geht es wie gesagt nicht, im Voraus ist jedoch eine Papierwahlurne schlecht so zu manipulieren, dass die Wahlhelfer (bin selber auch schon einer gewesen) das nicht bemerken - anders als bei geschlossenen informationstechnischen Systemen, wo weder Hard- noch Software vor Ort überprüft werden (können), da liegt der Fehler im System!

    Der Bürger kann nicht nachvollziehen, was er gewählt hat und wie es zu den Ergebnissen auf dem Bildschirm gekommen ist, an dem Medium Papier geht so bis auf Weiteres kein Weg vorbei.

    DINENISO
  5. #5

    Wayne interessiert's....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Zurück zum Papier: Mehrere Zehntausend Wahlmaschinen in Kalifornien dürfen nicht mehr verwendet werden. Wahlleiterin Debra Bowen hat den Geräten aller Hersteller die Zulassung entzogen. Grund: Experten hatten bei einer Sicherheits-Prüfung erhebliche Risiken ausgemacht.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...498250,00.html
    ...in Deutschland, ob in Kalifornien die Wahlmaschinen nicht mehr verwendet werden dürfen?

    Solange bei Kommunalwahlen in Bayern (u.a. Bundesländern) kumuliert und panaschiert wird, mehrere Wahlen (Landtag, Bezirkstag, Landrat) zusammengelegt werden, wird es in "good old Germany" so schnell keine Wahlmaschinen geben, die das alles beherrschen. Jedenfalls kenne ich keine, bei der ich Kandidaten von der Liste streichen oder Kandidaten mehr als eine bis zu drei Stimmen geben kann usw.
  6. #6

    .....

    Zitat von Argbert Beitrag anzeigen
    Ich sehe immer noch keinen entscheidenden Vorteil der Wahlmaschinen, gegenüber der althergebrachten Auszählung per Hand. Bloß für ein wenige Stunden früher bekanntes, dafür aber nicht so nachvollziehbares Wahlergebnis? Wer kann es mir erklären?
    wahlergebnisse sind eine "ware", die auf dem nachrichten"markt" gehandelt wird. je eher, bzw. wer als erster nachrichtensender seine "ware" (wahlergebnisse) an das geneigte publikum bringt, je höher die einschaltquote und die werbeeinnahmen in dieser sendezeit.
  7. #7

    Sendezeit

    Zitat von inci Beitrag anzeigen
    wahlergebnisse sind eine "ware", die auf dem nachrichten"markt" gehandelt wird. je eher, bzw. wer als erster nachrichtensender seine "ware" (wahlergebnisse) an das geneigte publikum bringt, je höher die einschaltquote und die werbeeinnahmen in dieser sendezeit.
    Ja, aber dann entfallen doch auch Stunden von Hochrechnungen und "Experten"meinungen, die man zwischendurch einstreuen kann.

    Wenn man um 18.01 das Wahlergebnis hat, dann ist der Wahl"abend" doch um 19.00 gelaufen.
  8. #8

    .

    Zitat von DJ Doena Beitrag anzeigen
    Ja, aber dann entfallen doch auch Stunden von Hochrechnungen und "Experten"meinungen, die man zwischendurch einstreuen kann.

    Wenn man um 18.01 das Wahlergebnis hat, dann ist der Wahl"abend" doch um 19.00 gelaufen.
    genau so meinte ich das auch!
  9. #9

    Warum denn alles mit Computern machen...

    ...wenns doch eigentlich rein garnichts bringt, außer dass immer öfter "Wahlbetrug!" gerufen werden würde?

    Ich habs mir gestern wieder Gedacht. Da stand ich in einer Bibliothek einer FH, wollte FA-Literatur ausleihen.
    Und dann riet mir die Bibliothekarin, doch erstmal im "info-guide" zu schauen, ob was da ist. Mit Schlagwortsuche.
    Da kam natürlich nichts, nicht bei Elementarteilchen o.ä.

    Dann wurds mir zu bunt, ich bin gegangen, und siehe da, Regale mit Zetteln vornedran, und alles schön nach Kategorien aufgelistet. UX - Astronomie. UM - Molekularphysik.
    Da sind wir doch schon angekommen.
    Natürlich passt das Ganze nur bedingt, da es bei den Wahlautomaten vor allem um Sicherheitsbedenken geht.
    Es passt aber insofern, dass Computer nicht immer alles besser und einfacher machen, und dass man manchmal vielleicht doch lieber die "altbackene" Variante nutzen sollte.








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