Sicherheit im Verkehr: Warum eine Helmpflicht Radlern wenig hilft

Muss man die Radfahrer zu mehr Sicherheit zwingen? Verkehrsminister Raumsauer erwägt eine Helmpflicht. Der Zwang zur Haube soll Leben retten. Doch um die Radler wirksam zu schützen, wären andere Maßnahmen viel sinnvoller.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...792690,00.html
  1. #1140

    Für einen Großversuch ohne Radwege

    Wir bewegen uns anscheinend langsam vom Thema weg. Hier geht es längst nicht mehr um eine Helmpflicht, sonder um das Für und Wieder von Radwegen.
    Ich habe nochmals darüber nachgedacht. Für den Bereich in geschlossenen Ortschaften (also Klein- und Großstädte) wäre ein Versuch sinnvoll, die Teilnehmer am Straßenverkehr bewusst zu vermischen. Die Autos würden nur scheinbar eingebremst werden, denn das ständige Stopp und Go wird durch das fast augenblickliche Erreichen der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit nicht ausgeglichen. Wir müssten uns wieder daran gewöhnen, andere Partner (eben die Radfahrer) als gleichwertig anzusehen und nicht als Verkehrshindernisse.

    Im Gegenzug sollte die Verkehrsplanung möglichst viele „grüne Wellen“ für eine Geschwindigkeit von 30 km/h einrichten.
    Außerorts halte ich allerdings die Anlegung und Benutzung von Radwegen für notwendig und sinnvoll. Es gibt dort keine (oder kaum) Grundstücksausfahrten und andere Gefahrenquellen wie in den Städten. Auch sind die Geschwindigkeitsunterschiede für eine gemeinsame Nutzung (80 – 100 km/h gegenüber 30 km/h) einfach zu groß.

    Ich wüsste allerdings auch, wie man zumindest ampelgeregelte Kreuzungen mit vorhandenen Radwegen entschärfen kann: Durch eine versetzte Vorrangschaltung für die Radfahrerampeln. Für eine gewisse Phase werden alle Radfahrerampeln auf Grün geschaltet, sämtliche anderen Lichtzeichen bleiben solange auf Rot. Ich nehme an, dass sich kreuzende Radfahrer partnerschaftlich miteinander umgehen können und es dadurch zu keinen Unfällen kommt. Ansonsten gilt in diesem Fall die jeweilige Vorfahrtsregel.

    Träumen wird man ja noch dürfen. Unter dem Minister Ramsauer wird das allerdings nicht kommen.
  2. #1141

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    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen
    Wir bewegen uns anscheinend langsam vom Thema weg. Hier geht es längst nicht mehr um eine Helmpflicht, sonder um das Für und Wieder von Radwegen.
    Und um ca. tausend andere Sachen, die von den Anti-Fahrrad-Propagandisten in _jedem_, aber auch wirklich jedem fahrradverwandten Thread auf Spiegel Online auf's Tapet gebracht werden. ;)
  3. #1142

    .

    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen
    Außerorts halte ich allerdings die Anlegung und Benutzung von Radwegen für notwendig und sinnvoll.
    Für schätzungsweise 10% der Kosten, die die üblichen „Radwege“ an Bundes- und Landstraßen verursachen, könnte man ein 10mal so gutes und 100mal so sicheres Netz von außerörtlichen Radwegen schaffen, indem man die in Deutschland fast überall vorhandenen, prima ausgebauten Land- und forstwirtschaftlichen Wege nutzen würde, sie an den Ortsrändern „bordsteinfrei“ in Wohnstraßen übergehen ließe, ein paar Begradigungen vornehmen und ein paar Lücken schließen würde, die sich irgendwann einmal aufgrund von bäuerlichen Erbstreitigkeiten ergeben haben, oder notfalls auch mal eine einfach Brücke über einen Wassergraben anlegt.

    Vermutlich geht das deshalb nicht, weil ein „Radweg nach StVO“ (also einseitig, mit vielen Auf- und Abfahrten, nachts wegen Blendung in „Gegenrichtung“ unbenutzbar) beim Neu- oder Ausbau einer Landstraße automatisch „mit dabei“ ist, der wesentlich günstigere und sinnvollere Lückenschluss eines Feldwegs und eine „Umwidmung“ desselben aber ein eigenständiges „Planfeststellungsvefahren“ mit ungewissem Ausgang erfordert.
  4. #1143

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    Zitat von hjm Beitrag anzeigen
    Vermutlich geht das deshalb nicht, weil ein „Radweg nach StVO“ (also einseitig, mit vielen Auf- und Abfahrten, nachts wegen Blendung in „Gegenrichtung“ unbenutzbar) beim Neu- oder Ausbau einer Landstraße automatisch „mit dabei“ ist, der wesentlich günstigere und sinnvollere Lückenschluss eines Feldwegs und eine „Umwidmung“ desselben aber ein eigenständiges „Planfeststellungsvefahren“ mit ungewissem Ausgang erfordert.
    Ich würde vermuten, dass es da vor allem um Fördermittel für die Förderung des Fahrradverkehrs geht, die bei Anlage eines "normalen", straßenbegleitenden Radwegs fällig werden. Mit denen kann man dann die ohnehin längst fällige, aus Kostengründen aufgeschobene Grundsanierung der Fahrbahnoberfläche quersubventionieren.
  5. #1144

    ......

    Zitat von saschad Beitrag anzeigen
    Nein, weder Stammtisch, noch Politiker. Und meine "Clique" möchten Sie näher definieren.
    Und wenn überhaupt, dann würde ich in diesem Falle von Gemeinwohl reden wollen. Und da denke ich wirklich, dass es diesem nutzen würde, wenn man einfach Radwege abschaffen würde, damit wären schon viele Probleme gelöst.
    Und wie erklären Sie den Umstand, dass viele Radfahrer lieber auf Fußwegen als auf "der Straße"! fahren?
  6. #1145

    Im Gegenteil

    Zitat von Moin Beitrag anzeigen
    Was erwartet man denn auch von einem bayrischen Verkehrsminister?

    In den bayrischen Gemeinden wird aufgrund der vielen Steigungen wahrscheinlich weniger Rad gefahren (kann ich aber nicht empirisch belegen), als bei uns im Norden, wo wir nur den Wind als Gegner haben.

    Wer traut denn bitte Herrn Ramsauer - ist der überhaupt schon mal mit dem Rad gefahren? - so viel Einfühlungsvermögen zu, als dass er sich für die Belange der Radfahrer stark machen würde. Das ist für ihn doch eine fremde völlig unverständliche Welt der Mobilität, deren Infrastruktur er torpediert und die ihm wahrscheinlich einfach lästig ist. Erwachsene Menschen sollen gefälligst Auto fahren!
    die sollen gefälligst alle Rad fahren!
    Dass ich mit meinem Auto besser durchkomme.