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Sicherheit im Verkehr: Warum eine Helmpflicht Radlern wenig hilft

Muss man die Radfahrer zu mehr Sicherheit zwingen? Verkehrsminister Raumsauer erwägt eine Helmpflicht. Der Zwang zur Haube soll Leben retten. Doch um die Radler wirksam zu schützen, wären andere Maßnahmen viel sinnvoller.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...792690,00.html
  1. #1040

    Zitat von Ervin Peters Beitrag anzeigen

    Sie benötigen ein verkehrsrechtliches Upgrade.

    Es gibt schon länger mindestens seit 1998 den §45 (9):
    "(9) Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen sind nur dort anzuordnen, wo dies aufgrund der besonderen Umstände zwingend geboten ist. Abge sehen von der Anordnung von Tempo 30-Zonen nach Absatz 1c oder Zonen-Geschwindigkeitsbeschränkungen nach Absatz 1d dürfen insbesondere Beschränkungen und Verbote des fließenden Verkehrs nur angeordnet werden, wenn auf Grund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht, die das allgemeine Risiko einer Beeinträchtigung der in den vorstehenden Absätzen genannten Rechtsgüter erheblich übersteigt."

    Ursprünglich erschaffen um den Schilderwald zu lichten und von Autofahrern, denen Geschwindigkeitsbegrenzungen ein Dorn im Auge sind, begrüßt, gilt dieser Paragraph auch für die Anordnung von Fahrbahnverboten durch Radwegebenutzungspflichten. Da Radwege die allgemeine Sicherheit von Radfahrern nicht erhöhen wurde 1998 die allgemeine Radwegebenutzungspflicht abgeschafft und das Konstrukt 'andere Radwege' oder 'nichtbenutzungspflichtige Radverkehrsanlagen' geschaffen, die ein Radfahren erlauben, aber nicht auf diesen Straßenteil beschränken.
    Und da es schon keine allgemeine Gefährdungsverminderung durch Radverkehrsanlagen gibt, ist das Finden einer besonderen örtlichen Gefahrenlage auch nicht wirklich einfach. Das dringt nach 13 Jahren auch langsam in die StVBs vor, weswegen die die blauen Schilder abmontieren, manchmal erst nach der Motivation von sachkundigen Verkehrsteilnehmern sich bitte mal an geltendes Recht zu halten.
    Sie meinen also die Verkehrsverwaltungen geben in großem Umfang Steuergelder zu dem alleinigen Zweck aus, die für Fußgänger bestimmten Verkehrsflächen zu verkleinern?
  2. #1041

    Zitat von namlob Beitrag anzeigen
    Sie meinen also die Verkehrsverwaltungen geben in großem Umfang Steuergelder zu dem alleinigen Zweck aus, die für Fußgänger bestimmten Verkehrsflächen zu verkleinern?
    Jaa!. Genau das versuchen Ihnen hier gefühlte 176 Teilnehmer seit gefühlten 1352 Jahren zu sagen. Mehrmals sogar schon wörtlich genau so. Und nehmen Sie gerne noch Parkflächen für Automobilisten hinzu. Wobei, das verstehen Sie jetzt wahrscheinlich wieder nicht, und wir müssen erst wieder eine Woche hin- und herdiskutieren, bis Sie plötzlich ausrufen: „Wie, Sie meinen, wenn es keine Radwege gäbe, könnte man überall einfach am Straßenrand parken, ohne jemanden zu behindern?!?“
  3. #1042

    Zitat von namlob Beitrag anzeigen
    Sie meinen also die Verkehrsverwaltungen geben in großem Umfang Steuergelder zu dem alleinigen Zweck aus, die für Fußgänger bestimmten Verkehrsflächen zu verkleinern?
    Ganz so einfach ist es zwar nicht, aber Sie werden sicherlich einige Radfahrer finden, die Ihnen da zustimmen. Einige andere allerdings sind aus einem subjektiven, wenn auch täuschenden, Sicherheitsgefühl froh über neue Radwege, die sie zwar nicht benutzen müssen, aber dürfen.

    Dass der Raum für neue Radwege allerdings nach wie vor häufig dem vorher den Fußgängern vorbehaltenen Platz entnommen werden, ist eine weitere Nachwirkung der jahrzehntelangen Autofixierung der Verkehrspolitik, die den anderen Verkehrsteilnehmern nur die Flächen zugestand, die die Autos noch übrig ließen, und dort die nicht überraschenden Konflikte zwischen diesen beiden Verkehrsarten provozierte. Da hilft es eigentlich nur anzuerkennen, dass das Fahrrad ein eigentändiges und vollwertiges Verkehrsmittel ist, und es sich bei Fahrradfahrern nicht bei Fußgängern auf Rädern handelt. Die StVO hat sich mit der Aufhebung der generellen Radwegebenutzungspflicht ein Stück weit in diese Richtung bewegt, gerade diese Änderung ist aber scheinbar noch nicht bei allen Verkehrsverwaltungen und Autofahrern, aber auch noch längst nicht bei allen Radfahrern und Fußgängern angekommen.
    Sinnvoller angelegt wäre dass Geld für neue Radwege aber sicher in einen Radverkehrsystem, meinetwegen nach niederländischen Vorbild, das nicht alle hundert Meter Gefahrenstellen produziert und Konflikte provoziert. Aber das geht hier natürlich nicht, weil das ja auf Kosten des Platzes der heiligen Kuh der deutschen Verkehrspolitik, des Autos, gehen könnte.
  4. #1043

    Zitat von hjm Beitrag anzeigen
    Jaa!. Genau das versuchen Ihnen hier gefühlte 176 Teilnehmer seit gefühlten 1352 Jahren zu sagen. Mehrmals sogar schon wörtlich genau so. Und nehmen Sie gerne noch Parkflächen für Automobilisten hinzu. Wobei, das verstehen Sie jetzt wahrscheinlich wieder nicht, und wir müssen erst wieder eine Woche hin- und herdiskutieren, bis Sie plötzlich ausrufen: „Wie, Sie meinen, wenn es keine Radwege gäbe, könnte man überall einfach am Straßenrand parken, ohne jemanden zu behindern?!?“
    Wenn Autoeigentümer vernünftig wären, brauchte man nicht so viele Parkplätze. Sie sind häufig nur Statussymbol. Wirtschaftlich betrachtet ist es häufig billiger, das Auto abzuschaffen und sich für die Ferienzeit eines zu mieten. Aber das ist ein weites Feld.
  5. #1044

    Zitat von warmachine Beitrag anzeigen
    Wenn ich irgendwo einbiege, oder aus einer Ausfahrt herausfahre etc. und ein Fahrrad kommt, orientiere ich meine Einschätzung, ob ich anhalten muss oder nicht, natürlich an der von mir erwarteten Geschwindigkeit. Und die beträgt eben keine 30km/h + x.
    Und selbst wenn ich es erwarte... ein Rennrad mit über 40km/h ist meist zu spät zu erkennen. Außerdem macht auch hier das Gehirn einem einen Strich durch die Rechnung, denn es rechnet, trotz eigentlich besseren Wissens, mit der Geschwindigkeit eines Durchschnittsrades
    Deshalb sagt die Rechtssprechung, Radfahrer dürfen noch so schnell fahren, wie andere Verkehrsteilnehmer es von Ihnen erwarten. Und dann sind 25 k/mh schon grenzwertig.

    Aber unsere Radraudis interessieren sich auch nur für ihre eingebildeten Rechte.
  6. #1045

    Zitat von Ingmar E. Beitrag anzeigen
    Wo ist die Quelle für die Behauptung? Im vorherigen Link fand ich es nicht.
    Hier.

    Zitat von Ingmar E. Beitrag anzeigen
    Aber logisch, Radfahrer fahren sich oft gegenseitig über den Haufen, da ist der Hauptverursacher immer ein Fahrradfahrer.
    Radfahrer fahren alle möglichen Verkehrsteilnehmer über den Haufen. Insofern ist es uninteressant, wer das im Einzelnen ist.

    Zitat von Ingmar E. Beitrag anzeigen
    Viel interessanter wäre es zu erfahren, wer bei den Unfallszenarien KFZ vs. Fahrrad, und Fußgänger vs. Fahrrad meist die Hauptschuld hat. Und das sind nicht die Fahrradfahrer.
    Woher wissen Sie das? Gefühlte Meinungen interessieren nicht.

    Wo Sie schon den anderen Link gelesen haben: Somit wissen Sie ja, dass die Dunkelziffer von Unfällen mit Beteiligung von Radfahrern extrem hoch ist und dem obigen Link können Sie entnehmen, dass von den gemeldeten Unfällen bei den Unfallflüchtigen Radfahrer auch noch 40% einnehmen.

    Dazu dieses: Innerhalb von nur wenigen Stunden kontrollierten sie an der Pannierstraße Ecke Paul-Lincke-Ufer insgesamt 60 Fahrradfahrer. Dabei stellten sie 26 Bußgeldbescheide aus, weil Radler rote Ampeln missachteten.

    Ein Fazit aller Kontrollen: «Insgesamt verhielten sich 1175 Verkehrsteilnehmer verkehrswidrig, 1042 waren Radfahrer», heißt es im Polizeibericht.

    Das ist auch das, was ich als überwiegender Fußgänger und Nutzer des ÖNVs sowie gelegentlicher Autofahrer feststelle: Radfahrer benehmen sich oft asozial, bewegen sich mit eingebildeten Rechten vorwärts und finden das auch noch ok, weil:

    1. Senkt die Gesundheitskosten - verlängern aber die Pflegekosten im Alter, die teurer sind.

    2. Bewegen sich ökologisch/klimatechnisch korrekt vorwärts - obwohl Fussgänger und Bahnen ökologisch-ökonomisch sinnvoller sind, ohne Sonderrechte einzufordern.

    Am schönsten sind dann solche Meinungen, die auch hier schon eingeworfen wurden: Wenn ich mich als Radfahrer an die Regeln halten würde, würde mir das Radfahren nichts nutzen. Eben, deshalb fahre ich auch nicht Rad.
  7. #1046

    Allgemeines Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen?

    Zitat von ocs1411 Beitrag anzeigen
    Deshalb sagt die Rechtssprechung, Radfahrer dürfen noch so schnell fahren, wie andere Verkehrsteilnehmer es von Ihnen erwarten. Und dann sind 25 k/mh schon grenzwertig.
    Das sagt sie - im Gegensatz zu Ihrer Einbildung - aber eben nicht.

    Sie sagt nur, daß Radfahrer eine Mitschuld angerechnet bekommen, wenn es zu einem Unfall kommt. Denn alleine die Tatsache, daß es zu einem Unfall gekommen ist, beweist dann eben, daß der Radfahrer seine Geschwindigkeit nicht an die Umstände angepaßt hat.

    Ein Radfahrer-Tempolimit von 25 "k/mh" (was immer das auch für eine Einheit sein soll) ergibt sich daraus ebensowenig wie das Fahren von Autos mit mehr als 130 km/h auf Autobahnen grundsätzlich verboten ist.

    Wenn es dann aber zu einem Unfall kommt, bekommt der Autofahrer, der schneller unterwegs war, automatisch eine Mitschuld.
  8. #1047

    .

    Zitat von warmachine Beitrag anzeigen
    Wenn ich irgendwo einbiege, oder aus einer Ausfahrt herausfahre etc. und ein Fahrrad kommt, orientiere ich meine Einschätzung, ob ich anhalten muss oder nicht, natürlich an der von mir erwarteten Geschwindigkeit. Und die beträgt eben keine 30km/h + x.
    Mit anderen Worten:
    Wenn das ein Auto ist, was da kommt, erwarten Sie eine Geschwindigkeit von 50km/h, weil schneller fährt der ja in der Ortschaft nicht, oder?
    Ich prophezeie: Dann scheppert's.

    Um die Geschwindigkeit von irgendwas einschätzen zu können, muß man mindestens zweimal hinsehen. Ich habe schon deutlich mehr als einen Autofahrer erlebt, der mich mich übersehen hat, obwohl er mir aus 3m Entfernung direkt in die Augen geguckt hat. Was ist so schwierig daran, daß alles, was sich im Kreisverkehr befindet, Vorfahrt vor denen hat, die da einfahren wollen? Und dabei ist es völlig egal, ob ich da 10, 20 oder 30km/h fahre.

    Das Beste (Achtung, Sarkasmus) war mal ein LKW-Fahrer, der mich grob 50m vor genau diesem Kreisverkehr überholt hat. Und weil bei der Einfahrt eine kleine Verkehrsinsel ist, die Aus- und Einfahrt trennt, hat er dann nach rechts rübergezogen. Ich habe mich in die Wiese daneben gerettet, andernfalls wäre ich unter der Hinterachse gelandet. Weil die Baustelle nur 200m weiter war, wo der hingefahren ist, habe ich ihn gefragt, was das eben sollte. Er hätte mich überhaupt nicht bemerkt. WAS ZUM TEUFEL, WO GUCKT DER EIGENTLICH HIN, WENN ER MIT SEINER RIESENKISTE VON BAU-LKW UNTERWEGS IST?
    Klar, daß das eine Schutzbehauptung, wenn nicht gar freche Lüge von dem Kerl war. Es war ja auch taghell - und da kann man einen Radfahrer ja schon mal übersehen, vor allem wenn man eben etwas nach links ziehen mußte, um ihn zu überholen.
    Hier hätte mir der Fahrradhelm wohl kaum geholfen, eher ein Ganzkörperpanzer.

    Was bei der Auto- und LKW-Fahrerzunft auch noch nicht angekommen ist, ist der einzuhaltende Abstand beim Überholen von Zweirädern (damit sind nicht nur Fahrräder gemeint) gemäß letztem Urteil von OLG Hamm (hmmm ... ich meine mich jedenfalls daran zu erinnen, daß es Hamm war ...).
    Außerhalb geschlossener Ortschaften gilt für PKWs ein Abstand von 1.5m gemessen ab Fahrradmitte, für LKW über 7.5t oder Fahrzeuge mit Anhänger ein Abstand von 2m. Was bedeutet das auch in Folge fürs Überholen? Wenn Gegenverkehr herrscht, darf nicht überholt werden, weil sonst der Abstand nicht eingehalten werden kann (bei normal breiten Straßen). Ich persönlich wäre schon froh, wenn die Leute wengistens einen Meter einhalten würden. Aber ich glaube immer noch, daß die meisten Männer, wenn sie in einer Toilette stehen und an sich runtergucken, das für 25cm halten. Dann kommt das auch mit dem Abstand beim Überholen hin, der etwa 40cm beträgt. Aber 4x25cm wären halt erst ein Meter und nicht 4x10cm ...
  9. #1048

    ......

    Zitat von Montcerf Beitrag anzeigen
    Ganz so einfach ist es zwar nicht, aber Sie werden sicherlich einige Radfahrer finden, die Ihnen da zustimmen. Einige andere allerdings sind aus einem subjektiven, wenn auch täuschenden, Sicherheitsgefühl froh über neue Radwege, die sie zwar nicht benutzen müssen, aber dürfen.
    Ich bin vorwiegend Radfahrer. Sehe allerdings viele andere Radfahrer, die lieber auf Radwegen als auf der Straße fahren. Es sind vorwiegend Rennradfahrer, die die Radwege meiden. Man kann nämlich auf Radwegen schlechter andere Radfahrer überholen, muss mehr Rücksicht nehmen und welcher Rennradfahrer nimmt das schon?
  10. #1049

    Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!

    Zitat von namlob Beitrag anzeigen
    Ich bin vorwiegend Radfahrer. Sehe allerdings viele andere Radfahrer, die lieber auf Radwegen als auf der Straße fahren. Es sind vorwiegend Rennradfahrer, die die Radwege meiden. Man kann nämlich auf Radwegen schlechter andere Radfahrer überholen, muss mehr Rücksicht nehmen und welcher Rennradfahrer nimmt das schon?
    Man könnte dies den Rennradfahrern aber auch positiv auslegen: sie überlassen den Radweg dort, wo er nicht benutzungspflichtig ist, den langsameren Radfahrern und fahren stattdessen auf der Fahrbahn, wozu sie das volle Recht haben. Ich selbst fahre in eher moderatem Tempo und benutze, dort wo sie vorhanden sind, auch meistens Radwege, und bin so manchem Rennradfahrer eigentlich ganz dankbar, wenn er auf der Fahrbahn fährt und nicht versucht, mich auf dem für solche Manöver eigentlich oft viel zu schmalen Radweg zu überholen.
    Abgesehen von den auf der Fahrbahn möglichen höheren Geschwindigkeiten sprechen aber auch einige andere Dinge, die in diesem Thread bereits angesprochen wurden, gegen Radwege: die geringere Sicherheit an Einmündungen und Ausfahrten, der nicht selten schlechte Zustand der Radwege, der Hindernisparcours an Mülltonnen, parkenden Autos, herumliegenden Glasscherben und unachtsamen Fußgängern vorbei. Ich mache es keinem Rennradfahrer zum Vorwurf, wenn er diesen Problemen durch Fahren auf der Fahrbahn aus dem Wege geht.


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