CorbisWenn Flugzeuge abstürzen, gibt der Flugdatenspeicher Auskunft über die letzten Minuten vor dem Crash. Bald könnten auch in Autos sogenannte Blackboxen eingebaut werde - dafür hat sich der Bundestag einstimmig ausgesprochen.
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...852223,00.html
Im Flugzeug wird die Blackbox nur bei großen Unfällen untersucht. Bei kleineren Sachen sind die Bordcomputer detaillierter.
Für Neuwagen eine sinnvolle Forderung.
Die Blackbox darf nur dann ausgewertet werden, wenn es zu einer Unfallaufnahme durch die Polizei kommt. Dafür reichen 5 bis 10 Minuten Aufzeichnung. Da der Beifahrer nix zu sagen hat, ist der Voicerecorder überflüssig.
Nehmen wir an, ein solches Gerät kostet durchschnittlich 500€. In jedem Jahr würden dann Autokäufer dazu gezwungen, 1,5 Milliarden € für ein System auszugeben, das...Aufzeichnungen macht.
Es handelt sich bei einer Black Box weder um ein passives System zur Erhöhung sicherheitsrelevanter Eigenschaften des Fahrzeugs, noch um ein aktives System, das den Fahrer unterstützt.
Von was wird hier ein Sicherheitsgewinn erwartet? Wenn ich die Argumentation richtig verstanden habe, soll die Drohkulisse Überprüfbarkeit die Fahrer dazu bringen, vorsichtiger zu fahren. Diese Drohkulisse existiert doch schon! Ob Radarfallen oder Unfallgutachter, im Falle eines Unfalles kann man bereits heute keineswegs damit rechnen, sich mit falschen Angaben durchmoglen zu können. Was soll sich also durch eine Black Box ändern? Die Auswertung wird einfacher, das ist alles. Und im Zweifelsfall werden nach wie vor Unfallgutachter zu Rate gezogen werden.
Ich möchte mir gerne mal vorstellen, was man mit 1,5 Mrd € Investitionen im Jahr noch so alles machen könnte. Zum Beispiel umfangreiche, kostenlose Sicherheitstrainings für alle Fahranfänger - mehrfach! Oder das entschärfen der Top-100-Unfallschwerpunkte dieser Republik, oder vieles andere mehr...
Stattdessen kann man aber auch Festplatten in Autos einbauen und dann darauf hoffen, daß sich deshalb die deutschen Autofahrer genauso in die Hosen scheißen, wie wenn sie von weitem ein Polizeiauto sehen. Weißgott, eine europawürdige Strategie! Und der deutsche Michel findets auch noch prima, denn er fühlt sich immer prima wenn er für Geld Sicherheit kaufen kann - dann muß man sich beim Fahren nämlich gar keine Mühe mehr machen...
....mal wieder eine Schwachsinnslösung für ein Null-Problem. Ich kann mir nicht helfen, wer sooo nach Überwachung schreit, hat einen an der Klatsche. Und im Übrigen wird das in erster Linie Geld kosten. Die Kiste muß man kaufen, einbauen lassen und wahrscheinlich jedes jahr überprüfen - für viel Kohle.
Mir ist nicht ganz klar, aus was das Problem ist, das diese Kiste lösen soll? Geschwindigkeitsübertretung? Das kann jeder Blitzer besser - und ergiebiger.
Wahrheitsfindung beim Unfall? Wie groß ist die Anzahl der strittigen Fälle?
Und eine Prophylaxe KANN das ja nicht sein.
Ich weiß nicht ob eine Blackbox die Sicherheit erhöhen würde aber die Sache wäre für mich ok wenn diese Blackbox nicht über kabellose Systeme ausgelesen werden kann sondern nur über einen direkten Steckanschluss. Dieser sollte versiegelt werden und nur bei einer richterlichen Anordnung genutzt werden dürfen.
Ansonsten würde hier wieder ein Schritt in Richtung Totalüberwachung gemacht werden. Freiheit werde ich aber niemals freiwillig gegen Sicherheit tauschen.
Ich glaube auch nicht, dass das Wissen über die Aufzeichnungen die Fahrer zu mehr Vorsicht bringen würde. Bereits heute ist vieles nachträglich nachzuweisen. Man fährt doch wohl nicht wie ne Sau nur weil man meint es könnte einem ja eh nichts nachgewiesen werden.
Naja meine Überlegungen dazu müssen ja nicht der Wahrheit entsprechen. Sollte sie doch was erreichen können, wäre die Sache wie gesagt unter gewissen Bedingungen ok für mich.
Wenn man sich nicht sachkundig macht / machen will, kommt es leicht zu Äußerungen wie "Schwachsinnslösung" und "einen an der Klatsche haben".
Die Tatsache, dass in den Ländern, in den der Unfalldatenschreiber (offizielle Bezeichnung für die Black Box) vorgeschrieben ist, die Unfallzahlen zurückgeht, blenden Sie aus.
Wir Deutschen sind darüber hinaus ein Völkchen, das im Straßenverkehr nur dann "gesetzestreu" ist, wenn eine Überwachungseinrichtung vorhanden ist. Ich sehe es immer wieder im Raum Bonn dort, wo Kameras installiert sind: es wird "gebrettert", was das Gaspedal hergibt bis zu dem Punkt, der den Messbereich kennzeichnet, dort abgebremst fast bis zum Stillstand und nach der Kamera dann "volle Pulle weg".
Der USD hat auch eine erzieherische Wirkung.
Versicherungsbetrug ist mittlerweile Volkssport. Es wird Zeit, diesen Verbrechern das Handwerk zu legen. Die Blackbox im Auto kann dabei helfen. Nur wird sie erst etwas bringen, wenn überführte Versicherungsbetrüger, dazu zählen auch falsche Zeugen, auch einmal für einige Jahre ins Gefängnis wandern.
Es reicht nicht, nur den Strafverfolgungsbehörden einen Einblick in die Blackbox-Daten zu gewähren. Denn in den seltensten Fällen werden Unfälle zu mehr als zu einem Bussgeld führen. Die Versicherungen müssen auf die Daten zugreifen können, damit sie bei Bedarf eine Anklage wegen Versicherungsbetrug stellen können.
Jeder überführte Versicherungsbetrüger sollte seinen Führerschein verlieren, zur MPU geschickt werden und zusätzlich von der eigenen Versicherung in Regress genommen werden. Dann erst wird sich etwas ändern.