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Shitstorm nach TV-Runde: FDP-General Döring bringt Piraten gegen sich auf

DPA1,2 Prozent für die einen, 7,4 für die anderen - der Erfolg der Piraten ärgert die zur Splitterpartei verkommene FDP so sehr, dass Generalsekretär Döring zum Rundumschlag gegen die Polit-Aufsteiger ausholt. Deren Politikbild sei durch die "Tyrannei der Masse" geprägt. Die Gescholtenen schlagen zurück.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...823718,00.html
  1. #430

    Zitat von persona-non-grata Beitrag anzeigen
    Was ist das denn für eine Politikkultur der hier selbst ernannten Vertreter der sog. Piraten, die meinen, eine politische Diskussion erschöpfe sich darin, den Gegner niederzumachen und niederzubrüllen.
    Wen meinen Sie? Mich? Das fände ich sehr bedauerlich.

    Zitat von persona-non-grata Beitrag anzeigen
    Fakt ist:

    - Die "Piraten" sind eine reine Protestpartei, ein Sammelbecken der Nichtwähler (was gut ist);
    Sicherlich haben Sie recht wenn Sie sagen das die Piraten Nichtwähler anziehen, ob jedoch 80% nur aus Protest gewählt haben, ziehe ich jedoch in Zweifel. Ich glaube eher, das die Parteiforschung ein Problem mit dem Phänomen Piratenpartei hat, weil es nicht in die klassischen Schemata der letzten 60 Jahre passt.

    Zitat von persona-non-grata Beitrag anzeigen
    - sie haben keinerlei vernünftige politische Inhalte (grenzenlose Freiheit im Internet ist Schwachsinn);
    Schon mal das Parteiprogramm/Wahlprogramm gelesen? Sie sind gerne eingeladen mit den Piraten darüber zu diskutieren, auch in Ihrer Nähe gibt es sicherlich einen Stammtisch.
  2. #431

    [QUOTE=rentner69;9891655]Die Piraten sind doch genauso geldgeil, wie die Politiker anderer Parteien. [url=http://www.rentner-news.de/content/Piratenpartei-Ja-wir-sind-geldgeil...
    Wo ist da der Unterschied?[/QUOTE]

    Dass dies bei den Piraten sehr offen und für jedermann öffentlich diskutiert wird und besagter Landesvorsitzender seine Position nach der öffentlichen Diskussion korrigiert hat.
    Wo findet man eine öffentliche Diskussion zu dem Thema, an der sich jeder beteiligen kann, auf der Website der CDU oder SPD?
  3. #432

    richtig, genau !

    Zitat von pablo1 Beitrag anzeigen
    Naja, zu glauben, dass das Internet die gelebte Demokratie verändert, ist etwas übertrieben. Selbstverständlich ist es eine schöne Kommunikationsplattform zum Austausch, bietet bessern Zugang zu Informationen und zwingt Politik zu mehr Transparenz. Das ändert aber nichts daran, dass gelebte Demokratie vor allem heißt, dass man sich eben engagieren muss in einer Partei oder einer Bürgerinitiative - nicht digital sondern von Mensch zu Mensch. Daran ändert auch das Internet nichts. Im Übrigen: Wenn ich hier einzelne Diskussionsbeiträge sehe, in denen es nur darum geht, Andersdenkende (hier jetzt vor allem FDPler) zu diffamieren, dann weiß ich wirklich nicht, ob die Leute hier den Begriff "gelebte Demokratie" so ernst nehmen.
    Es ist ein Diskussionsforum, wo es sogar meist nicht zu einem geschlossenen Ergebniss kommt, das ist auch gar nicht gewollt und der Zweck ;-) !
    Aber es ist eben so, dass wie ich es vorhin schon erwähnte, gerne die Leute das Sagen haben wollen mit der größeren Klappe , oder der meisten Zeitinvestition im SPON- Forum !!
    Mna vergisst auch, dass das Web 2.0 digital virtuell ist !!
    Auch haben Sie Rehct, dass eine gewisse Eintönigkeit sich breit machen kann, wenn die Leute sich hier ständig wiederholen !
    - und es gibt wohl einige Foristen, die anscheinend gerne den ganzen Tag vor dem Notebook verbringen.... ;-)


    Und Demokratie ist dann eine Demokratie, wenn jeder gehört wird nach Möglichkeit !
    Das kann ein Anhänger von der FDP sein, wie auch einer aus der SPD, der Linkspartei, oder den Piraten sein....

    Natürlich sollte man gesellschaftliche Regeln so schaffen, dass keiner verletzt und diskriminiert wird aufgrund der Herkunft, der Sexuellen Neigung, oder einer Religionszugehörigkeit !!

    Und Gruppen, die eben gegen diese gesellschaftlichen Regeln verstoßen muss man dann eben isolieren !

    - Leute, das ist eben Demokratie !
  4. #433

    Nichts?

    Zitat von Ylex Beitrag anzeigen
    Nichts, das ist doch das Geniale. Zwischen nicht zu wählen und nichts zu wählen liegen Welten. Eines von Angela Merkels beliebtesten Wort ist „alternativlos“ – das haben die Piraten schon verinnerlicht, bevor sie in den Bundestag kommen. Denn wozu braucht man im unendlichen Cyberspace politische Alternativen, wenn er selbst doch schon eine darstellt? Die Piraten sind der ins Internet verlagerte Mainstream der Jüngeren, dekoriert mit Spontaneität und luziden Tagträumen, die man wegklickt, wenn sie mit der Realität kollidieren.

    Das Erstarken der Piraten beleuchtet den politischen Zustand Deutschlands wie ein greller Spot – das Land ist weitgehend entpolitisiert, weil es saturiert ist. Die Piraten wollen nichts, sie wollen nur da sein und mehr mitspielen dürfen, was darauf hinausläuft, dass sie auch eine Rolle spielen werden, für die sie aber noch nicht üben können, weil sie nicht wissen welche. Jedenfalls stehen die Piraten für eine moderne Lebensauffassung, und nicht für die muffige Fernsehbürgerlichkeit – sie bejahen die Technik, sie begeistern sich für die Komplexität, sie sind ergriffen von virtuellen Räumen, sie sind die desillusionierten coolen Weicheier, auf die ihre Erzeuger, die 68iger-Generation, mit wachsendem Entsetzen schaut.
    Einfach mal ins Programm schauen; konkreter werden die anderen auch nicht, und halten tun sie sich schon mal gar nicht dran. Da ist mir diese Truppe schon lieber, die immerhin verspricht, ihre Zielsetzungen nicht nur in den Äther zu blasen, sondern alles auch relativ ergebnisoffen zu diskutieren.
  5. #434

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    1,2 Prozent für die einen, 7,4 für die anderen - der Erfolg der Piraten ärgert die zur Splitterpartei verkommene FDP so sehr, dass Generalsekretär Döring zum Rundumschlag gegen die Polit-Aufsteiger ausholt. Deren Politikbild sei durch die "Tyrannei der Masse" geprägt. Die Gescholtenen schlagen zurück.

    FDP-General in der Kritik: Dörings Tyrannei-Vergleich empört die Piraten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Nun, es ist nicht wirklich falsch, es ist halt umständlich ausgedrückt, aber Demokratie ist die Diktatur (Tyrannei) des Proletariats (Masse).

    Dass das einem FDPler nicht gefällt, genausowenig wie all den anderen Parteien, denen Demokratie lästig ist, weil es so viel Geld kostet, die Volksmasse erfolgreich zu manipulieren (aber funktioniert, siehe Wahlergebnis der CDU), ist verständlich.

    So bleibt weiterhin die Königspartei von Korruption, Parteispenden und Interessenverkauf an Lobbyisten an der Macht.

    Wie Banker und Politiker die Demokratie abschaffen und eine Plutokratie errichten - YouTube (Monitor Beitrag)
    Politiker und Banker - Busenfreunde auf Schmusekurs - YouTube (vor allem am Ende zeigt, wie gerade die CDU mit der Wahrheit umgeht)
  6. #435

    Absurd

    Zitat von Moewi Beitrag anzeigen
    Die einstige demokratische Instanz, die über Notwendigkeit einer Partei entscheiden kann, ist der Wähler.

    Warum halten wir uns eigentlich eine absolut undemokratische Zulassungskommission, die sich auch noch aus nur im Bundestag vertretenen Parteien rekrutiert?
    Ob eine Partei demokratisch ist (und an Wahlen teilnehmen darf) oder nicht entscheidet das Verfassungsgericht, real obliegt es aber dem Bundeswahlleiter - ein Skandal.

    Übrigens: Wie der Wähler gerade die Notwendigkeit der FDP bewertet, sehen wir ja...
    Wo ist denn der Skandal? Wenn der Bundestagswahlleiter zu unrecht eine Partei nicht zulässt, wird das Verfassungsgericht entsprechend eingeschaltet. Ergo: Der Wahlleiter wird sich in der Regel hüten, Parteien eine Zulassung zu verweigern. Keine Angst, die Piraten werden sicher antreten dürfen, sind ja auch programmatisch ziemlich harmlos und beliebig, reines Copy&Pace von anderen Programmen.
  7. #436

    Wunder Punkt getroffen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    1,2 Prozent für die einen, 7,4 für die anderen - der Erfolg der Piraten ärgert die zur Splitterpartei verkommene FDP so sehr, dass Generalsekretär Döring zum Rundumschlag gegen die Polit-Aufsteiger ausholt. Deren Politikbild sei durch die "Tyrannei der Masse" geprägt. Die Gescholtenen schlagen zurück.

    FDP-General in der Kritik: Dörings Tyrannei-Vergleich empört die Piraten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Der Döring ist zwar nicht gerade der große Sympathieträger, aber er hat hier durchaus einen kritischen Punkt bei den Piraten (und auch bei den Grünen oder bei Occupy usw.) angesprochen. Minderheiten nehmen für sich in Anspruch, die Mehrheit zu sein, gerne auch gleich 99%. Man organisiert einfach im Internet eine große Welle (gerne auch als shitstorm), und die dummen Journalisten der Leitmedien fressen das brav und melden dann fast im vorauseilenden Gehorsam, die Mehrheit habe gesprochen. Das ist journalistischer Kindergarten, es wird alles geglaubt, was im Netz so verbreitet wird.

    Die Proteste gegen Stuttgart 21 sollten uns allen ein Lehrbeispiel sein, egal ob man für oder gegen den neuen Bahnhof ist. Fakt ist, dass Grüne und andere eine riesige Kampagne gemacht haben und uns vorgaukeln wollten, die große Mehrheit sei gegen den Bahnhof. Dabei war es immer anders. Die Mehrheit der Bürger will den neuen Bahnhof. Die Medien haben versagt. Es ist allein der Hartnäckigkeit der CDU und FDP in BW zu verdanken, dass der Wille der Mehrheit nicht von einer laut schreienden Minderheit unterdrückt wurde.

    Die Piraten sollten so klug sein, die Kritik von Patrick Döring ernst zu nehmen, es kann ihnen nur helfen. Die Grünen werden wohl nicht so klug sein (die Roths, Künasts, Trittins und Lemkes sind kaum noch lernfähig) und folglich weiter gegenüber den Piraten verlieren.
  8. #437

    Zitat von jwiechers Beitrag anzeigen
    Also ich fand den Vergleich eigentlich passend -- zugegeben, weil ich es als Referenz auf de Tocquevilles Konzept der "Tyrannei der Mehrheit" bezogen hatte und das auf gefühlte Mehrheiten durch die neuen Möglichkeiten des Internets erweitert hatte -- was in meinen Augen ein durchaus überlegenswerter Ansatz ist und als Diagnose für einige Positionen und Logiken der heutigen Piratenpartei durchaus eine korrekte Bezeichnung wäre, wenn auch, ohne Erklärung, in hohem Maße unglücklich.

    Es mag natürlich sein, dass ich ihm da zu viel historisches/politikphilosophisches Wissen zutraue, aber selbst dann sollte man zugeben, dass sein Beispiel durchaus richtig ist: S21 schien nach Menge des Protests im Internet und auch bei Demonstrationen absolut chancenlos, hat dann jedoch die Volksabstimmung mit recht komfortablem Vorsprung überlebt. Es gibt da ein Problem, wenn eine gefühlte Mehrheit gegen etwas vorgeht und die moralische Deutungshoheit für sich beansprucht und das nennt sich dann auch nicht Demokratie, sondern Tyrannei.
    Oh, die Mehrheit ist immer noch gegen S21. Nur hat sich ein Teil dieser Mehrheit verarschen lassen, aber die werden noch Jaulen.

    Schon jetzt ist klar, dass es erneut teurer wird, erneut länger dauer und dass der Endbahnhof sogar schwächer ist, als der alte.

    Abermilliarden Euro für weniger Leistung. Na, wer für sowas ist, kann an sich nicht mehr ernst genommen werden.
  9. #438

    Zitat von silverhair Beitrag anzeigen
    Und im Internet wird noch nicht abgestimmt, dafür fehlen dort die demokratischen Wahlmethoden -- aber das könnte sich im Laufe der Jahrzehnte vielleicht durchaus ändern!
    Es wäre technisch ziemlich problemlos, E-Voting zu installieren, um den Bürgern eine bequeme Möglichkeit der Mitgestaltung der Politik zu ermöglichen.

    Aber genau das wird von der politischen Klasse strikt abgelehnt. Demokratie ja, aber bitte gefiltert und von der politischen Klasse kontrolliert. Bevor es direkte Bürgermitgestaltung über das Internet gibt, wird eher das Internet umgebaut nach chinesischem oder iranischen Vorbild - natürlich zum Schutz der Bürger vor Kinderpornographie und Terrorismus ;o)
  10. #439

    Wissen sie, was das Gute ist

    Zitat von Oback_Barama Beitrag anzeigen
    Nun ja, wenn die FDP versprochen hätte, freies Internet für alle, kostenlos Filme und Musik downloaden zu können, hätte sie auch 7-8 % bekommen wie die Piraten.
    Die Piraten als Partei sind doch mehr oder weniger ein Witz.
    Wissen sie, was das Gute ist an Leute, die nicht in der Lage sind ihre eigenen Fehler zu erkennen. Sie sind verdammt ihre Fehler immer wieder zu wiederholen und damit ihr Probleme immer größer zu machen bzw. ihre Nichtbrauchbarkeit ständig zu vergrößern und damit die Notwendigkeit ihre gesellschaftlichen Teilhabe gegen Null wachsen zu lassen.


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