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Shitstorm nach TV-Runde: FDP-General Döring bringt Piraten gegen sich auf

DPA1,2 Prozent für die einen, 7,4 für die anderen - der Erfolg der Piraten ärgert die zur Splitterpartei verkommene FDP so sehr, dass Generalsekretär Döring zum Rundumschlag gegen die Polit-Aufsteiger ausholt. Deren Politikbild sei durch die "Tyrannei der Masse" geprägt. Die Gescholtenen schlagen zurück.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...823718,00.html
  1. #410

    Zitat von pablo1 Beitrag anzeigen
    Das Internet mag zu mehr Transparenz verhelfen, das alleine seligmachen Instrument wird es aber nicht sein.
    Ich denke, dies behauptet auch kein Pirat.

    Aber es hilft mit. Oder sagen wir: Ich zumindest empfinde es als sympathisch, mitdiskutieren zu dürfen, anstatt vorher erst die Aufnahmeprüfung bestanden zu haben, bevor ich im Kreis der selbsternannten Eliten bin.
  2. #411

    Parteiprogramm

    Zitat von claudeka Beitrag anzeigen
    Welch ein Glück für die Piraten, dass die alten Parteien ihnen mit ihren verstaubten Aussagen reichlich Munition bieten, damit sie sich ordentlich austoben können und aufgeregte Twitter Meldungen sammeln können.
    Ansonsten müssten sie sich ja mit sich selbst und ihrem nicht vorhandenen Parteiprogramm beschäftigen, so lässt sich's prächtig ohne Programm leben und Wahlen gewinnen.
    Ich bin zwar kein Wähler der Piraten, aber besser kein Wahlprogramm, als eins zu haben und dann das Gegenteil machen!
    Das kann man doch nun nicht mehr leugnen, was haben denn die Regierungsparteien vor der Wahl gesagt? Atomausstieg? Europäische Schuldnergemeinschaft?
    Könnte noch 50 andere nicht im Parteiprogramm stehende Aktivitäten auf zählen.
    Also was soll man von den Parteien und ihren Parteiprogrammen halten?
  3. #412

    Je...

    Zitat von jwiechers Beitrag anzeigen
    Also ich fand den Vergleich eigentlich passend -- zugegeben, weil ich es als Referenz auf de Tocquevilles Konzept der "Tyrannei der Mehrheit" bezogen hatte und das auf gefühlte Mehrheiten durch die neuen Möglichkeiten des Internets erweitert hatte -- was in meinen Augen ein durchaus überlegenswerter Ansatz ist und als Diagnose für einige Positionen und Logiken der heutigen Piratenpartei durchaus eine korrekte Bezeichnung wäre, wenn auch, ohne Erklärung, in hohem Maße unglücklich.

    Es mag natürlich sein, dass ich ihm da zu viel historisches/politikphilosophisches Wissen zutraue, aber selbst dann sollte man zugeben, dass sein Beispiel durchaus richtig ist: S21 schien nach Menge des Protests im Internet und auch bei Demonstrationen absolut chancenlos, hat dann jedoch die Volksabstimmung mit recht komfortablem Vorsprung überlebt. Es gibt da ein Problem, wenn eine gefühlte Mehrheit gegen etwas vorgeht und die moralische Deutungshoheit für sich beansprucht und das nennt sich dann auch nicht Demokratie, sondern Tyrannei.
    ...nachdem wie man was zu seinem Vorteil auslegt. Solche Vergleiche, Definitionen sind ein alter Hut mit Freilauf, typisch für geringfügige Politiker oder solch die sich dafür halten.
  4. #413

    Zitat von Trondesson Beitrag anzeigen
    Daß man sie nicht mehr ernstnehmen kann, ja sogar darf, haben die sogenannten "Liberalen" allein sich selbst zuzuschreiben.
    Und seien Sie sich mal nicht so sicher, daß es keinen interessiert, ob Sie gerade masturbiert haben. In Englisch nennt man so etwas "Leverage", etwas, was später unter Umständen gegen einen verwendet werden kann.
    Dieser Thread zeigt sehr deutlich, dass Döring vollkommen Recht hat.

    Was ist das denn für eine Politikkultur der hier selbst ernannten Vertreter der sog. Piraten, die meinen, eine politische Diskussion erschöpfe sich darin, den Gegner niederzumachen und niederzubrüllen.

    Fakt ist:

    - Die "Piraten" sind eine reine Protestpartei, ein Sammelbecken der Nichtwähler (was gut ist); und
    - sie haben keinerlei vernünftige politische Inhalte (grenzenlose Freiheit im Internet ist Schwachsinn);
  5. #414

    .

    Zitat von f.klein Beitrag anzeigen
    In der Tat- die Forderung nach "maximaler Transparenz" verträgt sich
    mit einer "tapfer verteidigten Anonymität"( Lammert ) nicht. Ein anständiger Mensch zeigt sein Gesicht.
    Wo zeigen Sie denn Ihr Gesicht hier???
    Was hat denn eine Meinung mit einem Namen zu tun, es zählt doch nur der Inhalt der Aussage!!! Wer anderer Meinung ist, soll die auch vertreten, da muss man nicht persönlich werden.

    Die Panik in den etablierten Parteien zeigt doch nur, wie entsetzt sie sind, mit der offenen und freien Meinung von Bürgern konfrontiert zu werden. Klar träumen die Kämpfer gegen Anonymität davon, endlich eine "Zentraldatei" mit den Namen unzufriedener Bürger erstellen zu können. Sie wollen doch nur Einschüchterung. Da kann man dann immer drauf zurückgreifen, wenn es darum geht, Bewerber um Ämter auf blinde Treue zu den etablierten Parteien zu überprüfen. Als erster Schritt ist die Einführung von Vorratsdatenspeicherung hilfreich, ist zwar nicht so ganz legal, an die Namen zu kommen, aber immerhin möglich.
    Das alles erinnert ganz stark an Stasi 2.0, die haben auch Daten gesammelt, wer regimekritisch war.

    Die etablierten Politiker wie Lammert sehnen sich zurück nach den Zeiten, als die politische Kommunikation einseitig von oben nach unten lief, Kritik über Medien nur stark gefiltert durch Vertreter der etablierten Parteien möglich war.
    Das Internet gab auch denen eine Stimme, die sonst immer nur vollgedröhnt wurden. Da kommt natürlich Panik und Hilflosigkeit auf bei Politikern wie Lammert, die nie politischen Widerspruch gewohnt waren.

    Ich empfehle diesen Politikern, sich auf neue demokratische Verhältnisse einzustellen, Demokratie zu lernen und sich der Diskussion zu stellen
  6. #415

    Guter Beitrag Telefondesinfizierer !

    Zitat von telefondesinfizierer Beitrag anzeigen
    Ich - als Piraten-Symphatisant - muss Ihrem sehr guten Beitrag durchaus zustimmen.

    Momentan hält sich Jeder und Alles für einen Vertreter der Masse...
    ...
    Somit hat Herr Döring zum Teil Recht... aber er hat es trotzdem noch nicht ganz verstanden.
    Es darf weder der Lauteste per se Recht haben(z.B. S21-Gegner), noch die reine Mehrheit (z.B. "alle deutschen Staatsbürger"), noch der, der sich für die Mehrheit hält (z.B. alle Parteien).
    Schöner Beitrag !!
    Eine gelebte Demokratie ist dann eine Demokratie wenn eben jeder vollmündige Bürger eines Landes gefragt wird..
    So what ?!

    Warum führt man nicht das System wie in der Schweiz ein..
    Kommt es zu Abstimmungen, wo sich die Parteienen nicht sicher sind, dann entscheidet das Volk

    Hat die Politikerkaste in Berlin so viel Angst vor dem Volk ?
    Man muss ja das volk nicht alles allein entscheiden lassen, aber "Stuttgart 21" war doch schonmal ein Anfang zumindest auf Bundeslandesebene, oder etwa nicht ?!

    Und zum Thema SPON-Foristen: Es sidn natürlich gerne die Dauerkrakeler hier aktiv, dass ist mitunter heiter aber auch nervig,
    v. a. wenn es immer die selben sind!!
    -das kann dann echt ätzend sein !!

    Auch solltet ihr Foristen über eines im Klaren sein!!:

    ihr vertretet nicht allein die Stimmung, oder Meinung in der BRD !
    - Auch wenn ihr euch gerne als Repräsentanten suggeriert !
    Es hat nicht immer der recht, der groß, einr große Klappe und ein lautes Mundwerk hat !!
    Dem stimme ich zu .....!!

    Und nun zum Thema "Döring":

    Liebe FDP, er ist ungeeigent für euch und wird dafür sorgen,dass ihr erst recht nicht über 2 % hinauskommt.!!

    Auch wenn ich selber noch recht jung bin, so stelle ich frest, dass die FDP Truppe tatsächlich aus unreifen, jungen Schnöseln besteht..
    Lasst euch gut beraten von den älteren Granden in der Politik !!
    Ihr in der FDP wirkt sehr künstlich und verkrampft !
  7. #416

    Zitat von telefondesinfizierer Beitrag anzeigen
    Leute! Bleibt doch mal auf dem Teppich! Zu einer Demokratie gehört auch, eine Partei wie die FDP zu haben. Auch wennn es nicht gerade meine Partei ist, so wird sie im Sinne der Demokratie doch benötigt.
    Die FDP wird nicht benötigt, bzw. der Wähler entscheidet, welche Partei nötig ist, welche nicht.

    Wenn der Wähler z.B. ein Korrektiv in der Familienpolitik wünscht, wird er vermehrt die Familienpartei wählen.

    Wünscht der Wähler ein Korrektiv in "Liberaler Politik", wird sie auch die FDP wählen.

    An sich ist jede Partei überflüssig und wird im Falle, dass sie sich als überflüssig darstellt, ersetzt. Bei einer Partei, die immer nur STEUERSENKUNGEN!!!1111 schreit, ist dies gerade in schweren finanziellen Zeiten kein Wunder, dass sie nicht gewünscht wird. So blöd ist der Bürger nicht.
  8. #417

    Kaum zu verstehen..

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    1,2 Prozent für die einen, 7,4 für die anderen - der Erfolg der Piraten ärgert die zur Splitterpartei verkommene FDP so sehr, dass Generalsekretär Döring zum Rundumschlag gegen die Polit-Aufsteiger ausholt. Deren Politikbild sei durch die "Tyrannei der Masse" geprägt. Die Gescholtenen schlagen zurück.

    FDP-General in der Kritik: Dörings Tyrannei-Vergleich empört die Piraten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Aufgrund der Senkung der MWST für die Hotellerie um nahezu 2/3
    sollte doch der Gesamtheit (Inhaber und Angestellten) zugute gekommen sein - die müssten doch aus Dankbarkeit alle die fdp wählen. Scheint mir so, als wenn nur die dankbaren Angestellten und Outgesourceten die fdp gewählt haben.
  9. #418

    Schlichte Internet-Lobhudelei

    Zitat von brasilpe Beitrag anzeigen
    Das Problem scheint mir, daß die Herrschaften in Berlin noch nicht realisiert haben, daß sich die Lage "in diesem unserem Lande", d.h. sich die gelebte Demokratie in unserem Land unter dem Einfluß des Internets weit reichend verändert hat.
    Überspitzt formuliert glaubten diese Leute, es genüge, sich persönlich so weit wie irgend möglich zu bereichern - zuletzt durch Diätenerhöhung schon für zwei Jahre im voraus etwa - , diese Tatsache der vielfältigen Bereicherung durch Nichtratifizierung des Antikorruptionsabkommens der UN zu vertuschen und zum Ausgleich das niedere Volk ihrer eingebildeten Weisheit in Form von vielfach überflüssigen Gesetzen teilhaftig werden zu lassen.
    Das funktioniert so nicht mehr, und die Überraschung ist groß.
    Und führt zu unüberlegten Beißreflexen, welche sich zum Glück als kontraproduktiv erweisen. Ich möchte nicht in Dörings Haut stecken.
    Naja, zu glauben, dass das Internet die gelebte Demokratie verändert, ist etwas übertrieben. Selbstverständlich ist es eine schöne Kommunikationsplattform zum Austausch, bietet bessern Zugang zu Informationen und zwingt Politik zu mehr Transparenz. Das ändert aber nichts daran, dass gelebte Demokratie vor allem heißt, dass man sich eben engagieren muss in einer Partei oder einer Bürgerinitiative - nicht digital sondern von Mensch zu Mensch. Daran ändert auch das Internet nichts. Im Übrigen: Wenn ich hier einzelne Diskussionsbeiträge sehe, in denen es nur darum geht, Andersdenkende (hier jetzt vor allem FDPler) zu diffamieren, dann weiß ich wirklich nicht, ob die Leute hier den Begriff "gelebte Demokratie" so ernst nehmen.
  10. #419

    Zitat von pablo1 Beitrag anzeigen
    Wir leben nämlich in einer repräsentativen Demokratie mit regelmäßigen Wahlterminen und das ist gut so. Einigen im Internet scheint das noch nicht klar zu sein.
    O doch. Aus diesem Grunde haben auch mehr Menschen Piraten gewählt und nicht die FDP.


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