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Sexistische Sprache: Frankreich sagt Adieu zur "Mademoiselle"

Getty ImagesWarum Fräulein, wenn es kein Herrlein gibt? Diese Frage wurde in Frankreich nun mit der Tilgung des Begriffs "Mademoiselle" aus Behörden-Formularen beantwortet. Frauenrechtlerinnen wollen jetzt auch die freie Wirtschaft dazu bringen, auf die Verniedlichungsform zu verzichten.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...816866,00.html
  1. #1

    Mademoiselle ist besser als Madeingermany

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Warum Fräulein, wenn es kein Herrlein gibt? Diese Frage wurde in Frankreich nun mit der Tilgung des Begriffs "Mademoiselle" aus Behörden-Formularen beantwortet. Frauenrechtlerinnen wollen jetzt auch die freie Wirtschaft dazu bringen, auf die Verniedlichungsform zu verzichten.
    Wie schrecklich.
    Jetzt verkrampfen unsere westlichen Nachbarn genauso wie ihre verkniffenen östlichen.
    Frolleinchen, Frolleinchen, wenn das mal nicht ein schlimmes Ende nimmt.
    Was kommt als nächtes? Vermutlich wird das Baguette zuerst in Strauss-Kahn-Brot umbenannt, und wenn dann die Feministinnen auf dessen phallöse Form aufmerksam geworden sind, wird es vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verboten.
    Schließlich bleibt als Kulturgut bloß noch der Schimmelweichkäse.
  2. #2

    Schade!

    Schade, die Mademoiselle gehört zu Frankreich, wie der Eifelturm.
    Egal ob man nach der Bedienung ruft oder mit einer Dame spricht.
    Übrigens, auch hier in Deutschland kenne ich nach manche Ältere
    Damen die noch immer Wert darauf legen, mit Fräulein angesprochen
    zu werden.
    Auch im Lokal gibt es immer noch keine Alternative für den Ober.
    Es bleibt also auch hier beim "Froilein, die Rechnung bitte".
    "Bedienung, die Rechnung bitte!" hört sich auf jeden Fall ganz
    bescheuert an, egal ob man einen Ober oder ein Fräulein damit
    ansprechen will. Und "Oberin" ist eh für eine andere Berufsgruppe
    reserviert.
  3. #3

    Komme nicht drauf!

    Mir ist irgendwie nicht ganz klar, was an Fräulein oder Mademoiselle sexistisch ist. Nur weil es das männliche Pendant nicht gibt, ist das gleich diskriminierend? Und wenn ja, für wen?
    Es ist mir ja ziemlich einerlei, ob die Anrede in offiziellen Anschreiben benutzt wird oder nicht, vllt. sind solche Diskussionen und Entscheidungen ja auch einfach nur ein Zeichen dafür, dass Gleichberechtigung inzwischen Realität ist und dem Feminismus die Themen ausgehen.
  4. #4

    Zitat von cassandros Beitrag anzeigen
    Schließlich bleibt als Kulturgut bloß noch der Schimmelweichkäse.
    Nicht jeder sprachliche Unsinn sollte zum "Kulturgut" aufgeblasen werden, entwertet man so doch letztlich richtige Kulturgüter. Persönlich scheint mir der Entscheid jedenfalls sinnvoll, was für einen Nutzen solche anachronistischen Spitzfindigkeiten auf offiziellen Formularen haben sollen war mir jedenfalls nie klar. Und das wird auch niemand ernsthaft vermissen.

    Im übrigen, um das vorneweg zu nehmen, mir gehen viele der sprachlichen Haarspaltereien im Namen des Feminismus auch zu weit. Manche der politisch überkorekten Konstruktionen wie "man/frau" sind m.E. sogar ziemlich lächerlich. Trotzdem sollte man doch etwas differenzieren können und nicht selbst legitime Änderungen reflexartig ablehnen, nur weil man irgendwo das Reizwort "Feminismus" erschnuppert hat..
  5. #5

    Männchen machen

    Wann wird den Hunden das Männchen machen verboten? Oder gibt es da keine Lobby?
  6. #6

    Ein Armutszeugnis für eine Nation, wenn sie in Krisenzeiten nichts Besseres zu tun hat, als sich um solche ideologischen Bagatellen zu kümmern. Wie schon erwähnt, ist sicher das Baguette als nächstes an der Reihe.. das wird sicher vom Fladenbrot abgelöst..
  7. #7

    Sehe ich genauso.

    Zitat von cassandros Beitrag anzeigen
    Wie schrecklich.
    Jetzt verkrampfen unsere westlichen Nachbarn genauso wie ihre verkniffenen östlichen.
    Frolleinchen, Frolleinchen, wenn das mal nicht ein schlimmes Ende nimmt.
    Was kommt als nächtes? Vermutlich wird das Baguette zuerst in Strauss-Kahn-Brot umbenannt, und wenn dann die Feministinnen auf dessen phallöse Form aufmerksam geworden sind, wird es vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verboten.
    Schließlich bleibt als Kulturgut bloß noch der Schimmelweichkäse.
    Man hätte hier und und in Frankreich ehrliche Gleichberechtigung durchsetzen und die Verniedlichung "Männlein" für junge, unverheiratete Männer einführen können. Tja, Chance verpasst.
    Wie hätten Sie denn das gefunden?

    Mir persönlich geht diese "Es-war-schon-immer-so"-Haltung auf den Senkel, wobei ich aber nicht abstreite, dass die moderne Political Correctness oder die Kampfemanzipation auch überflüssige Blüten treiben kann. In diesem Fall jedoch sicher nicht.
  8. #8

    Zitat von KonsulOtto Beitrag anzeigen
    Wann wird den Hunden das Männchen machen verboten? Oder gibt es da keine Lobby?
    Zeigen Sie mir einen Mann, der sich ernsthaft daran stören würde :-)
  9. #9

    Das einzige was mich stört...

    ...ist, als verheiratete Frau Mitte Zwanzig immer noch mit "Fräulein" angesprochen zu werden. Unverheiratet hat mir das nie was ausgemacht. Wegen mir hätte das amtsdeutsche Fräulein nicht serben müssen. Schade, das die Franzosen jetzt auch den Weg gehen alles langweilig gleichzuschalten, damit es nur noch MenschInnen gibt und die von einem oder zwei Elter erzogen wurden.


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