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Sexismus im Alltag: Die schrottreife Frau ab 50
DPAFrauen über 50? Die sollen doch bitte stricken und das Haus hüten! So lautet die Botschaft von Leuten, die einen Superstar wie Madonna dafür in die Pfanne hauen, dass sie in ihrem Alter noch auf der Bühne steht. Was für eine sexistische Frechheit.
http://www.spiegel.de/kultur/gesells...814437,00.html
- #70 11.02.2012 12:45 von
- #71 11.02.2012 12:46 von
- #72 11.02.2012 12:47 von
Und für mich wirkt sie
Außerdem: Alles ist relativ: Auf mich, an der Grenze des Eintritts ins Rentenalter, wirkt Madonna wie ein junges Mädel, und ich bin ganz sicher, dass manch älterer Herr heimlich davon träumt, eine "junge" Frau wie Madonna an seiner Seite zu haben. Aber um das zu verstehen, werden Sie erst mal selber alt. Keine Sorge: Das geht ganz schnell![/QUOTE]
wie eine verzweifelte alte Frau, die ihrer Jugend hinterher rennt.
Ich bin ein "älterer Herr", aber ich will keine Madonna an meine Seite. Allenfalls ihr Bankkonto. Denn sie IST peinlich. Sich zu kleiden und aufzuführen, als wäre sie noch 20 ist nur noch grotesk.
Und wenn George Clooney in labbrigen Hüfthosen und verkehrtrum aufgesetzter Baseballkappe, oder bauchfreien T-Shirt und knallenger Lederjeans vor der Kamera posieren würde, wäre er auch peinlich!! Macht er aber nicht. - #73 11.02.2012 12:51 von
Spektrum
Das ist ein herausgepickter Spezialfall aus einem breiteren Spektrum bei Unterhaltungskünstlern: abgetakeltes Sexmodel. Genau das war Madonna, damit hat sie Geld gemacht. Darauf wurde die Außendarstellung zugespitzt. Ach so: das waren die Medienagenten? Und ich dachte immer, die sei so eine starke Frau, die alles selbst gemacht hat. Ob nicht oder doch: so hat die Kasse geklingelt. Und wenn nicht: sie wird die Verträge wohl noch selbst unterschrieben haben. Ob dem etwa eigene Entscheidung zugrunde lag? Vielleicht war ihr ein normales Angestelltenverhältnis zu mühselig?
Madonna ist ein schlechtes Beispiel. Sie hat wirklich viel Geld gemacht. Wieviel sie davon durch welche unglücklichen Umstände wieder verloren hat, ist etwas anderes. Daß sie aus Geldgründen gezwungen wäre, auf Tournee zu gehen, kann man auch heute und für immer ausschließen. Doch ähnlich wie in der Politik setzt ab einer Schwelle von Prominenz die Sucht danach ein. Diese Künstlerklasse zu vergleichen mit denen, die sich trotz großer Mühe nur durchhungern, ist eher beleidigend - für letztere.
Es gibt eine Expertin für Kritik an untoten Sexmodels: die Tochter von Sher, die damit ihre eigene Mutter kritisiert. Inzwischen hauptsächlich aus Ersatzbauteilen zusammengesetzt. Es gibt unwürdige Auftritte. Manche Britin mit schwarzen Haaren hat die auch im Jugendalter geschafft, das dreimal älter aussah und so alt nicht mehr wurde. Unwürdig nicht, weil es öffentliche Begegnung ist, sondern weil die Reizappelle keine Realität mehr haben. Zeit, Reize oberhalb vom Hals zu entwickeln, haben sich diese speziellen Damen meist nicht genommen.
Helga Feddersen hat ihre Karriere zur Blüte gebracht nach der entstellenden Krebsoperation. Es gibt andere Dinge die Charaktere interessant machen. Auf die hatte Madonna nicht gesetzt. Auch eine verblühte Hildegard Knef fand als Sängerin immer Interesse. Brigit Bardot hat es sich geleistet, aus eigenem Entschluß von der Bühne abzutreten. Nicht einmal Verzicht, anscheinend Abscheu, den man ihr glaubt. Jane Fonda behauptet, heute noch Alpträume von ihrer Bühnenkarriere zu haben: Abschied aus eigenem Willen. Marlene Dietrich wollte ab selbst bestimmten Alter keine Fotos von sich mehr in der Öffentlichkeit sehen, um sich selbst das eigene Denkmal zu definieren. Mireille Matthieu hat es sich anders gesetzt. Sie sieht heute so aus wie vor dreißig Jahren und singt auch noch so.
So breit ist das Spektrum. So: und all das finden wir jetzt unter der Überschrift "Sexismus im Alltag" - aufgehangen an einer ziemlich abgehangenen Madonna -
Oh je, meine Güte ... "Klischee" wäre noch etwas zu schwach dafür. - #74 11.02.2012 12:52 von
Sexismus ??
Es ist schon sehr bizarr, den Vorwurf Sexismus im Kontext von Madonna zu plazieren.
Madonna selbst ist das rolemodel für einen Typ von Star, der seinen Körper und seine Sexualität vermarktet und sich selbst zum Objekt macht. Dies mag man ablehnen oder nicht, die aktuelle Krititk an Madonna bezieht sich aber darauf, dass sich auch mit 50 aufwärts dieses Modell immer noch bedienen will, mit den hier von Mitforisten beschriebenen z.T. surrealen Folgen:
- Photoshop, Operationen, Gesicht und Hände 30 Jahre auseinander
- In Würde altern bzw. die Unfähigkeit dazu
Anstelle eines pawlowschen Reflexes sollte man die Sexismus-Thematik dort anbringen, wo sie passt, aber nicht in diesem Fall.
Die eigentliche Kernproblematik ist der Jugend- und auch Schönheitswahn, der potentiell beide Geschlechter betrifft. Dieser Wahn macht würdevolles Altern (insb. im US-Entertainment Business) relativ schwierig, da Alterserscheinungen als krankhafte Abweichungen gesehen werden, die es zu beheben gilt. - #75 11.02.2012 12:53 von
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Liebe Frau Sibylle Berg,
in einem nächsten Artikel können Sie sich ja mal darüber aufregen, dass junge gut aussehnde Frauen, die ihre sexuellen Reize in den Vordergrund stellen, im Gegenzug, mit Sicherheit auch im Musik Business, gewisse Vorteile geniessen.
Im Übrigen leben wir in einem freien Land, in dem die freie Meinungsäußerung meines Wissens ein hohes Gut darstellt. Ergo ist es doch als positiv zu erachten, wenn manche Menschen (ich habe von diesen das erste mal in Ihrer Kollumne gelesen), öffentlich ihre aus Ihrer Sicht fragwürdigen Ansichten über Madonna äußern?
Mit besten Grüßen - #76 11.02.2012 12:55 von
>Überdies können es sich auch nur die wenigsten Künstler leisten, die verbleibende Lebenszeit am Swimmingpool zu verplempern, denn fast alle, die wir aus den Medien kennen, haben erstaunlich wenig Geld.<
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Naja, Madonna hat immerhin im dreistelligen Millionenbereich verdient - und nicht mit ´ner 1 davor. Sie sollte es sich schon leisten können.
Aber dass sie weiterhin auftritt, finde ich schon klasse. - #77 11.02.2012 12:55 von
Altern hat auch was
mit Reifen zu tun. Man lässt Lebensabschnitte hinter sich und nimmt die Erfahrungen mit. Und natürlich Erinnerungen. Dann wendet man sich einem neuen Lebensabschnitt zu, verändert sich, geniesst zuweilen.
Wer aber versucht immer 25 Jahre alt zu sein, gehört in Therapie!
Solche Menschen sind überpeinlich. Richtig was zum fremdschämen!
Meist sind es Menschen, die nicht die Reife haben sich mit dem Altern auseinander zu setzen.
Und die Angst haben.
Z.B. ist für mich altern was schönes. Ja, tatsächlich. Das macht die Erfahrung, die ich sammeln durfte und hoffentlich noch sammeln darf.
Altern heißt für mich nicht "schrumpelig und tot". Aber eben auch nicht verzweifelt auf jung machen. - #78 11.02.2012 12:57 von
Idioten has es immer
Und solange es Meinungsfreiheit hat sagen die auch Sachen. Wer da zuhoert ist selber schuld.
Uebrigens gibts den Ageismus genauso fuer Maenner. Wer, z.B., mal versucht hat als Ingenieur ueber 40, trotz aktueller Kentnisse einen Job zu bekommen hat das auch schon erlebt.
Allerdings ist mir Madonna voellig egal. Und das hat nichts mit ihrem Alter zu tun. - #79 11.02.2012 12:58 von
Nun, ich habe mal ein Doku-Programm über Prostitution gesehen, eine seriöse, authentische Sendung. Die älteste der Damen war 65. Sie sah attraktiver aus als die viel jüngeren Frauen, hatte ein sehr schöne Figur und arbeitete als Edel-Domina, in einer wunderschönen Altbauwohnung, zu welcher vor allem gut situierte Herren gerne gehen. Die Frau hatte eine ungalubliche Ausstrahlung, war sehr lebenslustig und positiv, immer noch eine Schönheit.
Also nichts im Leben sollte man in eine Schablone stellen. Es liegt an der Ausstrahlung, um Lebensfreude, entweder hat man sie oder auch nicht. Es gibt genug junge Menschen, Frauen und Männer, die keinerlei Ausstrahlung und keine Persönlichkeit haben, da helfen die Strapse auch kein bisschen. Darum geht es gar nicht, es geht nicht um "Strapse", das wäre auch zu banal. Das Leben ist eben mehr als äußerliche Merkmale. Das Traurige ist eben, dass das Leben zu derlei Äußerlichkeiten reduziert wird und Menschen mit einem pauschalen Verfallsdatum versehen werden.
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