Ein guter Journalist bringt die Story dann, wenn sie relevant ist. Und dann, wenn sie passt.
Und das ist jetzt.
Außerdem gibt es durchaus noch andere Gründe, die Geschichte nicht gleich zu bringen.
- Überprüfen, ob es noch weitere, ähnliche Fälle gibt, und ob die Vorkommnisse vor einem Jahr nur ein einmaliger Ausrutscher waren
- Überwindung der eigenen Scham und/oder der heißen Wut. Ein guter Rat war immer, erst einmal über die Sache schlafen.
- die Hoffnung, dass es nicht notwendig sein sollte, die Geschichte überhaupt bringen zu müssen, dass Brüderle im Zuge der Umstrukturierung der Führungsebene der FDP sang- und klanglos in Rente geht, und ein altmodischer Sexist an der Spitze der FDP nicht Realtität wird. Aber spätestens als Brüderle zum "Gesicht" und "Hoffnungsträger" der FDP gekürt wurde, war es höchste Zeit, das "zweite Gesicht" des Hoffnungsträgers darzustellen.
- und natürlich der Punkt, dass aktuell die Gesellchaft für das Thema verbale und tätliche Gewalt gegen Frauen sensibilisert ist. Es ist immer sinnvoll, warme Handschuhe nicht im Hochsommer zum Verkauf anzubieten, sondern dann, wenn es kalt wird.

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