Zitat von
Stefan D.
Fassen wir zusammen: Der Skandal wurde losgetreten von der Mutter des Jungen in unheilvoller Allianz mit der Bild-Zeitung (und möglicherweise noch anderen Medien, das habe ich hier nicht geprüft). SPON ist keineswegs auf den Sensationszug aufgesprungen sondern hat lediglich berichtet über die Vorgänge. Das ist weder journalistisch noch moralisch zu beanstanden. Die Zeit für investigativen Journalismus war knapp bemessen. Der Skandal kochte im Hauptteil nur drei Tage auf SPON. Zudem lagen die eigentlichen Ereignisse schon Jahre zurück. Der Tod des Jungen war 1997, was die Recherche sicher erschwert hat. Den Journalisten unter diesen Umständen vorzuwerfen, sie hätten nicht tief genug recherchiert erscheint mir hart.
Natürlich können Sie immer sagen, dass man gar nichts schreiben sollte, wenn man nichts sicheres weiß. Aber dann dürften Sie fast nie etwas schreiben. Als Journalist haben Sie zumindest die Pflicht zu berichten. Sie müssen nur klar stellen, dass es sich um Behauptungen handelt, um unsichere Sachverhalte, um Meinungen, und das deutlich kennzeichnen mit der Quellenangabe. Anderenfalls betreiben Sie natürlich unseriösen Journalismus.
Dass in dem damaligen Fall das Image der Stadt Sebnitz Schaden erlitten hat sehe ich auch so. Das ist mehr als schlimm. Hierfür sind alle beteiligten Medien, vor allem die Bild-Zeitung, auf das Schärfste zu rügen. SPON, so meine ich, kann man keinen Vorwurf machen.
Ich habe übrigens nichts mit SPON zu tun und bekomme auch keine kostenlosen Abonnements oder dergleichen. Ich mag es nur nicht, wenn Sachverhalte einseitig dargestellt werden.