Ihre Ironie passt sehr gut, denn sie entlarvt das schon fast absurde Selbstverständnis der Autobauer, und auch das der meisten Autofahrer. In dem Artikel von Herrn Grünweg kommt das Wort „Benzin“ nicht vor, bis auf ein einziges Mal im letzten Satz, wo es um das größere Hybrid-Angebot von Toyota im Vergleich zu den Benzinern geht. Man ist sich der Kraftstoff-Problematik zwar bewusst, doch sie wird ausgeblendet, was auf einer Automesse nicht weiter verwundert. Aber der SPIEGEL beobachtet, er produziert Nachrichten, und keine Autos, insofern wirkt es schon etwas seltsam, wenn der Autor fröhlich konstatiert, dass die „SUVs nicht totzukriegen sind“ – mit einem schnieken Allrad durch die City, super... nein, Diesel natürlich.
Nicht totzukriegen ist vor allem der Optimismus in der automobilen Sphäre. Opel geht es schlecht, aber nicht den anderen deutschen Autobauern, sie haben im Jahr 2011 die Welt mit so vielen Autos beglückt wie nie zuvor. Das Geschäft brummt, die Profite sind enorm, bei Benzinpreisen um die 1,65 Euro, das sind aus nostalgischer Sicht 3,30 DM für einen Liter. Nur schlichte Naturen wie ich erkennen da einen gewissen Widerspruch und fragen sich, wer angesichts der rasanten Benzinpreisentwicklung in Zukunft überhaupt noch mit dem Auto fahren kann – Antwort: wer genug Geld hat. Ältere Damen, wie zum Beispiel eine Nachbarin, interessieren sich gewöhnlich nicht für den Genfer Autosalon, doch diese Nachbarin hat immerhin einen neuen Kleinwagen angeschafft, der allerdings so klein ist, dass ich jedes Mal erleichtert bin, wenn sie den Einstieg erfolgreich hinter sich gebracht hat – bleibt noch das Rätsel, wie sie wieder herauskommt. Ist das die automobile Zukunft, sich als Normalverbraucher in go-kart-ähnliche Winz-Autos zu quetschen? Womöglich. Eine richtig tolle Aussicht ist das nicht.

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