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Serbien: Ex-Sprecher von Milosevic ist neuer Regierungschef

AFPDer Westen verfolgt seinen Aufstieg misstrauisch: Ivica Dacic, ehemaliger Sprecher von Slobodan Milosevic, ist zum neuen serbischen Ministerpräsidenten gewählt worden. Mit ihm kommen die Kräfte wieder ans Ruder, die den Staat einst in Krieg und Elend geführt hatten.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...846840,00.html
  1. #1

    Es ist doch offentsichlich

    Serbien wurde in den letzten 15 Jahren vom Westen nur gedemütigt. Das alte Jugoslawien ist Geschichte. Danach hat man noch Kosovo und Montenegro verloren. Mit der Perspektive eines EU-Beitritts will man den Serben immer mehr Zugeständnisse abringen, doch in dieser Hinsicht tut sich nichts.
    Kein Wunder, dass sich die Serben auf gut deutsch "verarscht" fühlen und die Rechten wählen.
  2. #2

    Falscher Ansatz

    Die Politik der EU ist nicht kausal für die Wahl. Viel mehr ist es die Tatsache, dass in Serbien keinerlei Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit der eigenen Verantwortung durchgeführt wurde. Das Land ist in der Masse weiterhin nationalistisch, gefährlicherweise geprägt von einem konfessionsgetränkten und mythifizierten Nationalismus, der als Auftrag verstanden wird.
    Der Annäherungsprozess an die EU ist nichts weiter als ein widerwilliger Gewaltakt gegen den eigentlichen Willen der Durchschnittsgesellschaft, die weder die Kriegsschuld noch die darauf erwachsene Verantwortung sehen möchte.
    Insofern hält die EU den serbischen Nationalismus lediglich "im Zaum" - zu Gunsten einer halbwegs fragilen Stabilität.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Westen verfolgt seinen Aufstieg misstrauisch: Ivica Dacic, ehemaliger Sprecher von Slobodan Milosevic, ist zum neuen serbischen Ministerpräsidenten gewählt worden. Mit ihm kommen die Kräfte wieder ans Ruder, die den Staat einst in Krieg und Elend geführt hatten.

    Serbien: Ex-Sprecher von Milosevic ist neuer Regierungschef - SPIEGEL ONLINE
    Ja und? Machen wir doch alle 4 auch?
  4. #4

    Wobei...

    ...man sagen muss es war eher die NATO und allen voran Deutschland, die einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen das ehem. Jugoslawien vom Zaun gebrochen haben. Besonders Deutschland sollte sich schämen, die Urteile des IMT sind wertlos, wenn keiner sich daran hält/orientiert.
  5. #5

    Zitat von Zartoshti Beitrag anzeigen
    Serbien wurde in den letzten 15 Jahren vom Westen nur gedemütigt. Das alte Jugoslawien ist Geschichte. Danach hat man noch Kosovo und Montenegro verloren. Mit der Perspektive eines EU-Beitritts will man den Serben immer mehr Zugeständnisse abringen, doch in dieser Hinsicht tut sich nichts.
    Kein Wunder, dass sich die Serben auf gut deutsch "verarscht" fühlen und die Rechten wählen.

    Oh ja, schon wieder die armen Südländer.

    Welche Zugeständnisse sollen das denn sein, die nicht alle anderen EU-Mitglieder auch erbracht haben ?`

    Am besten drucken wir Tag und Nacht Euroscheine und stecken sie den Griechen und den Serben hintenrein.
  6. #6

    Es erstaunt mich nicht, dass einige Serben hier, immer die Schuld bei and. suchen! Immer sind es die Europäer, Amerikaner oder am besten gleich die ganze Welt (außer Russen) an die Situation in Serbien schuld! Ihr habt mehrere Kriege begonnen, Menschen abgeschlachtet und vertrieben, um eure Wahn v. "Großserbisches Reich" zu verwirklichen!! Und jetzt sollen wir uns Deutsche /Europäer schämen, weil wir in diesen Kriegen eingegriffen haben ? Nein, ich bin sogar stolz darauf, dass wir nicht tatenlos zu gesehen haben, wie Frauen/Kinder/Männer abgeschlachtet worden sind, sondern sofort eingegriffen!! Es war eine ethnische Säuberung, die in Bosnien, Kosovo und Kroatien stattgefunden hat, von der Elite koordiniert, die heute an der Macht gekommen ist!!
    Dieses Zitat spielt die Situation in Serbien!
    "Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart"
  7. #7

    gepflegtes Halbwissen

    Zitat von Greta Pan Beitrag anzeigen
    Die Politik der EU ist nicht kausal für die Wahl. Viel mehr ist es die Tatsache, dass in Serbien keinerlei Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit der eigenen Verantwortung durchgeführt wurde. Das Land ist in der Masse weiterhin nationalistisch, gefährlicherweise geprägt von einem konfessionsgetränkten und mythifizierten Nationalismus, der als Auftrag verstanden wird.

    Ihre These mag stimmen, und Serbien trägt ganz sicher jede Menge Verantwortung. Aber Ihre These ist dennoch im Kontext der staatlich-serbischen Ausenandersetzung mit dem Thema Kriegsverbrechen (siehe die dortigen Prozesse sowie Srebrenica-Äußerungen führender Politiker usw.) einfach nur schwach. Und dies angesichts der kroatischen Realität (EU-Aufnahme, trotz weitaus höherem Ausmaß an Nationalismus, gar von der Staats- und Kirchenführung abgesegnet) ein Paradebeispiel für die gepflegten Balkan-Halbwahrheiten, die hierzulande verbreitet werden, und schlichter nicht sein können.
  8. #8

    Wer sein Expertentum auf Tagesschau gründet......

    Zitat von horstma Beitrag anzeigen
    Sie unterschlagen damit aber die wirklichen Gründe für die Erfolge der Rechten: 50% der Serben halten Leute wie Karatschitsch oder Milosewitsch nicht für Kriegsverbrecher, sondern für Volkshelden, die alles richtig gemacht haben. Diese 50% halten derer Auslieferung nach Den Haag ans Kriegsverbrechertribunal für das eigentliche Verbrechen gegen Serbien. Und jetzt Dacic neuer Regierungschef? ... Hören Sie doch auf, die Tatsachen zu verschleiern: Serbien ist derzeit ein Staat, der von der Gesinnung der Bevölkerung her zu 50% aus Neonazis besteht. Denn hierzulande würde man Personen mit einer derartigen Gesinnung ohne zu zögern so bezeichnen. Ich bekomme eiskalte Füße, wenn ich daran denke, daß für dieses Serbien eine realistische Chance auf einen EU-Beitritt besteht. Dann wäre die EU um eine Farbe reicher: Neben Bankrotteuren auch noch ein Neonazi-Staat.
    Interessant ist viel mehr, wie Sie Teile der Realität AUSBLENDEN. Ja, es gibt Neonazis in Serbien, aber in Kroatien sieht es schlimmer aus, und es ist in die EU trotzdem aufgenommen worden, obwohl die Staats- und Kirchenspitze sich an die Spitze der landesweiten Proteste gegen Den Haag usw. gestellt hat. DAS ist aber in Serbien noch nie passiert, trotz aller nationalistischen Bestrebungen. Ihre Statistik ist auf wackeligen Beinen, die Wahl war nachweislich reine Protestwahl, weil - leider - just die sog. Reformer, die hier kritiklos als solche schubladenartig tituliert werden (typisch!) ... alles getan haben, das große Vertrauen der Mehrheit zu verspielen.

    Ihre Wahrheiten sind de facto bestenfalls gepflegte Halbwahrheiten, die der komplexen Realität da unten mitnichten gerecht werden können, und an die alten K&K-Clichees nahtllos anschließend.
  9. #9

    Augen Zu und Durch!

    Serbien, als ewiger Stoerfaktor des Balkans, bleibt eine Herausforderung fuer die EU..Nur mit europaeischer Geduld wird man den virulenten grosserbischen Nationalismus isolieren und zu ueberwinden helfen koennen!Wobei keine faulen Kompromisse dem Land und der Region helfen werden."Der kranke Mann auf dem Balkan", Serbien, muss zur Einsicht gebracht werden, dass es ein kleines, unterentwickeltes und armes Land ist und nur mit solidarischer Hilfe in die europaeische Familie aufgenommen werden kann.Ohne ehrliche Auseinandersetzung mit eigener Geschichte, mit der Kriegsschuld...so wie es Nachkriegs-Deutschland tat...wird dies allerdings nicht gehen.Die neugewaehlte Fuehrung wird dem objektiv nicht gerecht werden koennen.Also bleibt der (ewige) Stoerfaktor, voerst, draussen vor der (europaeischer) Tuer...Schade und hoffentlich nicht auf ewig so.
    Velimir Philo Tomulic








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