Was, bitte, ist denn ein nötiger Tod? Schon a bisserl makaber, diese Überschrift.
DPABakterien fluten den Körper, das Immunsystem streikt: An einer Blutvergiftung sterben jährlich rund 60.000 Menschen in Deutschland. Doch nach SPIEGEL-Informationen könnten Tausende Sepsis-Tote noch leben - denn Patienten erhalten rettende Medikamente oft zu spät.
http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-863850.html
Was, bitte, ist denn ein nötiger Tod? Schon a bisserl makaber, diese Überschrift.
welches Antibiotkum den 150.000 Patienten gegeben werden soll. Bitte nicht das falsche oder unwirksame Antibiotikum. Natürlich sind Resistenzen und Resistenzentwicklung durch Routine-Verabreichung auszuschließen.
Der Artikel is so - wie geschrieben - unsinnig, da die Situationen sehr komplex sind.
Im übrigen sehe ich hier kein Problem, sindern eine Chance, bisher (wodurch auch immer) nicht beherrschbare Situationen besser in den griff zu bekommen. Das Verlegen von Bagatellverletzungen auf die Überwachungsstation dürfte sich als realitätsfern erweisen.
Wer krank im Krankenhaus liegt, befindet sich ja bereits in einer infektionsbegünstigenden Situation. Oder auch: moderne Medizin hat dafür gesorgt, daß viele einst tödlichen Erkrankungen nun "nur noch" chronische sind, bei denen dann aber oft eine Sepsis droht.
Dilemma nennt man so etwas, habe ich mal gehört.
Will sagen, daß es einige so oder so treffen wird, da bereits eine Vorauswahl (krank im Krankenhaus oder auch zu Hause) stattfand, die eben dafür sorgt, daß geschwächte Menschen eine Sepsis bekommen. Und selbst wenn die überlebt wird, kommt bei einigen, insbesondere chronisch Kranken, die nächste und übernächste bestimmt, so daß bei denen das Problem letztlich nur herausgeschoben wird...
Das gilt nicht ganz so für jene, die nur vorübergehend abwehrgeschwächt sind, z.B. nach einer Operation.
Wahrscheinlich sehen die Daten unter Berücksichtigung, in welcher Ausgangslage eine Sepsis begann, etwas anders aus. Leider ist die Studie weder mit dem Titel oder gar einem Link erwähnt.
Ich stimme dem Tenor, schnell und aggressiv zu behandeln, voll zu. Sowohl bei einer Sepsis (als auch beim Trauma) ist man als Arzt beim An-/Eintreffen des Patienten ja oft Minuten, Stunden oder gar Tage hinter dem Verlauf her und hat nicht mehr viel Zeit.
An einer "normalen" Sepsis sterben nicht so viele Menschen wie hier beschrieben wird. Vielleicht wurden da die Begriffe "Sepsis", "schwere Sepsis" und "septischer Schock" vermischt.
Ich hab die Originalstudie nicht gelesen. Aber retrospektiv - "im Nachhinein" - ist man immer schlauer. VORHER, also sobald die Symptome beginnen, z.B. Pulsrasen und leichte Atemnot, weiß man noch nicht dass der Patient in 48 Stunde an der Beatmungsmaschine versterben wird!
Die Realität sieht noch viel schlimmer aus. Ich habe in mehreren Kliniken gearbeitet, wo die Sepsis noch nicht mal rechtzeitig erkannt wurde ! Auch die zugrundeliegenden Abszesse nicht. Diese wurden zu spät aufgeschnitten. Ich wurde wegen meines Einsatzes in solchen Fällen gar gemobbt ! Standorte Berlin, Augsburg, Aachen, teils auch an Unikliniken !
Wahrscheinlich wird in dem Artikel auf folgende Publikation eingegangen: JAMA Network | JAMA: The Journal of the American Medical Association | Effect of Empirical Treatment With Moxifloxacin and Meropenem vs Meropenem on Sepsis-Related Organ Dysfunction in Patients With Severe SepsisA Randomized Trial.
Im Übrigen hat der Autor nicht erwähnt, dass eine prophylaktische Antibiotika-Therapie kontraproduktiv ist. Mäuse, denen unsinnigerweise vor der Infektion ein Antibiotikum verabreicht wurde, zeigten keine Phagozytose. Das ist halt Sepsis-Grundlagenforschung.
Was Sie da -zu Recht!- schreiben, bedeutet nichts anderes als Totschlag <durch Unterlassen>, 212 StGB.
Jedenfalls bei Kassenpatienten ist mir bekannt, dass es die von Ihnen genannten Listen gibt: Wozu noch zehntausend oder noch mehr EUR fuer irrsinnig teure Medikamente aufwenden, wenn der Patient ohnehin versterben wird? Dann eben 3 oder 5 Monate frueher? Wie viel duerfen 5 Monate Lebenszeit kosten??
Schliesslich muessen AOK-Abteilungsleiter angemessen entlohnt werden, EUR 12.000.- / Monat sind die Regel.