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Sepsis-Studie: Tausende Patienten sterben unnötig

DPABakterien fluten den Körper, das Immunsystem streikt: An einer Blutvergiftung sterben jährlich rund 60.000 Menschen in Deutschland. Doch nach SPIEGEL-Informationen könnten Tausende Sepsis-Tote noch leben - denn Patienten erhalten rettende Medikamente oft zu spät.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-863850.html
  1. #1

    Unnötig?

    Was, bitte, ist denn ein nötiger Tod? Schon a bisserl makaber, diese Überschrift.
  2. #2

    Und das ist nur die (sichtbare) Spitze des Eisbergs. Fragen Sie mal Krankenhausärzte,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bakterien fluten den Körper, das Immunsystem streikt: An einer Blutvergiftung sterben jährlich rund 60.000 Menschen in Deutschland. Doch nach SPIEGEL-Informationen könnten Tausende Sepsis-Tote noch leben - denn Patienten erhalten rettende Medikamente oft zu spät.

    Krankenhaus: Zehntausend Patienten sterben unnötig an Blutvergiftung - SPIEGEL ONLINE
    die ihre tatsächlichen Erfahrungen & ehrlichlichen Schätzungen vorbehaltslos mitteilen... Dann sieht die ganze Sache noch sehr viel brutaler aus.
  3. #3

    Bitte teilen Sie (Der SPIEGEL) noch mit,

    welches Antibiotkum den 150.000 Patienten gegeben werden soll. Bitte nicht das falsche oder unwirksame Antibiotikum. Natürlich sind Resistenzen und Resistenzentwicklung durch Routine-Verabreichung auszuschließen.

    Der Artikel is so - wie geschrieben - unsinnig, da die Situationen sehr komplex sind.

    Im übrigen sehe ich hier kein Problem, sindern eine Chance, bisher (wodurch auch immer) nicht beherrschbare Situationen besser in den griff zu bekommen. Das Verlegen von Bagatellverletzungen auf die Überwachungsstation dürfte sich als realitätsfern erweisen.
  4. #4

    Verzerrung (Bias)

    Zitat von IsaDellaBaviera Beitrag anzeigen
    Und das ist nur die (sichtbare) Spitze des Eisbergs. Fragen Sie mal Krankenhausärzte, die ihre tatsächlichen Erfahrungen & ehrlichlichen Schätzungen vorbehaltslos mitteilen... Dann sieht die ganze Sache noch sehr viel brutaler aus.
    Wer krank im Krankenhaus liegt, befindet sich ja bereits in einer infektionsbegünstigenden Situation. Oder auch: moderne Medizin hat dafür gesorgt, daß viele einst tödlichen Erkrankungen nun "nur noch" chronische sind, bei denen dann aber oft eine Sepsis droht.
    Dilemma nennt man so etwas, habe ich mal gehört.
    Will sagen, daß es einige so oder so treffen wird, da bereits eine Vorauswahl (krank im Krankenhaus oder auch zu Hause) stattfand, die eben dafür sorgt, daß geschwächte Menschen eine Sepsis bekommen. Und selbst wenn die überlebt wird, kommt bei einigen, insbesondere chronisch Kranken, die nächste und übernächste bestimmt, so daß bei denen das Problem letztlich nur herausgeschoben wird...

    Das gilt nicht ganz so für jene, die nur vorübergehend abwehrgeschwächt sind, z.B. nach einer Operation.

    Wahrscheinlich sehen die Daten unter Berücksichtigung, in welcher Ausgangslage eine Sepsis begann, etwas anders aus. Leider ist die Studie weder mit dem Titel oder gar einem Link erwähnt.

    Ich stimme dem Tenor, schnell und aggressiv zu behandeln, voll zu. Sowohl bei einer Sepsis (als auch beim Trauma) ist man als Arzt beim An-/Eintreffen des Patienten ja oft Minuten, Stunden oder gar Tage hinter dem Verlauf her und hat nicht mehr viel Zeit.
  5. #5

    Sepsis = SIRS Bakteriämie

    An einer "normalen" Sepsis sterben nicht so viele Menschen wie hier beschrieben wird. Vielleicht wurden da die Begriffe "Sepsis", "schwere Sepsis" und "septischer Schock" vermischt.

    Ich hab die Originalstudie nicht gelesen. Aber retrospektiv - "im Nachhinein" - ist man immer schlauer. VORHER, also sobald die Symptome beginnen, z.B. Pulsrasen und leichte Atemnot, weiß man noch nicht dass der Patient in 48 Stunde an der Beatmungsmaschine versterben wird!
  6. #6

    Noch schlimmer !

    Die Realität sieht noch viel schlimmer aus. Ich habe in mehreren Kliniken gearbeitet, wo die Sepsis noch nicht mal rechtzeitig erkannt wurde ! Auch die zugrundeliegenden Abszesse nicht. Diese wurden zu spät aufgeschnitten. Ich wurde wegen meines Einsatzes in solchen Fällen gar gemobbt ! Standorte Berlin, Augsburg, Aachen, teils auch an Unikliniken !
  7. #7

    Zitat von lebensgefährlich Beitrag anzeigen
    Wahrscheinlich sehen die Daten unter Berücksichtigung, in welcher Ausgangslage eine Sepsis begann, etwas anders aus. Leider ist die Studie weder mit dem Titel oder gar einem Link erwähnt.
    Wahrscheinlich wird in dem Artikel auf folgende Publikation eingegangen: JAMA Network | JAMA: The Journal of the American Medical Association | Effect of Empirical Treatment With Moxifloxacin and Meropenem vs Meropenem on Sepsis-Related Organ Dysfunction in Patients With Severe SepsisA Randomized Trial.

    Im Übrigen hat der Autor nicht erwähnt, dass eine prophylaktische Antibiotika-Therapie kontraproduktiv ist. Mäuse, denen unsinnigerweise vor der Infektion ein Antibiotikum verabreicht wurde, zeigten keine Phagozytose. Das ist halt Sepsis-Grundlagenforschung.
  8. #8

    Zitat von user543 Beitrag anzeigen
    Ich vermute, dass es in Deutschland bereits wie in Großbritannien Todeslisten gibt, die von Hausärzten insgeheim aufgestellt werden. Da kommen alle Patienten drauf, von denen der Arzt seinem Eindruck nach meint, dass sie nicht mehr länger als 12 Monate zu leben hätten. Kommt so ein Patient ins Krankenhaus, wird er direkt ins Sterbezimmer .....
    Das sind böswillige Behauptungen ohne jeden Beleg.
  9. #9

    das ist Totschlag

    Zitat von user543 Beitrag anzeigen
    Krankheiten werden generell viel zu spät erkannt und behandelt. Meine Mutter litt an Krebs. Mehr als 10 Jahre lang ging sie damit zum Arzt. Sie hatte Beschwerden, weil der Tumor Luft- und Speiseröhre beeinträchtigte. Ausserdem magerte sie völlig ab. Das erste was kam: "Tja, auch Sie werden älter." und die typischen Ratschläge: "Bewegen Sie sich ein bischen mehr, essen Sie mehr Obst und Gemüse". Schließlich wurde auf Reizhusten und Reflux behandelt. Auf die Idee, dass da ein Tumor dahinterstecken könnte kam erst ein junger Vertretungsarzt. Da war .....
    Was Sie da -zu Recht!- schreiben, bedeutet nichts anderes als Totschlag <durch Unterlassen>, 212 StGB.

    Jedenfalls bei Kassenpatienten ist mir bekannt, dass es die von Ihnen genannten Listen gibt: Wozu noch zehntausend oder noch mehr EUR fuer irrsinnig teure Medikamente aufwenden, wenn der Patient ohnehin versterben wird? Dann eben 3 oder 5 Monate frueher? Wie viel duerfen 5 Monate Lebenszeit kosten??

    Schliesslich muessen AOK-Abteilungsleiter angemessen entlohnt werden, EUR 12.000.- / Monat sind die Regel.








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