Katharina FuhrinSie haben Ideen, sie haben Zeit, sie wollen etwas bewegen: Die Piratenpartei zieht immer mehr Ältere an. In der "AG Senioren" finden sich Alt-68er, Manager und Betriebsräte. Und um was geht es Ihnen? Beispielsweise um Freiheit, Umwelt und Rentenrevolution.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...829431,00.html
Ja, die haben viel Zeit, haben das Leben als Erfahrung, sind meistens materiell unabhängig, brauchen nicht mehr buckeln, auch nicht vor Piratenführern, die sind schlichteg für alle gefährlich, auch in den etablierten Parteien. Notfalls sagen sie, ihr könnt mich mal! Die PC und Internethandhabung der Frauen und Männer mit grauen Haaren sollte man nicht unterschätzen. Die jungen Piraten können gar nicht so schnell gucken, wie sie von den Alten geentert werden. Der neue Vorsitzende ist wohl als Regierungsdirektor im Verteidigungsministerium für Verwaltungsaufgaben auch nicht mehr so ganz taufrisch.
Nach Feierabend verkleidet sich der Regierungsdirektor als Pirat « rundertischdgf
... wo arbeitet der nochmal?
Ja nee - alles klar.
Freibeuter sind das eine - verbeamtete Freibeuter was neues, aber eher nix besseres.
"I'm the pied piper, follow me ..."
Im Westen und Osten von Hameln - nix neues.
Eines werden die Senior-Piraten den Jungen sagen müssen: Passt Euch nicht an, um des Ansehens, oder des "Futtertroges" willen.
Sonst landet die politische "Freibeuterei" schneller auf gesellschaftlichem Eis, als man auf 3 zählen kann.
Schon die Art, ja Angst, ins braune Fascho-Lager verschoben zu werden, hat eine saubere demokratische Auseinandersetzung und Aufarbeitung mit Ewiggestrigen, einige Vorstandsmitglieder geradezu panisch reagieren lassen.
Gefestigte Freiheit nimmt es cooler mit solchen Problemen auf.
Offenbar haben hier einige enttäuschte, gleichwohl immer noch umtriebige Altlinke und Alt-68iger ein neues Betätigungsfeld für ihre Visionen und politischen Träumereien gefunden.
Dann kann ja mit dieser Partei nichts mehr schief gehen......
Ich finde den Trend gut, weil ich davon ausgehe, dass dadurch auch Menschen ohne viereckige Augen zu Wort kommen.
Damit spreche ich nicht gegen Basisdemokratie. Im Rahmen einer flüssigen Demokratie könnten sich Menschen auch wöchentlich lokal treffen und ihre Stimme abgeben - selbst dann, wenn sie keinen PC haben.
Daher: Daumen hoch.
Es geht um die Methode, nicht um das Medium.
Immerhin haben es die von Ihnen Beschriebenen geschafft, die ganze Republik so nachhaltig zu verändern, dass selbst die einst urkonservative CDU/CSU quasi-sozialdemokratisch geworden ist und die FDP an den Rand der Selbstvernichtung gedrängt hat, weil das gelbe, marktradikale Gesellschaftsbild mit dem realen Gesellschaftsbild bzw. den entsprechenden Zielen nichts mehr gemein hat. Selbst die CDU und FDP haben dem Ausstieg aus der Kernenergie zugestimmt. Sogar die Wehrpflicht wurde abgeschafft. Sexuelle Freizügigkeiten und Freiheiten jeglicher Art sind heute der absolute Normalfall und keiner möchte das alles wieder aufgeben. Ein paar letzte konservative Zuckungen wie die Herdprämie sind zwar noch zu erkennen, werden aber letztendlich auch nur noch Zuckungen bleiben.
Also wer lebt nur in seinen Träumen und wer hat seine Träume seit Beginn der 70er Jahre tatsächlich zu großen Teilen umgesetzt?