Selbstmordserie: Foxconn reagiert mit üppiger Gehaltrunde

Lohnaufschlag als Stimmungsaufheller: Mit einer üppigen Gehaltserhöhung versucht der iPhone-Monteur Foxconn, die Selbstmordserie in seinen Fabriken zu stoppen. Kritiker bezweifeln aber, dass die Maßnahme die wichtigste Ursache für die Verzweifelung beseitigt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...697304,00.html
  1. #10

    Obszöne Zahlenspiele

    Zitat von Fred Heine Beitrag anzeigen
    Bei Foxconn arbeiten 300.000 Mitarbeiter. Von denen haben jetzt 11 Selbstmord begangen. Das ist bedauerlich.
    1980 haben von je 100.000 Bundesbürgern fast 24 Selbstmord begangen, macht auf 300.000 also ca. 70 Selbstmörder.
    Unter welch unmenschlichen .....
    Die werfen sich vom Firmendach! - das halte ich schon für ein Statement (und tun die Daimler Selbstmörder nicht) gegen die Firma.

    JaJa - jetzt kommt wieder das Argument: praktischer als vom Firmendach kann man sich da gar nicht umbringen...

    All diesen Rechenspiele halte ich für äußerst menschenverachtend und bringt man wohl nur, wenn man selber bequem im Ohrensessel sitzt, sein viertes Glas Zucker in den Tee rührt und dabei Kommentare in ein Gerät eintippt welches im Wert den Jahreslohn eines dieser Arbeiter übersteigt.

    Wir haben schon die Möglichkeit mit unserem Verhalten nur ein kleines bisschen auch das Leben anderer zu verbessern.
    Wenn dann mal auf Arbeitsbedingungen geschaut wird, welche auch abseits des Lohnes unerträglich sind, sollten nicht Erste-Welt-Bonzen überhebliche Zahlenspiele anstellen.

    Vielmehr sollte viel öfter mal überprüft werden, unter welchen Umständen all unser schöner Konsum hergestellt wird!
  2. #11

    Massnahmen

    Eine Dell-Sprecherin sagte, wenn nötig, würden angemessene Maßnahmen ergriffen: "Wir erwarten von unseren Zulieferern die gleichen hohen Standards wie in unseren eigenen Werken."
    Muhahahahaahha. Angemessene Massnahmen? Was soll das sein? Presseartikel in denen man sich entrüstet gegen diese Umstände äussert? Diese verlogenen Kommentare kann ich bald nicht mehr hören.
    Als würden Dell, Nokia und Konsorten nicht wissen, wie es dort läuft. Sie wissen es doch ganz genau, und lassen genau DESHALB dort produzieren. Das ist, wie schon weiter oben erwähnt, die rabenschwarze Seite der Globalisierung.
    Und Selbstmorde in Firmen kommen auch bei uns vor. Man erinnere sich nur an die Erstellung des Newtons.
  3. #12

    ...

    Zitat von Ignorant00 Beitrag anzeigen
    Die werfen sich vom Firmendach! - das halte ich schon für ein Statement (und tun die Daimler Selbstmörder nicht) gegen die Firma.
    Ich denke es ist relativ schwierig von der Art des Selbstmords Rückschlüsse zu ziehen. Ich würde mal behaupten, das es in den USA mehr Freitode per Kopfschuss gibt als in der BRD. Vielleicht um eine Statement pro Shotgun abzugeben - oder weil in der BRD Schusswaffen (noch) nicht freiverkäuflich im Supermarkt erhältlich sind?
  4. #13

    Naja

    Zitat von monotram2 Beitrag anzeigen
    Ich denke es ist relativ schwierig von der Art des Selbstmords Rückschlüsse zu ziehen. Ich würde mal behaupten, das es in den USA mehr Freitode per Kopfschuss gibt als in der BRD. Vielleicht um eine Statement pro Shotgun abzugeben - oder weil in der BRD Schusswaffen (noch) nicht freiverkäuflich im Supermarkt erhältlich sind?
    Da gebe ich Ihnen teilweise recht: In der Schweiz (viele häusliche Waffen) häufig Selbstmorde durch Erschiessen, in Deutschland Erhängen/Ersticken (warum auch immer), in Hongkong springen Sie von Hochhäusern: Also kann man natürlich diese Nachricht nehmen und zur Seite legen.

    Aber man kann die Situation auch nutzen um mal hinzuschauen unter welchen Bedingungen unsere HiTech Gadgets so produziert werden.
    Man kann schnöde Rechenspiele ausführen um sein Gewissen zu beruhigen. Aber eigentlich ist doch fast jeder Selbstmord Zeichen für ein furchtbares Schicksal: z.B. am Ende einer Krankheit, eines psychischen Erkrankung, eines Scheiterns an sich selbst oder Gesellschaft oder vielleicht wie in diesem Falle Verzweifeln an seinen Arbeitsbedingungen.

    Dann mittels Statistiken wegschauen zu wollen können die Zahlenspieler und Teetrinker ja gerne machen - aber ebenso sollen Arbeitnehmervertreter in China die Arbeitsbedingungen anprangern und westliche Konzerne Ihre Subunternehmen prüfen.

    PS: Diese ganze Rumrechnerei ist doch sowieso absurd, da wir zuwenig Informationen und Vergleichszahlen haben: Das sind alles junge Erwachsene in Lohn und Brot. Die Vergleichszahlen aus Deutschland zeigen, dass sich zumindest hierzulande viel mehr alte Menschen und viel mehr Männer umbringen. Alte Menschen arbeiten wohl kaum in dem Werk / das Männer-Frauen Verhältnis ist mir nicht bekannt.
    Aber allen Rechnern noch den Hinweis: Traue nie einer Statistik, die du nicht selber gefälscht hast!
  5. #14

    Schäbig

    Zitat von tommy_tom Beitrag anzeigen
    Willkommen in der schönen neuen Welt der Sklaverei!
    So weit von der Notwendigkeit der skrupellosen Globalisierung, die die einen arbeitslos und die anderen lebensmüde macht.
    ......

    Die Geschichte ist wirklich nicht zu toppen: Apple bezieht seinen ipad-Schrott für runde 230 Dollar, verkauft ihn aber für fast das Dreifache. Kein Wunder, daß diese Firma soll hohe Gewinne macht und sich wahrscheinlich über die Dummen in den Schwellenländern kaputtlacht, die sich, im barsten Sinne des Wortes, dafür totarbeiten.
    Welch prägnantes Beispiel für das, was sich Globalisierung schimpft!
    rabenkrähe
    Geändert von ( um Uhr)
    Es gibt ein Leben vor dem Tod. Der wahre Pazifist ist bereit, mit der Waffe für seine Überzeugung zu kämpfen.....
  6. #15

    Ein Grund mehr für Boykott

    Spätestens solche Skandale sollten Anlass genug sein, um den Hype um mehr und mehr sinnlose Elektronik-Spielzeuge zu beenden.

    Muss man wirklich eine iPad haben?
    Noch dazu, wo er zu Preisen verkauft wird, dass die Sklavenhalter bei Foxconn und Apple noch reicher werden.
    Persönlich bin ich der Ansicht, dass selbst bei einer Lohnerhöhung um 200% der Preis für den iPad nicht mehr als 5% höher wäre.

    Und wenn man sich diese Dinger ohne Ausbeutung nicht leisten könnte, sollte man mal nachdenken ob die Krönung der "Geiz ist Geil"-Welle nicht der Konsumverzicht ist.

    Nur durch Boykott können solche Zustände verhindert werden.
    Der trifft zwar auch die Arbeiter, aber umsomehr die Konzerne. Denn die bleiben dann auf ihren Entwicklungskosten sitzen.
  7. #16

    Liebe Arbeiter bringt euch nicht um

    Wenn ihr euch umbringt, kommen die Menschenrechtsfritzen von den Langnasen und am Ende verliert der Genosse Generaldirektor die Verträge von Dell und Sony. Denkt auch einmal an euer Land, an den Genossen Vorsitzenden, wie der da steht. 20 Jahre haben wir gebraucht um euch so ins Schaffen zu bringen. Angefangen mit Schraubenziehern, über Christbaumschmuck bis zur allerfeinsten Hitec produktion. Wir haben die Kapitalisten schon fast im Sack. Sie schulden uns und den Freunden aus Japan schon soviel,dass wir sie fast dran haben. Die Genossen in Russland haben die Kapitalisten totgerüstet. Wir sind klüger, wir schlagen sie auf ihrem eigenen Feld, dem freien Markt. Ausserdem sind beim Bau der grossen Mauer mehr umgekommen als sich derzeit von den Fabrikdächern stürzen. Da muss man vom einfachen Genossen auch mal verlangen können, dass persönlicher Ehrgeiz zurückstecken muss, wenn es gilt die grosse Revolution voranzutragen.
  8. #17

    Ein irrwitziger und falscher Vergleich

    Zitat von Fred Heine Beitrag anzeigen
    Bei Foxconn arbeiten 300.000 Mitarbeiter. Von denen haben jetzt 11 Selbstmord begangen. Das ist bedauerlich.

    1980 haben von je 100.000 Bundesbürgern fast 24 Selbstmord begangen, macht auf 300.000 also ca. 70 Selbstmörder....

    Jedes Jahr schmeißen sich in Deutschland 1.000 Menschen vor den Zug. Alleine das sind drei Zug-Selbstmörder pro 300.000 Deutsche.
    Und wieviele der Selbstmörder standen mitten im Arbeitsleben?
    Selbstmorde finden Sie gehäuft bei Jugendlichen, bei Schwerstkranken (psychisch und phsysisch) und Altersdepressiven. Von denen arbeitet garantiert keiner bei Foxconn.
    Der Versuch das Elend mit scheinbar vernünftigen Argumenten relativieren zu wollen ist die größte Seuche mit der es die Industriegesellschaften je zu tun hatten. Durchhaltegesülze und Ellebogenparolen sind es die eine perspektivlose Jugend in Exzesse und Gewalt treiben.
  9. #18

    Ich möchte ...

    Zitat von Matzescd Beitrag anzeigen
    ...und alle kaufen Produkte, die dort hergestellt werden.

    Hauptsache: Billig, billig, billig!
    Ein anderer Grund liegt wohl darin, dass es quasi unmöglich ist, Elektronik zu kaufen, die nicht "Made in China" ist.
    Ich persönlich versuche so weit wie nur möglich "Made in China" zu boykottieren.
    ... mal wetten, dass auf den von Foxconn produzierten Geräten nicht "Made in China", sondern "Made in Taiwan" steht. Denn Foxconn ist ein taiwanesisches Unternehmen.
  10. #19

    Haaaaallllooooo

    Zitat von tomcatXXX Beitrag anzeigen
    Wenn ihr euch umbringt, kommen die Menschenrechtsfritzen von den Langnasen und am Ende verliert der Genosse Generaldirektor die Verträge von Dell und Sony. Denkt auch einmal an euer Land, an den Genossen Vorsitzenden, wie der da steht. 20 Jahre haben wir gebraucht um euch so ins Schaffen zu bringen. Angefangen mit Schraubenziehern, über Christbaumschmuck bis zur allerfeinsten Hitec produktion. Wir haben die Kapitalisten schon fast im Sack. Sie schulden uns und den Freunden aus Japan schon soviel,dass wir sie fast dran haben. Die Genossen in Russland haben die Kapitalisten totgerüstet. Wir sind klüger, wir schlagen sie auf ihrem eigenen Feld, dem freien Markt. Ausserdem sind beim Bau der grossen Mauer mehr umgekommen als sich derzeit von den Fabrikdächern stürzen. Da muss man vom einfachen Genossen auch mal verlangen können, dass persönlicher Ehrgeiz zurückstecken muss, wenn es gilt die grosse Revolution voranzutragen.
    Ihnen ist aber schon bewusst, dass Foxconn eine taiwanesische Firma ist - oder?