Selbstmordankündigung: Keine Hilfe von den Facebook-Freunden

1048 Facebook-Freunde hatte eine 42-jährige Frau aus England, doch keiner von ihnen griff rechtzeitig ein, als sie ihren Selbstmord ankündigte. Im Gegenteil: Einige reagierten mit hämischen Kommentaren. Das berichten mehrere britische Zeitungen. Jetzt meldet sich die Mutter der Toten zu Wort.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,738022,00.html
  1. #30

    Kommentar

    Dieses Ereignis finde ich jetzt nicht sonderlich überraschend. Und auch nicht dramatisch, denn es ist tatsächlich ihre Entscheidung gewesen. Wenn sie Hilfe gewollt hätte, hätte sie sich nicht einfach getötet, sondern um Hilfe gebeten. Und dann hätten ihr auch einige ernsthaft geantwortet, so wie ihr hier auch einige ernsthaft helfen wollten.
  2. #31

    Ich kenn die Situation!

    Ich hatte mal eine Freundin, mit der hat ihr Typ Schluß gemacht und sie war halt total durch den Wind. Voll heftig, ich war live dabei! Sie hat dann zu mir auch gemeint, sie würde sich noch diese Nacht umbringen.
    Da hab ich natürlich sofort reagiert und ganz schnell mit dem Kulli so eine Art Testament aufgesetzt und sie gefragt, ob ich dann ihren Fernseher und die Stereoanlage haben kann, wenn ich mir im Gegenzug ihr Gejammer noch eine halbe Stunde anhör.
    Weiber können manchmal echt nerven!
  3. #32

    @mmueller60

    Sorry aber das stimmt einfach nicht. Alle psychiatrischen Studien zeigen, dass schon Menschen, die nur vage, unkonkrete Suizidgedanken äußern, hochgradig selbstmordgefährdet sind. Eben auch die "Drama-Queens". Und bei dieser Frau war die Ankündigung ja anscheinend sogar relativ konkret.
  4. #33

    jeder mensch ist wichtig

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    1048 Facebook-Freunde hatte eine 42-jährige Frau aus England, doch keiner von ihnen griff rechtzeitig ein, als sie ihren Selbstmord ankündigte. Im Gegenteil: Einige reagierten mit hämischen Kommentaren. Das berichten mehrere britische Zeitungen. Jetzt meldet sich die Mutter der Toten zu Wort.

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,738022,00.html
    wir machen es uns leicht, wenn wir eine selbstmordankuendigung einfach "ad acta" legen. wir sollten solche dinge als hilferuf begreifen - nicht als drohung oder grosstuerei. in jedem fall will da ein mensch gehoert werden - was auch immer der grund dafuer sein mag.
    danke!!
  5. #34

    .

    Mehrere Sachen an diesem Artikel haben mich gestört. Zunächst werden hier Facebook-"Freunde" mit realen Freunden gleichgesetzt. Es wird unterschwellig suggeriert, dass diese 1234 "Freunde" tatenlose mitangesehen haben, dass sie ihren Suizid realisiert, obwohl wahrscheinlich nur ein Bruchteil davon in jenem Zeitraum bei Facebook vorbeigeschaut hat und ihre Meldung gelesen hat. Schließlich werden im Artikel nur Aussagen von anderen Leuten oder Medien über den Facebook-Eintrag und die Kommentare zitiert. Ich bin sicher, dass sich irgendwo originale Screenshots des Profils von Simone B. finden lassen, um sich selbst ein Bild zu machen.
  6. #35

    Die Mutter trägt mehr Schuld als die Facebook-Freunde!

    "Die Zeitungen zitieren die Mutter mit den Worten, es sei empörend, dass niemand ihrer Tochter vorher geholfen habe."
    Also, als gute Mutter sollte man ja wohl erkennen wenn die eigene Tochter depressiv ist. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Frau sich aus heiterem Himmel das Leben nahm.
    Dehalb finde ich Grotestk, dass die Mutter die Schuld bei irgendwelchen Online-Kontakten sucht.
  7. #36

    ...

    Das Wort "Freund" erlebt dank "Sozialer Netzwerke" echt eine noch nie dagewesene Inflation. Welch Ironie !
  8. #37

    Das hat man davon, wenn man sich manipulieren lässt . .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ... doch keiner von ihnen griff rechtzeitig ein, als sie ihren Selbstmord ankündigte. Im Gegenteil: Einige reagierten mit hämischen Kommentaren...
    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,738022,00.html
    Vielleicht wachen einige in unserer heutigen Gesellschaft mal auf. Es wird viel zu oft und viel zu schnell jemand zum "Freund" erklärt. Durch das kanalisierte Angebot der Sozialen Netzwerke und die penetrante Art, es an einen Benutzer zu bringen, entsteht bei den wohl meisten Nutzern mit der Zeit ein sehr lockeres Verständnis vom Begriff einer Freundschaft.
    Sicherlich wäre es schon allein sprachlich besser, von "Kontakten" zu sprechen (siehe MS Outlook). Das würde nicht eine Vertrauensbasis implizieren, die naturgemäss in einem solchen Netzwerk nie gegeben sein kann. Vor allem auch nicht bei den berichteten Grössenordnungen.
    Auch wäre die Bereitschaft, sich mit sehr persönlichen Daten gegenüber der Welt zu öffnen, gerade bei noch unerfahrenen, leichtgläubigen Menschen sicherlich deutlich geringer.
    Ich denke, durch die Wortwahl wird unterschwellig viel in eine bestimmte Richtung gelenkt.
  9. #38

    Is doch Blödsinn, den "Freunden" einen Vorwurf zu machen. A: So oft, wie derartige Andeutungen gemacht werden, kann man sie ja gar nicht mehr ernst nehmen. B: Es war doch tatsächlich Ihre Entscheidung. Eine Entscheidung zu akzeptieren, hat etwas mit Respekt zu tun. Ich hätte auch nicht weiter unternommen, falls ich es gelesen hätte.
  10. #39

    Ic hoffe für Sie...

    Zitat von mmueller60 Beitrag anzeigen
    Es gibt immer wieder Drama Queens (männlich und weiblich!), die aus Geltungssucht oder tatsächlicher leichter Gestörtheit düstere Drohungen von sich geben. In einen Suizidversuch setzt das dann einer von zehntausend um. Wir alle kennen diesen Fall nicht, vielleicht war es ein Goth oder Emo? Jedenfalls finde ich diese Moralisiererei sehr dumm.
    Zumal schon aus der Zahl von 1000 Facebook-Kontakten klar wird, daß davon viele reine Onlinekontakte waren. Vielleicht auch alle?
    ...dass Sie eines Tages nicht in Verlegenheit kommen, dass man Sie ernst hätte nehmen sollen... Ihre Gleichgültigkeit ist empörend, dumm und fast schon brutal! Hier hatte sich, aus welchen Gründen auch immer, ein Mensch in seelischer Not befunden, dessen einziger Ausweg ein Suizid zu sein schien. Sagen Sie mal, kann man noch ignoranter sein?

    Anstatt das man die Ankündigung mit dem nötigen Ernst und Respekt behandelt, labern die "Freunde" lieber weiter und ergehen sich in Mutmaßungen, Unterstellungen usw. Arme Menschheit!