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Segel-Streit: Gericht entscheidet über Olympia-Teilnahme

DPADas Hamburger Landgericht hat im seit Wochen köchelnden Olympia-Streit entschieden: Die 470er-Seglerinnen Kathrin Kadelbach und Friederike Belcher fahren zu den Sommerspielen nach London. Damit wurde der Antrag ihrer Konkurrentinnen Tina Lutz und Susann Beucke abgewiesen.

http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,829659,00.html
  1. #1

    Verkorkste Regeln

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Hamburger Landgericht hat im seit Wochen köchelnden Olympia-Streit entschieden: Die 470er-Seglerinnen Kathrin Kadelbach und Friederike Belcher fahren zu den Sommerspielen nach London. Damit wurde der Antrag ihrer Konkurrentinnen Tina Lutz und Susann Beucke abgewiesen.

    Segel-Streit: Gericht entscheidet über Olympia-Teilnahme - SPIEGEL ONLINE
    Das ist jetzt wie der America's Cup. <30% Segeln und der Rest vor Gericht. Ärgerlich ist nur, das dem Nachwuchs und der breiten Öffentlichkeit in erster Linie eine Schlammschlacht vorgeführt wird. Den Seglern werden Regeln aufgezwungen, die alles andere als dem Sport förderlich sind. Das Können der Regattasegler wird durch Olypiafremde Regeln untergraben, und es würde mich nicht wundern, wenn Segelfunkionäre das Kind mit dem Bade ausschütten. Wird die Olympische Disziplin Segeln in Zukunft gefährdet?
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Hamburger Landgericht hat im seit Wochen köchelnden Olympia-Streit entschieden: Die 470er-Seglerinnen Kathrin Kadelbach und Friederike Belcher fahren zu den Sommerspielen nach London. Damit wurde der Antrag ihrer Konkurrentinnen Tina Lutz und Susann Beucke abgewiesen.

    Segel-Streit: Gericht entscheidet über Olympia-Teilnahme - SPIEGEL ONLINE
    Wer die Entscheidung am "grünen Tisch" sucht sollte zum Pokern wechseln. Wieso sich ein deutsches Landgericht mit sportlichen Tatsachen beschäftigen muss kann ich nicht nachvollziehen, gibt es für solche Fragen kein Sportgericht? Und was gibt es da überhaupt zu diskutieren? Die Ergebnisse der Wettbewerbe stehen fest - daraus folgt zwingend wer qualifiziert ist und wer nicht. Die nächsten Olympischen Spiele kommen bestimmt. Vielleicht sollte man mal über eine Sperre der Klägerin nachdenken.
  3. #3

    Segler sind dafür bekannt, dass häufig Segelwettkämpfe am grünen Tisch auf Grund von Protesten entschieden werden. Zum Segel gehört die Beherrschung der Regel. Der richtige Sport für Juristen.
  4. #4

    ... nur bis 20 ...

    Der Fehler liegt doch klar in der Festlegung des Verbandes, nur die ersten 20 Plätze zu punkten. Wenn es um den Vergleich von Teams für die Olympia-Teilnahme geht, sollte man halt so eine Regel nicht machen, wenn man gleichzeitig das gegenseitige Blockieren erlaubt. Was passiert denn nächstes Mal ? Das zweitbeste Team blockiert das beste so lange bis dann das drittbeste zu Olympia fährt ? So ein Käse.

    Was die ethische Frage angeht ... im Rennen mag blockieren zum Sieg innerhalb der Renngesamtwertung erlaubt sein. Hier findet die Rechnung innerhalb eines geschlossenen Ganzen statt. Im Gegensatz dazu wurde das Blockieren hier aber angewendet, um in einer dazu externen Rechnung vorn zu bleiben, nämlich wegen der 20er Regel oben. D.h. ein Mittel, welches für einen Zweck gedacht und dafür auch moralisch gerechtfertigt ist, wurde zweckentfremdet ... Es mag zwar "legal" sein, hat aber mit sauberem Sport nichts zu tun und schadet seinem Ansehen. Es soll ja auch schon mal eine Eiskunstläuferin gegeben haben, die ihrer Konkurentin mit einer Eisenstange die Beine gebrochen hat, um zu Olympia zu kommen. Da scheint jedes Mittel recht zu sein. Ich würde mich schämen, wenn ich sportlich nicht gewinnen kann und dann zu solchen Schlichen griffe. Unter Männern gäbe es Mast- und Schotbruch.
  5. #5

    Segeln ist kein Sport für Juristen, das ist totaler Quatsch. Es gibt nicht mehr Regeln als im Fußball. Nur weil es auf dem Wasser nicht immer so eindeutig ist wie auf dem grünen Rasen kann nicht immer sofort eine Entscheidung getroffen werden, Wasser-Entscheidungen werden aber immer mehr.

    In dem Fall waren die Regeln klar, Lutz wusste das nur nicht. Was nicht heißt, dass man das Verhalten von Beucke als schlecht bezeichnen kann, denn sowas tut nur jemand, der keine andere Mittel mehr zur Verfügung hat, zum Beispiel Souveränität nach Rückschlägen.

    Lesenswerter Kommentar in der segeln zum dem Thema: http://www.segeln-magazin.de/zu-weit-gegangen/3310


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