DPADeutschland reagiert auf die Rufe aus der EU: Die Bundesregierung hat nach SPEGEL-Informationen einen Sechs-Punkte-Plan für mehr Wachstum in Europa entwickelt. So sollen Krisenstaaten steuerliche Vergünstigungen bekommen. Außerdem sollen EU-Länder ihren Arbeitsmarkt nach deutschem Vorbild reformieren.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...835099,00.html
Die Vorschläge der Bundesregierung offenbaren eine erschreckende Hilflosigkeit im Umgang mit der Staatsschuldenkrise und demaskiert die Bundeskanzlerin als ein Bündel der Ahnungslosigkeit. Das duale Ausbildungssystem Deutschlands mag ja noch ein halbwegs vernünftiges Instrument sein. Aber die Einführung in den betreffenden Ländern dauert mindestens fünf Jahre. Das eine gute Ausbildung noch keinen Arbeitsplatz garantiert kann die Bundeskanzlerin doch hier in Deutschland anhand der zahlreichen Praktikanten sehen. Alle anderen Vorschläge sind reine Schaumschlägerei. Die Bundeskanzlerin sollte sich einfach einmal die Hunderte Milliarden Euro die seit 1990 nach Ostdeutschland mit seinen 20 Millionen Einwohnern geflossen sind, ohne dass nur im Entferntesten die versprochenen blühenden Landschaften entstanden sind. Und ein Ende der Zahlungen aus dem Solidaritätszuschlags sind nicht in Sicht. Allerdings werden künftig nicht nur Ostdeutsche nach Westdeutschland ziehen sondern auch die Südeuropäer-
Diese Bastelei zur Rettung eines Sterbenskranken (€) nimmt schon bizarre Ausmaße an. Dabei ist es ein Struktuproblem der Schuldenstaaten, was nicht "wird schon irgendwie funktionieren" (der K. der E.) funktionieren kann. Mal abgesehen von den Spiegelfechtereien zwischen Regierung und Opposition - der ESM wird durchgewunken, wetten? Damit ist eine weiterer Schritt zur Abschaffung der Nation vollbracht, vielen Dank Jugendfreundin, nannte man so die FDJ-Mitglieder nicht?
Was den "faire Welt" träumenden Gutmenschen ja nur recht sein müsste, denn das ist die einzig möglich faire Welt: Die, die nur ein achtel von unserem Reichstum haben werden doppelt so reich und wir werden nur noch ein Viertel so reich, treffen uns also alle auf einem niedrigen Niveau auf dem alle gleich viel haben.
Welche Integration der neuen Bundesländer? Bevölkerungsentwicklung in dieser Zeit: Minus 20% - wohin sollen die Menschen aus den anderen EU-Staaten auswandern?
Netto-Transfer in die Neuen Bundesländer ungefähr 1.000 Milliarden Euro - für 17 Mio Menschen innerhalb von 20 Jahren. Wie hoch wäre der Netto-Transfer für 80 Mio. Menschen? Bei linearer Betrachtung demnach über 5 Billionen - PLUS Inflationseffekten und Zusatzkosten wegen Sprach- und sogar Schriftbarrieren. Ich schätze mal, wir landen bei rund 8 Billionen.
Die Entstasifizierung der DDR war eine einzige politische, menschliche und ökonomische Katastrophe, die die Menschen dort nur zu erleiden fähig waren, weil sie Reisefreiheit bekommen haben. Die, um die es heute geht, haben die schon. Womit will man sie denn jetzt ködern?
Es ist schön zu sehen, wie sich im Rückblick viele Grausamkeiten doch noch rosa färben lassen. Aber genau unsere Erkenntnisse mit den neuen Bundesländern sollten deutlich zeigen, dass wir einen anderen Weg suchen müssen. Das war riesengroßer Bockmist, den wir nur durch glücklichen Zufall "überlebt" haben. Noch einmal sollten wir nicht derart zocken!
Was Sie neoliberalen Schwachsinn nennen, ist weder neo noch liberal. Es ist – wie im Sozialismus – Staatsdirigismus der übelsten Art und kommt aus der untersten Mottenkiste der Maßnahmen, die sich Politiker ausdenken, die von Volkswirtschaft keine Ahnung haben. Außerdem ist es eine Wettbewerbsverzerrung ohne gleichen. Aber mit dem Schwachsinn haben Sie recht. Immerhin. Und auch mit ihrer Aussage, dass es letztlich immer auf den Schultern der Arbeitnehmer (ich möchte ergänzen: des Mittelstandes) zugunsten der mobilen Großkonzerne augetragen wird.