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Schwuler Boxer: Orlando Cruz gewinnt ersten Kampf nach Outing

REUTERSEr brach ein Tabu, als erster aktiver Boxer bekannte sich Orlando Cruz zu seiner Homosexualität. In Florida gewann der Puertoricaner jetzt den ersten Kampf nach seinem Outing gegen Jorge Pazos - und hofft jetzt auf einen Fight um den Weltmeistergürtel.

http://www.spiegel.de/sport/sonst/sc...-a-862409.html
  1. #1

    ja und ?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er brach ein Tabu, als erster aktiver Boxer bekannte sich Orlando Cruz zu seiner Homosexualität. In Florida gewann der Puertoricaner jetzt den ersten Kampf nach seinem Outing gegen Jorge Pazos - und hofft jetzt auf einen Fight um den Weltmeistergürtel.

    Schwuler Boxer Orlando Cruz gewinnt ersten Kampf nach seinem Outing - SPIEGEL ONLINE
    Was hat das jetzt mit dem Outing oder Schwul-sein zu tun?
    Erfährt man einen plötzlichen Leistungsabfall, wenn mehr Menschen, als man selber wissen, dass man schwul ist?
    Es ist schon schlimm genug, wenn in den Köpfen vieler Menschen de sexuelle ausrichtung anderer deren Bild (mit)bestimmt, aber dass sich ein Nachrichtenmagazin dazu herabläßt, das durch ungeschickte Formulierungen noch zu befeuern, muss man sich doch ernste Gedanken über den praktizierten Level an Journalismus machen.
  2. #2

    Zitat von dr.u. Beitrag anzeigen
    Was hat das jetzt mit dem Outing oder Schwul-sein zu tun?
    Erfährt man einen plötzlichen Leistungsabfall, wenn mehr Menschen, als man selber wissen, dass man schwul ist?
    Es ist schon schlimm genug, wenn in den Köpfen vieler Menschen de sexuelle ausrichtung anderer deren Bild (mit)bestimmt, aber dass sich ein Nachrichtenmagazin dazu herabläßt, das durch ungeschickte Formulierungen noch zu befeuern, muss man sich doch ernste Gedanken über den praktizierten Level an Journalismus machen.
    Naja, ein frischgeouteter Mensch fühlt sich meist viel freier als vorher und von daher würde ich sagen könnte er sogar eher einen plötzlichen Leistungssprung erfahren. ;)

    Das besondere an dieser Mitteilung ist eben, dass konträr zu der Annahme vieler Menschen die besagt, dass alle Boxer heterosexuell seien, einer doch homosexuell ist.
    Sogar beim Fußball behaupteten sehr bekannte Spieler einen Mist über Homosexuelle, z.B. dass sie nicht hart genug für Fußball (!!!!!) seien. Bis heute hat sich kein aktiver Bundesligaspieler geoutet, in diesem Kontext ist diese Mitteilung eben ganz nett. Der Sinn ist ja eben, dass eines Tages die sexuelle Ausrichtung wirklich keinen Unterschied macht und niemand mehr dazu gezwungen wird, sich heterosexuell zu verhalten.

    Tatsächlich ist das ganze ein bisschen "Sensationsjournalismus", aber ein anderer Artikel über Michael Wendler finde ich auf keinen Fall weltverbessernder als dieser.
  3. #3

    Zitat von dr.u. Beitrag anzeigen
    Es ist schon schlimm genug, wenn in den Köpfen vieler Menschen de sexuelle ausrichtung anderer deren Bild (mit)bestimmt, aber dass sich ein Nachrichtenmagazin dazu herabläßt, das durch ungeschickte Formulierungen noch zu befeuern, muss man sich doch ernste Gedanken über den praktizierten Level an Journalismus machen.
    Sie sehen das gerade falsch herum. Natürlich sollte sowas gar kein Thema sein, in einer vernünftigen Welt. Aber auch Ihnen sollte klar sein, dass die Realität nicht dieser entspricht. Selbst bei einer gewissen Normalisierung an der Oberfläche, Homophobie geht immer noch tief und ist weit verbreitet.

    Insbesondere halt auch gewisse Vorurteile. Schon alleine im Kontext des Fussballs wird ja gerne behauptet, Homosexuelle wären nicht "aggressiv" und "männlich" genug um sich in so einer Sportart durchsetzen zu können. Dass sich ein Schwuler also im Boxsport behaupten und auf hohem Niveau Kämpfe gewinnen kann ist in einer solcher Gesellschaft darum wohl oder übel ein schlagendes Beispiel gegen dumme Vorurteile. Und kann gleichzeitig für andere als Vorbild dienen, sich nicht verstecken zu müssen.

    Die Meldung ist in der Weise somit durchaus akzeptabel. Selbst wenn es natürlich unerfreulich ist, dass solcherlei Dinge überhaupt noch erwähnt werden müssen.
  4. #4

    Sie nennen mich Schwuchtel...

    "Sie nennen mich Schwuchtel, aber das ist mir jetzt egal."

    vermutlich aber nur hinter vorgehaltener Hand...

    Der Mann haut schließlich nicht mit seinem Handtäschchen ;o)

    Millionen von Menschen leben mehr oder weniger offen ihre Neigungen aus, aber wenn ein Boxer dergleichen tut, fühlt sich das männliche Ego gleich wieder bedroht...

    "Schwuchtel! DAS ist doch kein MANN! Schatz, machst Du mir noch `ne Stulle und ein Bier, gleich kommt Boxen..."

    Mahlzeit ;o)
  5. #5

    Ein Vorbild für schwule Jugendliche

    Wenn man an die Serie von Selbstmorden von in der Schule gemobbten schwulen Jugendlichen in den USA denkt, dann kann man Herrn Cruz nur danken, da er vielen
    Jugendlichen, die mit ihrer sexuellen Orientierung hadern, Mut macht. Die Berichterstattung darüber ist sehr wichtig,
    weil gerade junge Menschen Rollenmodelle und Vorbilder brauchen.
  6. #6

    Warum nur in den USA?

    Zitat von xvulkanx Beitrag anzeigen
    Wenn man an die Serie von Selbstmorden von in der Schule gemobbten schwulen Jugendlichen in den USA denkt, dann kann man Herrn Cruz nur danken, da er vielen
    Jugendlichen, die mit ihrer sexuellen Orientierung hadern, Mut macht. Die Berichterstattung darüber ist sehr wichtig,
    weil gerade junge Menschen Rollenmodelle und Vorbilder brauchen.
    Homosexuelle Jugendliche sind weltweit, also auch in Deutschland wesentlich stärker vom Suizid betroffen, als heterosexuelle Jugendliche. Nimmt man den Kinder- und Jugendschutz also ernst, dann müssen diese mittelalterlichen Vorurteile schnell abgebaut werden.


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